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Umweltfreundlich heizen – aber wie?

15.06.2020 | Eine neue Heizung verspricht vieles: Umweltfreundliches Heizen, geringe Unterhaltskosten und ein gutes, grünes Gewissen. Wenn da nicht das Problem mit den Neuanschaffungskosten wären. Zum Glück gibt es ein neues Konzept hierfür – Wärmecontracting.

Foto: pixabay.com
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Der Klimaschutz wird nicht zuletzt durch den Druck der Straße und der immer weiterwachsenden Fridays for Future Bewegung immer wichtiger und mehr und mehr Menschen sind von der Notwendigkeit überzeugt, das Klima und die Umwelt zu schützen.

Umfragen zur Folge sind fast 50 Prozent der Deutschen davon überzeugt, dass die Heizung das Element eines Privathaushalts ist, bei dem die meisten CO2-Emmissionen eingespart werden können. Aber da gibt es ein Problem: Eine neue Heizung zu kaufen kann schnell richtig teuer werden. Beispielsweise kann eine moderne Geothermie-Wärmepumpen Heizung bis zu 25.000 Euro kosten. Bei diesen Investitionskosten muss eigentlich jeder Privatverbraucher erstmal schlucken und sieht sich anschließend deutlich interessierter Angebote von Blockheizkraftwerken an oder überlegt sich kurz vor dem Einbauverbot doch noch in eine konventionelle Öl-Heizung zu investieren. Aber was, wenn man eine Heizung mieten könnte?

Was ist Wärmecontracting?

Auch die Hersteller von Heizungssysteme und Energieversorger sind sich darüber im Klaren, dass die Investitionskosten von modernen, umweltfreundlichen Heizsystemen für viele Menschen buchstäblich unerschwinglich sind. Um sich trotzdem an der Energiewende beteiligen zu können und um ihre Produkte zu kaufen, haben sich Hersteller, Energieversorger und sogar Installationsunternehmer das System des Wärmecontracting überlegt, bei dem sich Verbraucher einfach eine moderne und umweltfreundliche Heizung mieten können.

Das Prinzip ist ganz einfach: Anstatt eine Heizung zu kaufen und diese für die nächsten Jahre zu betreiben, mietet sich ein Kunde beim Anbieter eine moderne Heizung, dieser baut die Heizung ein und erhält hierfür Miete.

Da es nicht ganz einfach ist ein neues Heizsystem ein- und wieder auszubauen, haben Wärmecontracting-Verhältnisse in der Regel sehr lange Laufzeiten, teilweise bis hin zu 20 Jahren. Je nach Vertrag kann der Kunde am Ende der Laufzeit die Heizung übernehmen oder sich eine neue Heizung einbauen lassen.

Was sind die Vorteile von Wärmecontracting?

Beim Wärmecontracting profitieren nicht nur Mieter und Vermieter, sondern auch die Umwelt. Der Vorteil für die Mieter von neuen Heizungen liegt auf der Hand: Anstatt einen großen Investitionsbetrag auf einmal leisten zu müssen, werden die Kosten über einen langen Zeitraum gestreckt. So bleiben die Kosten überschaubar und es muss kein Kredit für die Heizung aufgenommen und der Kredit für den Hausbau noch umfangreicher ausfallen.

Die Vermieter von Heizungen verlieren zwar die Einnahmen, die sie durch den Verkauf und den Einbau von einer Heizung erzielen können, haben aber die Möglichkeit mit ihren Kunden einen langfristigen Vertrag abzuschließen. So haben die Unternehmer ein großes Plus an Planungssicherheit für ihre Firma gewonnen. Außerdem können sie, da sie die Heizung einbauen, die Fördermittel beispielsweise der KfW erhalten und so die Verträge günstiger anbieten.

Außerdem profitiert die Umwelt von diesem System. Denn durch die Möglichkeit, sich eine Heizung mieten zu können, haben Verbraucher plötzlich die Möglichkeit, sich eine moderne und umweltfreundliche Heizung einbauen zu lassen. So können sie ihre CO2-Emmissionen deutlich senken und ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Ohne das Modell würden sich wahrscheinlich deutlich mehr Verbraucher für konventionelle Heizungen entscheiden.

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