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Warum ist eine Betriebsmittelprüfung in einem Mehrfamilienhaus wichtig?

31.01.2018 Haustechnik umfasst alle Vorrichtungen und Maßnahmen, die in einem Haus der Ver- und Entsorgung dienen. Synonym sprechen viele auch von Gebäude- oder Versorgungstechnik. Es handelt sich dabei um den Teil der Technik im Haus, die über das spätere Wohlbefinden der Bewohner mitentscheidet.
Eine gut und regelmäßig gewartete Heizungsanlage hilft Energie zu sparen und ist gleichzeitig sicherer. Die Gefahr, dass die Anlage Brandursache sein könnte, sinkt damit erheblich. - Foto: Pixabay © RoAll (CCO public domain)


Teilgebiete der Haustechnik sind die Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung, aber auch Heizungs- und Klimaanlagen oder Lüftungssysteme zählen dazu. Auch Alarmanlagen, Antennen, Aufzüge sind Teile der Haustechnik. Diese Einrichtungen unterliegen teilweise strengen Sicherheitsbestimmungen und sind regelmäßig durch einen Fachmann zu überprüfen, wie beispielsweise die Ölheizung, der Aufzug oder auch die Brandschutzeinrichtungen.

Warum ist eine Wartung der Ölheizung notwendig?


Ein schlecht eingestellter Heizkessel, in dem sich Rußpartikel absetzen, erhöht den Brennstoffverbrauch, die Geräuschentwicklung wird größer. Blockierte Ölleitungen oder ein verstopfter Filter führen zu schlechteren Abgaswerten. Schlimmstenfalls kann ein Brand im Heizungsraum entstehen. Dazu gibt es allerdings auch gesetzliche Regelungen. Laut Energie-Einsparverordnung (EnEV) sind Betreiber von Heizungs-, Warmwasser-, Kühl- und Raumlufttechnik dazu verpflichtet, die Anlagen und Einrichtungen sachgerecht zu bedienen und fachkundig warten zu lassen. Details zur EnEV hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit auf seiner Seite veröffentlicht. Das gilt insbesondere für die Komponenten, die den Wirkungsgrad dieser Anlagen beeinflussen. Dabei ist vorgeschrieben, dass ein Fachmann, der die notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse für diese Arbeit besitzt, die Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten vornimmt. Ist beispielsweise die Heizungsanlage ordnungsgemäß gewartet, bekommt sie eine Prüfplakette, wie diese von labelident, aus der klar hervorgeht, wann die letzte Wartung stattgefunden hat. Per Gesetz ist eine jährliche Wartung vorgeschrieben. Wer sich nicht an diese Regeln hält, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Brandschutz im Mehrfamilienhaus


Damit es gar nicht erst zu einem Brand kommen kann, sind verschiedene Maßnahmen, insbesondere in Mehrfamilienhäusern vorgeschrieben. Das betrifft zum einen die Gebäudekonstruktion mit entsprechenden Notausgängen, aber auch die verwendeten Materialien für Decken und Wände oder Brandschutztüren im Keller oder am Heizungsraum.

Auch abwehrender Brandschutz gehört hier dazu. Brennt es bereits, müssen die Bewohner bestmöglich geschützt sein. Dazu gehören Möglichkeiten der Brandbekämpfung oder freie Fluchtwege. Mittel für abwehrenden Brandschutz sind Feuerlöscher, die bereit stehen sollten. Genauso wichtig sind Brandschutzmasken. Denn das Hauptrisiko bei einem Brand geht nicht vom Feuer selbst aus, sondern vom dabei entstehenden Rauch. Eine Rauchvergiftung führt sehr schnell zu Bewusstlosigkeit und Tod.

Damit es gar nicht erst so weit kommt


Um ein solches Szenario zu vermeiden, ist ein funktionierendes Brandmeldesystem, mit Löschsystem und im Idealfall mit Rauchabzug notwendig. Gerade in Mehrfamilienhäusern hat ein Höchstmaß an Brandschutz schon viele Leben gerettet.

