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5 Tipps für die nächste Wohnungsbesichtigung

11.02.2020 | Die Größe passt, die Lage ist perfekt und die gewünschte Immobilie verfügt sogar über Balkon und Badewanne? Vor allem in den Großstädten Deutschlands - Köln, München, Berlin und Hamburg - wird die Wohnungssuche immer schwieriger, so dass es nicht von ungefähr kommt, dass sich auf eine Ein-Zimmer-Wohnung in Berlin manchmal mehrere Personen bewerben. Lange Schlangen bei der Besichtigung sind ohnehin keine Seltenheit mehr. Umso wichtiger ist es also, durch Aufmerksamkeit, Auftreten und gute Vorbereitung die richtigen Informationen vom Vermieter bzw. Makler zu bekommen, und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Hier kommen fünf Tipps, wie Sie das Beste aus der nächsten Wohnungsbesichtigung machen.

  1. Bereiten Sie sich gut vor

Bei einigen Anzeigen muss man wirklich schnell sein. Innerhalb von wenigen Minuten füllt sich das Postfach des Vermieters oder Maklers mit Anfragen zu einer einzigen Immobilie, so dass der Anbieter die Anzeige auch schon bald wieder deaktiviert. Dann kann es schon bald heißen: Anzeige nicht mehr verfügbar. Und damit ist auch die Chance auf die Wohnung weg. Wenn Sie sich also auf Wohnungssuche begeben, ist es sinnvoll, dass Sie sich als Erstes um die benötigten Dokumente kümmern, die Sie bei einer Wohnungsbesichtigung dabei haben sollten. Dazu gehören natürlich die Schufa, eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vom vorherigen Vermieter, die letzten drei Gehaltsnachweise, bei jungen Mietern - Studenten oder Azubis - hilft auch eine Bürgschaft der Eltern weiter. Die Schufa können Sie online bestellen. Zwei Wochen nach Auftragsvergabe an das Bonitätsinstitut sollte dieses Dokument in Ihrem Briefkasten liegen. Kopieren Sie Ihre Dokumente mehrmals und bereiten Sie entsprechende Sets vor - schließlich braucht es meistens mehrere Anläufe, bis sich der Traum von der neuen Wohnung erfüllt.

Wenn Sie nun einen konkreten Besichtigungstermin vereinbart haben oder zu einer offenen Besichtigung gehen, sollten Sie sich vorab informieren, ob der Anbieter eine freiwillige Selbstauskunft haben möchte. In dieser freiwilligen Selbstauskunft werden zum einen Ihre Kontaktdaten abgefragt, zum anderen holt der Vermieter/Makler auf diese Art und Weise noch ein paar zusätzliche Informationen über den Bewerber ein. Achtung: auf Fragen zu Familienplanung, Schwangerschaft, politischer Haltung, religiöser Einstellung oder Musikgeschmack müssen Sie nicht antworten und dürfen sogar lügen. Fragen dieser Art sind unzulässig bei der Vergabe von Wohnraum.
           

  1. Treten Sie seriös und unaufdringlich auf

Auch, wenn Sie sich vielleicht als Jogginganzugträger begreifen, sollten Sie zu einer Wohnungsbesichtigung eher seriös und ordentlich gekleidet kommen. Für den ersten Eindruck gibt es bekanntermaßen keine zweite Chance. Wenn Sie mit einem Partner/einer Partnerin in die angebotene Wohnung einziehen wollen, sollten Sie nach Möglichkeit gemeinsam kommen, damit der Vermieter sich ein korrektes Bild davon machen kann, mit wem er es im Falle einer Zusage zu tun hätte.

 

Kommen wir zur Begrüßung. Eine kurze Namensnennung und ein Handschlag sollten insbesondere bei einer offenen Besichtigung ausreichen. Bewerber, die den Verantwortlichen von Anfang bis Ende belagern und mit irrelevanten Fragen quälen, werden nicht unbedingt als interessierter oder sympathischer, sondern - viel wahrscheinlicher - als nervig empfunden. Und Sie wollen ja einen guten Eindruck hinterlassen. Begeben Sie sich erst einmal auf einen Rundgang durch die Wohnung und machen SIe sich darüber Gedanken, welche Fragen für Sie wirklich relevant sind, und ob Sie in diesen Räumlichkeiten ein neues Zuhause finden können.

  1. Begutachten Sie den Zustand und die Ausstattung der Immobilie

Nehmen Sie sich bei der Besichtigung alle Zeit, die Sie brauchen und achten Sie bei Ihrer Besichtigung nicht nur auf die schöne Aussicht vom Balkon oder die schicke Einbauküche - sofern vorhanden - sondern auch auf Schäden. Gibt es Risse in den Wänden, wie riecht es in der Wohnung, sind die Fenster gut isoliert, funktionieren Toilettenspülung und Wasserhähne? Vor allem neben Fenstern und Heizung werden gern mal Stockflecken oder beginnender Schimmel überstrichen, ohne dass das eigentliche Problem gelöst wird. Wenn Sie am Fenster einen Luftzug spüren, ist die Isolierung vermutlich nicht einwandfrei. Mit etwas Glück finden Sie in der Wohnung - am Sicherungskasten - einen Hinweis auf die Energieeffizienz des Gebäudes, und erhalten so darüber Aufschluss, was an Heizkosten auf Sie zukommen könnte. Haben Sie keine Hemmungen die Wasserhähne und die WC-Spülung zu testen und sprechen Sie den Vermieter auf Mängel an. Sollten Sie in der Lage sein, diese selbst zu beseitigen, gibt das in der Regel Pluspunkte.

