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Wohncontainer mieten. Die schnelle und einfache Lösung, Wohnraum zu schaffen

06.04.2021 | Wohnraum ist knapp, teuer und braucht vergleichsweise lange, um nutzbar zu sein. Gewerbeimmobilien hängen nicht zuletzt aufgrund der wirtschaftlichen Situation im Zeichen der Corona-Pandemie zwischen Aufgabe und Expansion: Während die Veranstaltungs- und Gastrobranche immer mehr ins Straucheln gerät, boomen Online-Angebote – und auch diese können nicht ausschließlich aus dem Homeoffice heraus gelöst werden. Doch welche schnellen, erschwinglichen Wohn- und Arbeitsimmobilien gibt es eigentlich am Markt?

Zugegeben, die Konstruktion sieht auf den ersten Blick durchaus etwas ungewöhnlich aus. Praktikabel ist sie dennoch, zudem könnte die Containerlösung Schule machen, denn der Wohnraum ist knapp und der Ruf nach alternativen Wohnformen wird immer lauter. - Foto: pixabay.com © pinsel12 (CC0 Public Domain)
Zugegeben, die Konstruktion sieht auf den ersten Blick durchaus etwas ungewöhnlich aus. Praktikabel ist sie dennoch, zudem könnte die Containerlösung Schule machen, denn der Wohnraum ist knapp und der Ruf nach alternativen Wohnformen wird immer lauter. - Foto: pixabay.com © pinsel12 (CC0 Public Domain)


Klein, schnell und vielleicht sogar wendig

So scheint die Wohnform auszusehen, die kurzfristig für Abhilfe beim eingangs erläuterten Problem helfen könnte. Wohncontainer und Bürocontainer gleichen sich dabei optisch auf den ersten Blick, können aber ganz unterschiedlich ausgestaltet werden, wie Hersteller wie Conro.Container zeigen. Mit verschiedenen Wandmaßen, mit Pantry-Küche und WC-Abteil sind die Container ausgestattet, die dann vergleichsweise schnell den Engpass an Büro- und Wohnräumen lösen könnten. Das System ist so gestrickt, dass die Container nebeneinander gereiht werden können und sogar übereinander – beispielsweise dann, wenn auch Grund und Boden Mangelware sind. Als Mietangebot wird der Container dort aufgestellt, wo der Neubau des Firmengeländes noch auf sich warten lässt oder wo kurzfristig Wohnraum geschaffen werden soll.

Ähnliche Ideen kursieren bereits seit einigen Jahren und setzen vor allem bei einer Zielgruppe an, die wenig Platz braucht und darüber hinaus noch wenig Geld hat. Die Rede ist von Studenten, die es sich in einem Wohnwürfel gemütlich machen könnten. Jeder einzeln bewohnbare Würfel, ein sogenannter Cube, wird dabei so platziert, dass er ein großes Ganzes ergibt – das spart Energie und trägt dem Ruf nach flächenoptimiertem Wohnen Rechnung. Anders als ein Wohncontainer, der dazu gemacht ist, nach dem Miet-Einsatz schnell wieder zurückgebaut zu werden, stehen beim Würfel-Wohnprojekt die flexible Nutzung und verschiedene Anteile zur Gemeinschaftsnutzung im Fokus. Durch das flexible Platzieren der einzelnen Wohncubes entstehen so Terrassen, Emporen, Küchenareale und sogar eine Art Marktplatz.

In Treptow-Köpenick, einem Berliner Stadtbezirk, wurden beide Ansätze bereits vor einigen Jahren unter dem Namen EBA51 kombiniert. Dort wurden Frachtcontainer gestapelt und so aufeinander platziert, dass über 300 Wohneinheiten entstehen konnten – für Studenten, die allein, als Paar oder sogar als Familie leben wollten. Die Idee dahinter: Eine günstige und zugleich wartungsarme und langlebige Konstruktion soll es werden, die die Wohnraumnot der Studenten lindert.