Maßnahmen zur Reduzierung der Brandentstehung im Mehrfamilienhaus:


Die Gebäudekonstruktion
  • Notausgänge müssen für alle Bewohner schnell und einfach erreichbar sein.
  • Die Türen dürfen von innen weder verschlossen noch behindert sein.
  • Darüber hinaus sollte an jeder Wohnung ein Schild angebracht sein, in welcher Richtung der ideale Fluchtweg liegt. Wer in Panik gerät, denkt nicht mehr klar und läuft vielleicht in die falsche Richtung.
  • Das Material von Decken und Wänden muss stabil sein, damit es im Brandfall keine zusätzliche Gefahr darstellt.
  • In größeren Mehrfamilienhäusern sollten Brandabschnitte eingerichtet sein, die für größere Sicherheit sorgen, weil ein Brand sich damit besser eingrenzen lässt.

Der Feuerlöscher sollte nicht nur gut erreichbar angebracht, sondern auch immer mit einer aktuellen Prüfplakette ausgestattet sein. Nach Gebrauch ist er umgehend aufzufüllen und zu überprüfen. - Foto: Pixabay © webandi (CCO public domain)


Maßnahmen des abwehrenden Brandschutzes: Feuerlöscher


Sie müssen im Ernstfall einwandfrei funktionieren. Ein defekter Feuerlöscher kann hohe Sachschäden nach sich ziehen und Menschenleben kosten. Die Überprüfung und Wartung der Feuerlöscher ist daher essenziell wichtig. Bei der Überprüfung achten die Fachleute sowohl auf brandschutztechnische als auch auf sicherheitstechnische Funktionsfähigkeit. Welche Maßnahmen zum abwehrenden Brandschutz gehören, hat die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg in verschiedenen Broschüren zusammengefasst.

Bei einem Feuerlöscher ist sehr wichtig, dass die Plombe unversehrt ist. Eine kaputte Plombe kann vieles bedeuten:
  • Kinder oder Jugendliche haben damit gespielt.
  • Der Feuerlöscher wurde benutzt.

Das Risiko ist hoch, dass eine kaputte Plombe auch bedeutet, dass sich kein Löschmittel mehr im Feuerlöscher befindet. Wer so etwas feststellt, sollte unmittelbar Sorge dafür tragen, dass ein Fachmann den Feuerlöscher überprüft und eventuell auffüllt. Die Überprüfung quittiert das Unternehmen mit der Verplombung und einer entsprechenden Prüfplakette.

Aufzüge in Mehrfamilienhäusern bieten den Bewohnern einen gewissen Komfort. Dabei dürfen allerdings Sicherheitsaspekte nicht außer Acht bleiben. - Foto: Pixabay © paolobros (CCO public domain)


Aufzüge sind ein sicheres Verkehrsmittel


In Mehrfamilienhäusern gibt es häufig auch Aufzüge. Dass diese sicher sind, dafür hat der Gesetzgeber gesorgt, beispielsweise durch Verordnungen zur regelmäßigen Überprüfung von Aufzügen durch eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS). ZÜS sind beispielsweise TÜV, GTÜ oder Dekra. Da sich nicht alle Betreiber einer Aufzugsanlage an diese Bestimmungen halten, gibt es auch viele Aufzüge, die nicht regelmäßig geprüft sind. Der Verband der technischen Überwachungsvereine geht davon aus, dass circa 20 Prozent der Aufzüge ungeprüft sind. Daher sind heute Prüfplaketten vorgeschrieben, die genau Auskunft darüber geben, ob ein Fachmann regelmäßig die Anlage wartet. Hier muss explizit die Prüfplakette der ZÜS angebracht sein, aus der hervorgeht, wann die nächste Aufzugsprüfung stattfinden muss. Diese Vorschrift ist neu. Damit ist der Gesetzgeber nun endlich der schon lange in der Branch geforderten Kennzeichnungspflicht nachgekommen.

Für die Sicherheit können auch die Bewohner selbst etwas tun


Jeder Hausbewohner sollte wissen, wo im Haus sich die Absperrhähne für Gas und Wasser befinden, um diese im Notfall betätigen zu können. Hat ein Haus zentrale Gas- und Wasserversorgung, befindet sich diese meist im Keller oder im unteren Geschoss. Die Absperrventile sollten sie regelmäßig auf Beweglichkeit überprüfen. Ist es notwendig, den Strom abzuschalten, lässt sich meist nur der Unterverteiler in der Wohnung abschalten. Die Hauptsicherung im Hausanschlusskasten (HAK) ist in der Regel verplombt. Ihn kann nur das Energieversorgungsunternehmen öffnen.
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