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Tipps für Absicherung der Wohnung gegen Brand und Einbruch

10.01.2021 | Wohnungen sollten oft besser gesichert sein, als sie es sind. Oft übernehmen die Mieter eine Wohnung so, wie der Vormieter sie hinterlassen hat. Sie belassen uralte Türschlösser in der Haustüre. Sie übersehen die Risiken, die abschraubbare Schließbleche mit sich bringen. Jeder halbwegs fähige Einbrecher kann sich leicht durch halboffene Fenster, offenstehende Balkontüren oder unzureichend gesicherte Haustüren Zugang verschaffen.

Es ist ein Fehlschluss, dass Einbrecher nur nachts oder in der Dämmerung aktiv werden. Sie sind oft sehr gut über die Mieter und deren Gewohnheiten informiert. Zudem kommen weitere Gefahren durch unzureichenden Brandschutz hinzu. Was nützt eine Hausratversicherung, wenn dem Versicherten Fahrlässigkeit nachgewiesen wird? Gegen Einbruch und Feuer ausreichend geschützt zu sein, ist unverzichtbar.

Quelle: pixabay.com

Ist der Hausrat gut genug versichert?

Vieles, was in einer Wohnung enthalten ist, ist unersetzbar. Anderes kann nachgekauft werden. Die Hausratversicherung übernimmt aber nur die Regulierung von Schäden, die nicht durch Fahrlässigkeit entstanden sind. Außerdem ist der Wert älterer Möbel gemindert. Geschädigte erhalten nur den Zeitwert. Daher sollte jeder seine Versicherungen von Zeit zu Zeit dem aktuellen Wert des Inventars anpassen. So ist man im Schadensfall wenigstens nicht durch hohe Wertverluste doppelt angemeiert.

Noch wichtiger ist aber, sinnvolle Maßnahmen zur Schadensverhütung nachweisen zu können. Sicherheitsschlösser, Türriegel, Bewegungsmelder, Fensterverriegelungen oder Kameras sind mögliche Lösungen. Eine Beratung bei der örtlichen Polizeidienststelle ist möglich. Bei Wohnungsbegehungen kommt oft heraus, dass Wohnungen nur unzureichend vor Einbruchdiebstählen oder Bränden geschützt sind. Oft leisten die Mieter solchen Vorfällen sogar Vorschub.

Offen stehende Fenster oder Balkontüren während der Abwesenheit des Mieters stellen quasi eine Einladung dar. Als Minimum hätten Türen und Fenster geschlossen sein müssen. Hilfreich wäre gewesen, wenn verbesserte Sicherheitsinstallationen vorhanden gewesen wären - zum Beispiel Alarmanlagen oder Bewegungsmelder. Aufmerksame Nachbarn sind kein ausreichender Schutz. Wer es Einbrechern zu leicht macht, verliert deswegen am Ende oft den Versicherungsschutz.

Ein Feuer kann unvorstellbare Schäden anrichten

Ein auf dem Herd vergessener Topf, brennendes Fett in einer Pfanne, ein unsachgemäß verlegtes Elektrokabel - solche Dinge stellen potenzielle Risiken für eine Brandentstehung dar. Jeder kennt Momente der Unachtsamkeit. Eine vergessene Kerze am nadelnden Tannenbaum kann einen Großbrand verursachen.

Es wäre klug, beim Brandschutz nicht auf sein Glück zu setzen. Stattdessen sollte jeder Mieter die Sicherheit aller Hausbewohner im Blick haben. Ein Wohnungsbrand und das Löschwasser, das zu seiner Bekämpfung eingesetzt wird, können Schäden in Millionenhöhe verursachen. Einzelne Wohnungen oder ganze Häuser werden unbewohnbar. Bei der Schadensermittlung suchen die Ermittler nach Anzeichen von Brandstiftung oder Fahrlässigkeit.

Heutzutage ist ein Rauchmelder in allen Wohnungen Pflicht. Ein zusätzlicher CO2- bzw. Kohlenmonoxid-Melder wäre ebenfalls eine sinnvolle Investition. Er könnte vor einer gefährlichen Anreicherung des tödlichen Gases warnen. Außerdem sollten ein Feuerlöscher und eine Löschdecke vorhanden sein. Manche Mieter versuchen bei einem Brand, über eine Strickleiter aus dem ersten Stock entkommen. Jeder Mieter sollte wissen, wie er sich im Fall eines Brandes klug verhält.

