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Fernwärme als energieeffiziente Alternative

04.12.2023 | Wer das Wort "Fernwärme" hört, denkt in erster Linie sofort an die großen Fernwärme-Netze, besonders in den neuen Bundesländern. Diese werden von leistungsfähigen Heizkraftwerken gespeist, die ganze Städte oder sogar Regionen mit Heizwärme und Strom versorgen. Auch heute sind davon einige Betrieb. Dennoch bergen sie gewisse Nachteile. Damit der Transport über weite Entfernungen funktioniert, sind hohe Temperaturen bis 130 Grad Celsius und Drücke bis etwa 20 Bar notwendig. Dies führt zu hohen Leitungsverlusten von etwa 16 Prozent Wärmeenergie.

Bildquelle: Clairewych auf Pixabay

Daher geht der Trend zu kleinen und mittleren Kraftwerken. In diesem Bereich hat sich der Begriff Nahwärme eingebürgert. Dieser soll ausdrücken, dass die benötigte Energie eben nicht mehr kilometerweit entfernt, sondern in der Nähe produziert wird. Viele dieser Kraftwerke werden mit fester, flüssiger oder gasförmiger Biomasse betrieben. Dies bedeutet einen CO2-neutralen Betrieb durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe.

 

Fernwärme aus der Nähe



Aus den oben genannten Gründen befinden sich also heute die Kraftwerke ganz in der Nähe der Verbraucher. Im Prinzip handelt es sich um Kraftwerke zur Stromerzeugung. Bei dieser fällt als Nebenprodukt bei der Produktion Prozesswärme an. Mit der sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung kann diese nun für die Beheizung von Gebäuden genutzt werden, statt in der Umwelt verloren zu gehen. Daher handelt es sich um einen doppelten Gewinn für Bewohner und Umwelt. Anbieter wie swb bieten inzwischen entsprechende Tarife an. Neben der guten Effizienz spart der Kunde Einbau und Wartung einer eigenen Heizungsanlage.

Durch die Dezentralisierung der Blockheizkraftwerke, abgekürzt BHKW, werden die Leitungsverluste auf ein Minimum reduziert. Bei der Stromproduktion und industriellen Prozessen fällt grundsätzlich als Nebenprodukt Wärme an, die nun wertschöpfend genutzt und praktisch verwendet werden kann. Die Politik hat die besondere Energieeffizienz erkannt und stellt sogar Fördermittel für den Ausbau der Fernwärme aus Erneuerbaren Energien bereit. Das beweist den hohen Stellenwert, den die Bundesregierung der Fernwärme beimisst.

 

Energieeffizient wohnen



Sowohl beim Neubau eines Hauses als auch bei seiner Nutzung bis hin zur Entsorgung am Ende seiner Lebensdauer fallen große Mengen an Energiebedarf an. Daher ist es wichtig, sich Gedanken über eine möglichst nachhaltige Wohnkultur zu machen. Energiesparende, ökologische Bauweisen und natürliche Baustoffe helfen, wertvolle Ressourcen zu sparen und schädliche Emissionen zu vermeiden. Der Weg vom intelligenten Zuhause zum grünen Zuhause markiert das gewandelte Bewusstsein, neben einem technisch innovativen Haus in erster Linie auch ein umweltfreundliches und nachhaltiges Baukonzept zu finden. Natürliche Baumaterialien sorgen zusammen mit einer hocheffektiven Wärmedämmung und innovativen, nachhaltigen Energiekonzepten dafür, dass unsere Gesellschaft diesem Ziel näherkommt.

Wichtig ist, bei der Energieversorgung eines Gebäudes nicht nur den direkten, sondern auch den indirekten Verbrauch zu betrachten. Beispiel Wärmepumpe: sie erzeugt zwar scheinbar gratis und emissionsfrei Wärme aus der Umgebungsluft, aber ihr Funktionieren setzt einen Kompressor voraus. Dieser wird mit Strom betrieben. Stammt dieser aus traditionellen Energiequellen wie fossilen Brennstoffen oder Atomenergie, ist sie weit davon entfernt, umweltfreundlich zu sein. Auch andere erneuerbare Energien wie Solarthermie oder Windenergie müssen in der Regel mit fossilen Heizkesseln im Hybridbetrieb kombiniert werden. Dies sorgt letztlich für eine schlechtere Ökobilanz. Fernwärme hat dagegen den Vorteil, dass sie als Nebenprodukt bereits zur Verfügung steht. Daher ist sie eine besonders energieeffiziente Alternative zu anderen Heizsystemen.

 

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