In Studentenwohnungen geht es darum, das möglichst kleine Platzangebot ideal zu nutzen. Schlafen und Lernen muss möglich sein. In modernen Gebilden sorgen Gemeinschaftslösungen für Küche und Aufenthaltsbereiche für soziale Kontakte. - Foto: pixabay.com © NeiAndradeConsultoria (CC0 Public Domain)
In Studentenwohnungen geht es darum, das möglichst kleine Platzangebot ideal zu nutzen. Schlafen und Lernen muss möglich sein. In modernen Gebilden sorgen Gemeinschaftslösungen für Küche und Aufenthaltsbereiche für soziale Kontakte. - Foto: pixabay.com © NeiAndradeConsultoria (CC0 Public Domain)


Auch der Traum vom Eigenheim kann „klein“ umgesetzt werden

Noch eine Idee, die wenig Wohnraum raubt, beginnt immer mehr Schule zu machen. Es ist die Idee vom Leben auf kleinstem Raum – aber im Eigenheim. Mini-Häuser, die häufig auch als Tiny-Häuser bezeichnet werden, vereinen Wohnkomfort auf wenigen Quadratmetern und in nachhaltiger Bauweise. Dabei stehen pfiffige Wohnraumlösungen im Fokus, die Schlafen, Arbeiten, Essen, Kochen und Waschen auf wenig Wohnraum umsetzbar macht. Der Wunsch nach einem Eigenheim ist dabei die eine Triebkraft. Doch auch die Idee, den eigenen ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten, treibt immer mehr Menschen dazu, sich ihren Traum vom Tiny Haus zu verwirklichen.

Je nach Bauart gibt es die Mini-Häuser in fester Form und transportabel auf Rollen, was wiederum auch der zunehmenden Flexibilität im Job Rechnung trägt. Auch Mini-Haus-Siedlungen sind schon an einigen Orten im Gespräch, denn häufig geht mit dem Kauf, dem Bau und dem Bezug eines Minihauses auch eine Weltanschauung oder Überzeugung einher, die auf wenig Wohnraum, aber viel Grünfläche setzt. Deswegen gibt es bereits Überlegungen zu Minihaus-Siedlungen, die einen großen Gartenanteil haben. Dort soll dann meist ein Nutzgarten entstehen, der zur Selbstversorgung einlädt. Im Fichtelgebirge gibt es das erste Beispiel einer Tiny-House-Siedlung.

Die Idee vom Mini-Haus verbindet mehrere Wohnideen: Der ökologische Fußabdruck ist klein, denn der Wohnraum ist gering. Dafür setzen viele Tiny-Haus-Freunde auf reichlich Grünfläche rund ums Mini-Eigenheim. - Foto: pixabay.com © photosforyou (CC0 Public Domain)
Die Idee vom Mini-Haus verbindet mehrere Wohnideen: Der ökologische Fußabdruck ist klein, denn der Wohnraum ist gering. Dafür setzen viele Tiny-Haus-Freunde auf reichlich Grünfläche rund ums Mini-Eigenheim. - Foto: pixabay.com © photosforyou (CC0 Public Domain)


Kündigen die neuen Wohnformen die Immobilienblase an?

Möglich, aber wahrscheinlich? Ob die neuen Wohnformen zur Miete oder als Kaufoption eine Antwort auf die überteuerten Immobilienpreise sind oder das Platzen der Immobilienblase bereits einläuten, ist unklar.

In regelmäßigen Abständen wird darüber gemutmaßt, ob sich in Deutschland im Jahr 2021 eine Immobilienblase entwickelt. Das könnte auf die Entwicklungen in der Vergangenheit zurückgeführt werden, also auf steigende Preise für Immobilie, auf eine große Nachfrage nach Immobilien oder auf günstige Zinsen. Auch die Corona-Pandemie könnte dafür sorgen, dass Käufer bereit sind, einen überteuerten Preis für eine Immobilie zu bezahlen. Ein hohler Raum, also eine Blase, umgibt dann Haus und Grund, was bedeuten soll, dass die Ausgaben rund um die Immobilie den Wert übersteigen. Auf ihrem Höhepunkt könnte die Blase zerplatzen – wie eine Seifenblase. Und die Preise könnten fallen. Besinnen sich dann die Suchenden wieder zurück auf großflächigen Wohnraum nach der Devise „Think Big“, dann waren Container-, Cube- und Mini-Haus-Wohnlösungen wohl wirklich der Vorbote der Immobilienblase. Haben sich die neuen Wohnoptionen bereits etabliert, wird sich der Immobilienmarkt wohl grundsätzlich ändern.

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