Fahrstühle in einem Hochhaus sollten im Brandfall auf keinen Fall benutzt werden. Sie können durch Ausfall der Elektrik zur tödlichen Falle werden. Ein Treppenhaus bei Vollbrand zu betreten, ist nicht immer ratsam. Die giftigen Rauchgase sollten nicht unterschätzt werden. Vor allem sollte jeder die Ruhe bewahren, bis professionelle Hilfe eintrifft. Kurzschlussreaktionen sind nur selten hilfreich.

Vorbeugende Maßnahmen sind wichtig

Jeder Mieter hat es selbst in der Hand, sich zu schützen. Vorbeugende Maßnahmen gegen Brandschäden oder Einbruchdiebstähle sind kluge Investitionen. Spätestens im Schadensfall zahlen sie sich aus. Ein kleiner Küchenbrand kann mit den richtigen Mitteln und Maßnahmen selbst eingedämmt werden. Ansonsten ist ein Anruf bei der Feuerwehr die sinnvollere Maßnahme. Damit der Brandherd sich nicht ausbreitet, sollten Türen und Fenster geschlossen bleiben.

Zusätzliche Sicherheitsinstallationen, die als Einbauten zu betrachten sind, sollten gegebenenfalls mit dem Vermieter angesprochen werden. Ein neues Türschloss kann durchaus dazu gehören - nämlich dann, wenn der Schlüssel auch an der gemeinsam genutzten Haupttüre und der Kellertüre passen soll. Auch der Einbau eines Spions in die eigene Haustür sollte gegebenenfalls abgesprochen werden. Wenn andere Mieter bereits Türspione haben, darf vermutlich einer ohne Rücksprache eingebaut werden.

Ein guter Schutz vor unbefugtem Betreten eines Mehrfamilienhauses ist eine zentrale Schließanlage mit Gegensprechanlage. Das gilt aber nur, wenn die zentrale Haustüre immer geschlossen wird. Heutzutage verschaffen sich aber auch Post- und Paketboten Zutritt. Es kann daher nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass Unbefugte das Haus betreten. Die Täter suchen sich meist ganz gezielt lohnende Objekte aus. Macht ein Mieter es Einbrechern so schwer wie möglich, hat er das Seinige zur Verhinderung eines Einbruchdiebstahls getan.

Erstaunlich ist: In kaum einem Hochhaus sind Feuerlöscher auf jeder Etage zu finden. Sprinkleranlagen sind noch seltener. Ein zentraler Löschwasseranschluss in einem Mehrfamilienhaus muss aber vorhanden sein. Immerhin haben die meisten Mietwohnungen heute Rauchmelder. Diese müssen jedoch regelmäßig gewartet werden. Auch bei der regelmäßigen Wartung von Gasthermen oder Boilern sollte nicht gespart werden. Wer die größtmögliche Sicherheit herstellt, muss keine Angst haben.

Welche Versicherungen sind relevant?

Neben einer Haftpflicht- und einer Hausratversicherung sollte gegebenenfalls eine Brandschutzversicherung abgeschlossen werden. Fachkundige Beratung und eigene Internet-Recherchen sollten vor dem Abschluss solcher Versicherungen stehen. Von den Erfahrungen anderer kann heute jeder Mieter profitieren. Passiert dann trotzdem etwas Unvorhergesehenes, ist zumindest der Versicherungsschutz garantiert.

Überversichert zu sein, ist letzten Endes genauso kontraproduktiv wie eine Unterversicherung. Manche Versicherungen überschneiden sich inhaltlich. Möglicherweise können dann bessere Versicherungs-Kombinationen gefunden werden. Viele Versicherungspolicen schließen bestimmte Schäden aus. Vor dem Abschluss von Versicherungen sollte abgewogen sein, wo die Prioritäten liegen sollen. Gar nicht versichert zu sein, kann einen Mieter teuer zu stehen kommen.

Wird ein Mieter nämlich als fahrlässiger Verursacher eines Brandes ermittelt, muss er unter Umständen für den kompletten Schaden aufkommen. Das gesamte Mobiliar vieler Mitmieter kann durch Löschwasser und Rauchentwicklungen unbrauchbar geworden sein. Die daraus entstandene Schadenshöhe kann immens sein. Hat der Verursacher eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen, ist zunächst diese in der Pflicht. Sie reguliert den entstandenen Schaden.

Inwieweit der Hausrat aller Geschädigten ausreichend hoch versichert war, ist im Einzelfall zu klären. Bei nachgewiesener Fahrlässigkeit kann die Versicherung den Schadensverursacher zur Kasse bitten. Sie kann die Erstattung aller ausgelegten Kosten per Gerichtsurteil einfordern. Es erweist sich immer wieder: Man kann gar nicht vorsichtig genug sein, wenn es um Absicherungsfragen geht.

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