Hören Sie außerdem mal genauer hin: wie nah scheinen einem die Nachbarn zu sein? Gibt es Lärmquellen in der Nähe, mit denen Sie auf lange Sicht nicht zurecht kämen, wie etwa S-Bahnen oder die Ausfahrt einer Feuerwache? Schallen Geräusche aus dem Innenhof in die Wohnung? Hellhörigkeit der Wohnung muss kein Grund sein, sich nicht auf die Wohnung zu bewerben, aber sie gehört zu einem möglichst präzisen Bild des Wohnraums.

  1. Stellen Sie relevante Fragen

Nun wird es Zeit, Fragen zu stellen, die sich während der Besichtigung aufgetan haben. Falls Sie die Wohnung vom Vormieter übernehmen, sollten Sie Details zu laufenden Verträgen klären. Wie steht es um DSL- und Stromtarife. Was hat der Vormieter jeweils gezahlt? Könnten Sie den DSL-Vertrag übernehmen? Mit welchem DSL-Anbieter haben Sie in der angebotenen Wohnung guten Empfang? Vor allem für Freelancer, die von Zuhause aus arbeiten, ist eine gute Internetverbindung wichtig. Per Vergleichsrechner können Sie die Tarife in dem entsprechenden Postleitzahlbereich mit den Angaben der Vormieter bzw. des Maklers vergleichen und sich für den Falle eines Umzugs schon den besten Tarif heraussuchen lassen. Wenn Sie nun wirklich in die gebotene Wohnung einziehen, hilft der Vergleichsrechner auch, den besten Tarif für Strom und Gas zu finden, und der Anbieterwechsel ist dann auch ganz einfach.

Weitere interessante Fragen könnten sein: Welche Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Nähe? Wie ist die Anbindung an die Autobahn oder an die öffentlichen Verkehrsbetriebe? Welche Teile der Ausstattung bleiben in der Wohnung? Muss dafür ein Abschlag gezahlt werden? Wie hoch fallen die Nebenkosten voraussichtlich aus, und welche Posten sind damit abgedeckt? Welche Pflichten hätten Sie als zukünftiger Mieter?
           

  1. Fotos machen

Als Gedächtnisstütze, aber auch als Beweis für eventuelle Schäden, lohnt es sich, ein paar Fotos der Räume zu schießen. Ein Umzug ist schließlich kein Gelegenheitskauf, sondern eine wichtige Entscheidung, die Sie sich in Ruhe überlegen sollten. Achtung: sollte die Wohnung noch bewohnt sein, wäre es ein großer Eingriff in die Privatsphäre der Mieter, einfach drauflos zu fotografieren. Fragen Sie kurz nach - grundsätzlich sollten ein paar Fotos kein Problem sein.

Noch ein paar weitere Tipps…

  • Sehen Sie davon ab, den Anbieter nach der Besichtigung mit E-Mails zu bombardieren, in denen Sie nachfragen, wann denn eine Entscheidung gefällt wird.
  • Versuchen Sie auf keinen Fall, den Makler mit ein paar Scheinchen im Unterlagenpaket für sich zu gewinnen. Gesetzlich darf der Makler kein Entgelt von einem Wohnungssuchenden annehmen - sofern nicht ein Vermittlungsvertrag besteht. Nachzulesen ist diese Regelung im Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung, Paragraph 2, Absatz 1a.
  • Eine Absage sollten Sie niemals persönlich nehmen. Am Ende ist Wohnungsvermietung ein Geschäft und kein Freundschaftsdienst, und natürlich kommt es dem Vermieter darauf an, dass er einen zahlungsfähigen, sympathischen Mieter bekommt. Welche Gründe für den Vermieter am Ende den Ausschlag gegeben haben, sich nicht für Sie zu entscheiden, werden Sie wahrscheinlich nie erfahren. Sie können den Anbieter jedoch kontaktieren und fragen, ob vielleicht demnächst eine Wohnung mit ähnlichen Eckdaten bei ihm frei wird. Sollten Sie einen guten Eindruck hinterlassen haben, könnte diese kurze Kontaktaufnahme Ihnen beiden eine längere Suche ersparen.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, wird die Wohnungssuche vielleicht noch kein Kinderspiel, aber bedeutend erfolgversprechender. Und ansonsten gilt immer noch: nicht aufgeben! Ein bisschen Glück gehört vor allem in den überfluteten Ballungsgebieten dazu. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

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