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Wärmedämmung beim Hausbau – so können Sie später effektiv Heizkosten sparen

20.06.2019 | Wer sich den Traum eines Eigenheimes erfüllt, hat meist hohe Ansprüche an die Qualität desselben. Möglicherweise wohnte man zuvor lange Zeit in beengten Verhältnissen, jetzt ist es endlich möglich, ein Haus ganz nach eigenem Geschmack zu konzipieren. Gemütlichkeit und eine großzügige Raumgestaltung stehen oft im Vordergrund. Ganz neue Gefilde für ehemalige Mieter stellt die Wärmedämmung dar. Bisher mussten sie sich darüber keine Gedanken machen: Die Heizkostenabrechnung vom Vermieter weist jeweils den monatlichen Anteil auf, von dem Hintergrund haben die meisten Menschen nur wenig Ahnung.

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Richtige Wärmedämmung kann langfristig eine immense Kostenersparnis bewirken. - Pixabay.com © MonikaP CCO Public Domain


Hausdämmung – ein wichtiges Thema für Eigentümer


Ein Hausbau erfordert naturgemäß eine relativ hohe Summe an Kapital. Es wird daher häufig versucht, an allen Ecken und Ende zu sparen, um diese in überschaubaren Grenzen zu halten. Falsch ist es, bei der Wärmedämmung Abstriche zu machen.

In diesem Fall geht der Schuss nach hinten los, denn ist diese unzureichend, erwarten Hauseigentümer deutlich höhere Heizkosten. Und eventuell auch für eine kühlende Klimaanlage, denn nach dem Jahrhundertsommer 2018 sieht es so aus, als müssten wir auch in Zukunft mit vielen heißen Sommertagen rechnen.

Ganz klar ist, durch nicht gedämmte Wände und Dächer verliert man ungefähr 20 Prozent der Heizenergie, manchmal auch mehr. Ist die Kellerdecke nicht gedämmt, erhöht sich der Wert auf etwa 25 Prozent.

Dämm-Möglichkeiten an einem Haus


  • Dach – wird der Dachboden nicht als Wohnraum genutzt, empfiehlt sich die Dämmung der obersten Geschossdecke; ansonsten sollten die Dachschräge sowie – falls vorhanden – die Spitzbodendecke isoliert werden.
  • Außenwände – sie besitzen in Sachen Dämmung große Wichtigkeit, ganz ohne steht ein sechs Mal höherer Energieverlust bevor.
  • Innenwände – bei der Isolierung der Innenwände können 10 bis 15 Prozent an Heizenergie eingespart werden.
  • Kellerdecke – die Dämmung der Kellerdecke hilft gleichfalls Heizkosten zu sparen, zudem hat man seltener kalte Füße zu Hause.
  • Fenster und Türen – hier lassen sich mit einer guten Isolierung die Heizkosten um rund 30 Prozent verringern.


Dämmstoffe für Dächer, Wände und Zwischendecken


Prinzipiell eignen sich sämtliche auf dem Markt befindlichen Dämmstoffe für Dächer, Außen- und Innenwände sowie Zwischendecken. Bei der Auswahl sollten Sie zudem beachten, dass diese auch speziellen Brand- oder Schallschutzanforderungen entsprechen. Folgende Dämmstoffe kommen in der Regel zum Einsatz (eingeteilt in vier Kategorien):

1. Synthetisch:
EPS (Polystyrol-Hartschaum)
XPS (extrudierter Polystyrol-Hartschaum
PUR (Polyurethan)
Vakuum

2. Mineralischen Stoffe:
Schaumglas
Glaswolle
Steinwolle
Perlite
Calciumsilikat

3. Nachwachsenden Rohstoffen:
Zellulose
Flachs
Holzfaser
Kork
Hanf

4. Tierischer Stoff:
Schafwolle

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Fenster mit Einfachverglasung sollten trotzt Retro-Optik bei Neubauten generell vermieden werden. - Pixabay.com © StockSnap CCO Public Domain


