Die Suche nach einer neuen Heizung
Im Jahr 2010 suchte eine Familie aus Gütersloh für ihr 138 m² großes Einfamilienhaus ein neues Heizsystem. Das 1978 gebaute Haus wurde mit einer veralteten Ölheizung geheizt. Die Dämmung des Hauses entsprach nur der ersten Wärmeschutzverordnung aus dem Jahr 1977. Durch die veraltete Heiztechnik hatte die Familie einen erhöhten Energieverbrauch. Es sollten keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden, stattdessen sollte die alte Heiztechnik gegen ein neues System ersetzt werden. Die Eigentümer waren offen für neue und alternative Heiztechniken und so entschieden sie sich für eine elektrische Heizung auf Basis von Infrarottechnik. Trotz der mittelguten Energetik des Hauses. Im Idealfall sollte das Heizen mit Infrarot zu einer leichten Reduzierung der Heizkosten führen.
Die Nutzung der Infrarotheizung im Einfamilienhaus
Die ursprüngliche Idee der Familie war, autark von fossilen Brennstoffen zu werden, eigenen Strom zu produzieren und diesen aktiv vor Ort direkt zu nutzen. Denn die Nachhaltigkeit hatte bei der Nutzung von umweltschonender Solarenergie einen besonders hohen Stellenwert. Auch dies trug zur Entscheidung für strombetriebene Infrarotheizungen der Marke VASNER in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage bei.Insgesamt wurden 12 Infrarotheizungen mit einer Gesamtleistung von 6,95 kWh im Einfamilienhaus verbaut. Die Infrarotheizungen kosteten damals in der Anschaffung 3.500 EUR. Zusätzlich kamen Kosten von 1.100 EUR für die Installation der Geräte hinzu. Die Photovoltaikanlage wurde ebenfalls zu einem Preis von ca. 34.000 EUR neu gekauft. Im Abgleich mit heutigen Photovoltaikanlagen war das System teuer – für damalige Verhältnisse jedoch normal. Man verzichtete jedoch auf ein Speichermedium und setzte auf den Mix aus Eigenbedarfsnutzung und Einspeisung, was damals im Gegensatz zu heute noch attraktiv vergütet wurde.
Der Hersteller VASNER konnte mit dem Projekt „Infrarotheizung im Einfamilienhaus“ 9 Jahre lang die Rentabilität der eigenen Infrarotheizung in einem langjährigen Praxisprojekt mit einem damals durchschnittlich energetischen Gebäude testen und dokumentieren. Im Vergleich der Kosten beim reinen Heizen war die Nutzung von Infrarotheizung und Photovoltaik um 260 EUR geringer als bei der vorherigen Ölheizung. Dafür, dass die Stromkosten in Deutschland verhältnismäßig hoch sind, ist das ein erstaunlich großer Betrag. Zudem entfielen bei der Infrarotheizung die jährliche Wartung und der Schornsteinfeger, sodass weitere Kosten gespart werden konnten. So ergab sich zusammen mit den geringeren Heizkosten eine jährliche Einsparung von 510 EUR. Dies war ein überraschendes Ergebnis, da aufgrund des fehlenden Speichermediums nur ein kleinerer Teil der Energie der PV-Anlage direkt genutzt werden konnte.
Einhergehend ergab sich der Umstand, dass im Sommer mit der Anlage viel Strom generiert wird, während im Winter – wo am meisten geheizt wird – deutlich weniger Strom durch die Sonne erzeugt wird. Die Familie hatte demzufolge den überschüssigen Strom zu guten Konditionen in das Netz abgegeben. Dafür bekamen sie damals einen Preis von 0,21 EUR brutto pro kWh vergütet. Da heutzutage die Einspeisung nicht mehr finanziell attraktiv ist, setzt man dafür auf moderne Speichermedien, um einen höheren vor Ort Nutzungsgrad zu erreichen.
Der direkte Kostenvergleich von Öl- und Elektroheizung
Die Anschaffungskosten der VASNER Heizkörper und der entsprechenden Thermostate belaufen sich für ein durchschnittliches Einfamilienhaus auf rund 4.500 EUR (abhängig von der energetischen Basis, Hausgröße etc.). Die Kosten einer Heizung mit Öl ohne Installation betragen zum Beispiel rund 13.000 EUR und die Kosten einer Heizung mit Gas belaufen sich auf etwa 7.000 EUR. Damit ist die Infrarotheizung in der Anschaffung deutlich günstiger. Jedoch sind die Energiekosten im Bezug durch die in Deutschland hohen Strompreise im Betrieb höher, was sich bspw. über viele Jahre dann im Vergleich wieder relativ aufhebt. Möchte man Photovoltaik aktiv nutzen, sind die Anschaffungskosten und Installationskosten hierfür zu berücksichtigen, die jedoch dann mit einem Speichermedium im Einfamilienhaus und dem höheren Eigennutzungsgrad wieder positiv auswirkt. Eine genaue Aufstellung der einzelnen Posten finden Sie hier. In der Gesamtbetrachtung konnten bei dem Langzeitprojekt die Gesamtenergiekosten für das Haus jährlich um 2.422 EUR mit dem Einsatz der Infrarotheizung im Einfamilienhaus reduziert werden. So lässt sich festhalten, dass sich die Entscheidung der Gütersloher Familie trug und der Umstieg auf die elektrische Heizung positiv auswirkte.Trotz der in Deutschland hohen Energiekosten für Strom kann es sich auch ohne Photovoltaikanlage lohnen mit Infrarot zu heizen. Ab einem Haus mit einer durchschnittlich guten Energetik, und besser, lohnt sich der Einsatz der modernen Infrarottechnik. Besonders in modernen Häusern spielt das Infrarotsystem dann seine Karten aus. Bspw. Bestandsgebäude mit bestehenden Nachtspeicherheizungen stellen derzeit häufig auf Infrarot um, da herkömmliche Systeme mit Anschaffung, Einbau und Umbau eine immense Investition bedeuten, die bei Infrarotheizungen deutlich geringer ist und entfällt. Je Vorhaben ist zuvor stets eine genaue energetische Betrachtung des Gebäudes oder Wohnung erforderlich, besonders bei Bestandsbauten.
Infrarot - Die Wärme der Zukunft.
Dieser Langzeitvergleich zeigt im Ansatz, dass besonders das Heizen mit Infrarot in Kombination mit dem primären Energieträger Strom aus regenerativer Energie die Zukunft sein kann. Hierfür müssen jedoch Rahmenbedingungen bestehen, die eine kostengünstige Nutzung und den direkten Verbrauch von Eigenstrom, ohne Einspeisung ins Netz und Rückkauf, begünstigen und zulassen. Mit den sich stetig weiterentwickelnden Speichermedien entsteht zudem eine gute Basis für ein rundes Gesamtkonzept.Eine Infrarotheizung sorgt mit ihrer Wirkungsweise für eine anders wahrgenommene Wärme im Raum ohne Luft mit Staub aufzuwirbeln, welches einen positiven Effekt für Asthmatiker und Allergiker birgt.
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