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So einfach können Sie Ihr Carport selber bauen

25.10.2018 | Sie möchten einen Carport selber bauen? Das ist leichter als viele denken, erfordert aber eine gewissenhafte und strukturierte Herangehensweise sowie eine sorgfältige Planung. Mit etwas handwerklichem Geschick, wichtigen Informationen vom Bauamt und gegebenenfalls der Unterstützung durch einen Fachmann gelingt der do-it-yourself Carportbau. Besonders beliebt sind einfache Holz-Carports mit Flachdach, da Sie auch Heimwerkern recht schnell gelingen und zudem vergleichsweise günstig umsetzbar sind. Tipps und Hinweise dazu erhalten Sie in unserer Bauanleitung in vier Schritten:

Schritt für Schritt zum eigenen Carport

  1. Carport planen und Bauplan zeichnen
  2. Baugenehmigung einholen
  3. Materialien besorgen
  4. Umsetzung/Bau des Carports

1. So planen Sie Ihr Carport

Voraussetzungen: Wer einen Carport selber bauen möchte, sollte mit einer gewissenhaften Planung beginnen. Das erleichtert nicht nur die Umsetzung Ihres Projekts, sondern wird zudem vom Bauamt benötigt, dem Sie einen Bauplan vorlegen müssen für die Genehmigung (siehe Schritt 2). Ob Sie den Bauplan selbst zeichnen oder den Bau professionell planen lassen, hängt zum einen von Ihrem Budget ab, zum anderen von der Größe des geplanten Carports. Ab welcher Größe eine fachmännische Planungszeichnung verpflichtend ist und ob es für Ihren Wohnort Größenvorgaben gibt, erfahren Sie beim zuständigen Bauamt. Zudem sollten Sie vorab klären, ob der Untergrund sich für eine Carport-Aufstellung eignet.

 

Nun geht’s an die eigentliche Planung: Berechnen Sie, wie viel Grundfläche und welche Höhe Sie für die Unterbringung Ihres Wagens benötigen, wie viele Stützen Sie verbauen werden und welche Fußträger sich am besten für den Baugrund eignen. Bedenken Sie bei der Höhe, dass man unter dem Carport den Kofferraum öffnen können sollte. Wichtig ist außerdem, für eine zuverlässige Abdichtung des Daches zu sorgen (inklusive Regenrinne).

Unser Tipp: Besonders stabil wird Ihr selbst gebauter Carport, wenn Sie an den Verbindungsstellen der Holzpfosten und -Träger mit speziellen Fräsarbeiten arbeiten wie beispielsweise einem Kreuzkamm oder einer Schwalbenschwanzverbindung. Fragen Sie dazu am besten direkt im Baumarkt, ob Sie geeignete Maschinen ausleihen können oder ob Sie das Holz dort fräsen lassen können. Hier gilt: Mehr Aufwand und Kosten, dafür aber mehr Stabilität und Langlebigkeit. Für mehr Stabilität empfehlen wir außerdem Kopfbänder aus Holz, die die Konstruktion zusätzlich versteifen.

 

2. Besorgen Sie sich eine Baugenehmigung

Bevor Sie anfangen, Ihren Carport selbst zu bauen, sollten Sie den Bau unbedingt offiziell genehmigen lassen, denn die Einholung einer Baugenehmigung beim Carportbau ist verpflichtend. Ob Sie eine Genehmigung erhalten oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die beispielsweise die Höhe und Breite betreffen oder ob das Carport freisteht oder mit einer Hauswand verbunden ist. Auch der Brandschutz muss gewährleistet sein. Es gibt zwar Ausnahmen, bei denen der Bau eines Carports genehmigungsfrei ist, doch sollten Sie das in jedem Fall bei der zugehörigen Stelle – in der Regel beim Baumt der Stadt, Kommune oder des Landes – klären, um keine Bußgeldstrafen zu riskieren oder das Carport womöglich abreißen zu müssen.

3. Die richtigen Materialien für den Carportbau

Holz: Achten Sie darauf, dass das Holz entweder vorimprägniert ist oder imprägnieren Sie es selbst, damit der gesamte Carport wetterfest ist. Sonst riskieren Sie, dass das Holz schon nach einigen Jahren verrottet und morsch wird, was auch Sicherheitseinbußen zur Folge hat. Neben den Pfosten und Stützpfeilern benötigen Sie weiteres Holz, wenn Sie Ihr Carport mit Seitenwänden versehen möchten.

Fußträger: Wenn Sie Ihren Carport selber bauen, können Sie höhenverstellbare oder einbetonierte Fußträger verwenden. Die einbetonierten Träger sind deutlich stabiler, bedeuten aber beim Einbau etwas mehr Aufwand und Kosten.

Überdachung: Besonders einfach zu verlegen und darüber hinaus noch deutlich günstiger als vergleichbare Materialien sind hochwertige Kunststoffplatten wie zum Beispiel Acrylglas- oder Polycarbonat-Stegplatten. Derartige Stegplatten können Sie einfach selbst oder vom Händler zuschneiden lassen. Die Vorteile solcher Dachplatten – abgesehen vom leichten Verlegen – sind die Robustheit und Wetterbeständigkeit sowie die Transparenz, die Ihre Carportfläche lichtdurchflutet und freundlich erscheinen lässt. Zur Befestigung werden die Stegplatten seitlich in Profile gelegt. Daher sollten Sie sich unbedingt schon bei der Planung des Holz-Carports für eine bestimmte Bedachung entscheiden und die entsprechenden Verlegehinweise des Händlers beachten, damit Sie am Ende keine kostspieligen Umbauten vornehmen müssen.

Regenrinne: Vergessen Sie nicht, eine Regenrinne inklusive Fallrohr aus Metall oder hochwertigem Kunststoff zu besorgen, um starke Regenfälle zuverlässig ableiten zu können. Im Baumarkt finden Sie dazu variable Systeme, die sich meist selbst kürzen und so perfekt anpassen lassen.

4. Jetzt können Sie Ihren Carport selber bauen

Unsere Basis-Werkzeug-Checkliste:

  • Zollstock/Maßband
  • Lot, Wasserwaage und Winkelmesser
  • Hammer
  • Schraubendreher/Akkuschrauber
  • Bohrmaschine und passende Bohrköpfe
  • Sägen
  • evtl. Spaten (für einbetonierte Fußträger)

Abbinden: Dieser Schritt bezeichnet das maßgerechte Bearbeiten des Holzes, also der Pfosten, Pfetten, Balkenlagen und Kopfbänder. Arbeiten Sie exakt und halten Sie sich stets an Ihren Bauplan. So vermeiden Sie Fehler und teure Änderungsmaßnahmen.

Aufrichten: Holen Sie sich für diesen Schritt, der den eigentlich Aufbau bezeichnet, am besten Hilfe von Freunden, damit Sie gemeinsam Pfosten und Pfeiler halten können. Außerdem: Vier (oder mehr) Augen sehen mehr als zwei! Im Team können Sie Hand in Hand arbeiten und sich gegenseitig unterstützen und so Fehler vermeiden.

Ein Carport selber bauen? Wie Sie sehen: kinderleicht!

Mit einer koordinierten Planung ist Ihr Wagen im Nu geschützt vor Regen, Hagel und Schnee.

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