Wärmedämmung – Türen und Fenster nicht vergessen


Gerade im Bereich der Fenster und Türen können Hausbesitzer viel Geld für Heizkosten einsparen. Erstaunlicherweise sind noch immer in Deutschland etwa 340 Millionen von 560 Millionen Fenstern nur einfach verglast dadurch ist der Energieverlust ist unglaublich hoch. Zukünftige Eigenheimbesitzer sollten sich also vor ihrer Entscheidung, über die verschieden Arten genauestens informieren. Angeraten wird mindestens eine Doppelverglasung, in dreifacher Ausführung steht man auf der sicheren Seite. Vom Gesetzgeber wurde der sogenannte U-Wert (er steht für den Wärmedurchgangskoeffizient) für Wärmeschutzverglasung auf bis zu 1,3 bestimmt. Wichtig zu wissen: Je niedriger dieser ist, desto weniger Energieverlust besteht.

Gesetze und Vorschriften in Deutschland


Generell ist der zuständige Bauherr in der Pflicht, die neuen Gebäude als Energiesparhäuser zu konzipieren und selbstverständlich auch so zu erbauen. Geregelt sind die Anforderungen in Deutschland durch das EEWärmeG (Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz) sowie die EnEV (Energieeinsparverordnung). Sinn und Zweck dieser Gesetze ist es, einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen – zurzeit entfallen ein Drittel der Treibhausemissionen und 35 Prozent des Endenergieverbrauches auf Gebäude. Diese Werte wurden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bekanntgegeben. In der EnEV ist die Höhe des Primärenergiebedarfes eines Neubaues festgestellt. Dieser wird aus den verbrauchten Kilowattstunden an Heizenergie sowie dem dafür verbrauchten Energieaufwand berechnet. Zur Zeit (Stand Juni 2019) gilt die Fassung aus dem Jahr 2016, jedoch wird diese stets aktualisiert.

Neues Gebäudeenergiegesetz kommt im Jahr 2019 auf uns zu


Laufen heute noch das EnEG (Energieeinsparungsgesetz), die EnEV und das EEWärme G parallel beim Bund zusammen, fordert die EU-Gebäuderichtlinie (2010) für Neubauten ab dem Jahr 2019 den Niedrigst-Energie-Standard. Es gibt bereits einen neuen Entwurf für das GEG (GebäudeEnergieGesetz) mit Stand 28. Mai 2019. Dieses soll Wärme und Energieeffizienz in Zukunft ganzheitlich und integriert behandeln. CDU/CSU und SPD haben sich im Koalitionsvertrag 2018 für eine Entbürokratisierung und Vereinfachung des Ordnungsrechtes klar ausgesprochen. Wann das neue Gebäudeenergiegesetz in Kraft treten wird und welche konkreten Änderungen es beinhaltet, steht noch nicht fest (Stand Juni 2019).

Möglichkeiten zur Stromeinsparung


Zur Klimatisierung eines Hauses gehört oftmals auch eine Stromquelle, beispielsweise für die zentrale Ölversorgung. Davon ausgeschlossen sind unter anderem Holzkamine und –öfen. Durch eine gute Hausdämmung lässt sich viel Geld einsparen, zudem können die monatlichen Kosten für Strom in vielen kleinen Bereichen verringert werden:

  1. Die Anschaffung von energieeffizienten Haushaltsgeräten ist vorteilhaft.
  2. Bei der Essenszubereitung kann man auf das Vorheizen des Backofens verzichten. Durch die Nutzung von Kochdeckeln wird im Endeffekt weniger Hitze benötigt, Restwärme von Kochplatten lässt sich außerdem verwenden.
  3. Ein Laptop benötigt weniger Strom als ein Computer.
  4. Die Standby-Funktion kostet gleichfalls Strom: elektrische Geräte deshalb ganz ausschalten.
  5. Energiespar- und LED-Lampen nutzen.
  6. Besser das Öko-Programm einer Waschmaschine einschalten oder Kühlschrank, Waschmaschine sowie Geschirrspüler auf niedrigen Temperaturen laufen lassen.


In Bezug auf die stetig steigenden Stromkosten (der Kilowattpreis ist in den letzten 15 Jahren um 81 Prozent angestiegen) ist neben der Hausdämmung die Elektrizität ein wichtiger Faktor, um hohe Kosten zu vermeiden.
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