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Safety First – das sind die sichersten Haustüren

23.05.2019 | Jedes Jahr zur Urlaubszeit haben die Einbrecher wieder Hochsaison. Es ist auch leicht für sie, über soziale Netzwerke in Erfahrungen zu bringen, wer gerade verreist ist und wessen Wohnung oder Haus leer steht.

 

Foto: Pixabay.com, © Pexels, CC0 1.0
Foto: Pixabay.com, © Pexels, CC0 1.0


Jedes Jahr zur Urlaubszeit haben die Einbrecher wieder Hochsaison. Es ist auch leicht für sie, über soziale Netzwerke in Erfahrungen zu bringen, wer gerade verreist ist und wessen Wohnung oder Haus leer steht.

2017 kam es zu 116.540 Wohnungseinbruchdiebstählen in Deutschland und die Zahlen sind laut Statistik des BKA 2018 nur wenig gesunken, nämlich auf 97.504 Einbrüche. Nur alles zu verschließen reicht aber nicht, die Fenster und Türen sollten auch besonders einbruchsicher sein. Was versteht man darunter und welche Türen sind die sichersten?

Welche Türen werden am liebsten von Einbrechern genutzt?


Versteckte Balkon- und Terrassentüren werden von Einbrechern lieber genutzt, da sie dort nicht so schnell entdeckt werden. Doch diese Türen hat nicht jeder – eine Haustür dagegen schon. Daher sollte das Augenmerk vor allem auf dem Eingang liegen. Hilfreich ist es, wenn man sich die Gegebenheiten von einem Profi begutachten lässt, der eine Sicherheitsberatung vor Ort vornimmt.

Worauf sollte man bei der Tür besonders achten?


Egal, um welche Tür es sich handelt, sind drei Punkte besonders zu berücksichtigen:

1. Das Material


Bei allen Türen ist darauf zu achten, aus welchem Material sie bestehen sollen oder sogar müssen (beispielsweise sind Balkon- und Terrassentüren natürlich aus Glaskombinationen hergestellt und Keller- oder Garagentüren aus Brandschutzgründen oft aus Stahl oder Metall.) Dazu sind auch Faktoren wie Schall- und Wärmeschutz zu berücksichtigen.

Stahltüren oder Türen aus Verbundglas und Massivholz sind von Natur aus bereits schwerer und stabiler als einfache Holztüren. Und schwere Türen sind auch schwerer zu knacken.

Gute Haustüren gibt es in verschiedenen Varianten. Beliebt sind Kunststoff, Holz und Aluminium, wobei bei letzterem auch allgemein die Sicherheitsstandards recht hoch sind.

Bei Glastüren ist es immer wichtig, dass sie bruchsicher sind. Im Idealfall sind sie auf der Innenseite mit einer transparenten Klebefolie versehen, die das Splittern des Glases verhindert. Diese Folie lässt sich auch gut nachrüsten.

2. Das Schließsystem


Zudem besitzen diese Türen aufgrund ihrer Dicke auch andere und wesentliche sicherere Schließmechanismen, was natürlich einen großen Vorteil darstellt. Dies wäre auch schon der zweite wichtige Aspekt, auf den man achten sollte: Die Art des Schließsystems spielt neben dem Material eine wichtige Rolle.

Ein gutes Schließsystem besitzt stets mehrere sogenannte Schließpunkte in Tür und Türband. Gerade Standard-Kunststofftüren sind meist mit einem sicheren Tresorbolzen und einem Zwillingsriegel ausgestattet.

3. Der Schlüssel


Der nächste Punkt wäre die Art des Schlüssels. Ein wichtiges Sicherheitsmerkmal sind Schlüssel, die ganz spezielle und vor allem mehrere Einkerbungen aufweisen.

Sicherheitsschutz aufrüsten – aber wie?


Wer ein bestehendes Objekt kauft, hat auf die vorhandenen Türen wenig Einfluss und muss sich damit auseinandersetzen, diese aufzurüsten und sicherer zu machen. Bei Neubauten wird bereits darauf geachtet, dass die Türen einbruchsicher sind. Doch wann ist eine Tür einbruchsicher?

Die Diebe sind gut ausgerüstet und flink. Die meisten Türen lassen sich in durchschnittlich 60 Sekunden aufbrechen. Gut sind also alle Sicherungsmaßnahmen, die den Einbrecher länger beschäftigen, damit er die Lust verliert.

Heutzutage findet man bei renommierten Türherstellern vor Ort oder im Internet überall gute Sicherheitstechnik zum Einbruchschutz. Für jedes Objekt gibt es individuelle Schutzmaßnahmen, die passend zur vorhandenen Tür von Profis montiert werden sollten.

Widerstandsnormen und Standards für Türen


Sicherheit ist nicht gleich Sicherheit und viele Türen lassen sich trotz Sicherung aufbrechen. Wichtig ist allerdings, dass die Einbrecher so lange wie möglich mit dem Versuch beschäftigt sind, damit sie aufgeben, weil die Entdeckungsgefahr zu groß wird.

Daher gibt es seit 2011 eine Norm (DIN EN 167), die die Widerstandsfähigkeit von Türen definiert und wie lange der Einbrecher braucht, um die Tür zu öffnen. Dabei wird zwischen den Klassen RC 1N bis RC 6 unterschieden. Dabei wird es ab RC 3 für Einbrecher schon uninteressant, weil sie länger als 3 Minuten an der Tür beschäftigt sind. Wer sich neue Schließsysteme kaufen möchte, sollte sich also auf jeden Fall daran orientieren.

Schlösser zur Nachrüstung


Tür ist nicht gleich Tür. Daher sind die auf dem Markt befindlichen Sicherungsmöglichkeiten nicht für alle Türen gleichermaßen geeignet. Beispielsweise kommen für die Nachrüstung Vertikalstangen-, Querriegel- und Kastenzusatzschlösser infrage.

Aber nicht alle taugen etwas. Bei der Stiftung Warentest stellte sich beispielsweise heraus, dass Kastenzusatzschlösser, die denen ein zusätzlicher Riegel zum Einsatz kommt, am wenigsten geeignet sind. Stangenschlösser sind bereits effektiver, weil sie die Tür vertikal von oben nach unten verriegeln, aber hier konnten nicht alle Modelle im Belastungstest bestehen. Am besten abgeschnitten haben Querriegelschlösser, die beiden Türenseiten sichern. Noch besser funktionieren diese in Verbindung mit einem zusätzlichen Sperrbügel.

Für jede Tür die geeignete Maßnahme finden


Die Tür muss unbedingt genau auf das zusätzliche Schloss abgestimmt sein, sonst ist der Schutz unwirksam. Beispielsweise braucht man für zweiflüglige Altbautüren Stangenschlösser mit Bandsicherungen, während normale Türen mit dem Querriegelschloss geeignet geschützt sind. Wer eine einfach Röhrenspantür besitzt, muss diese unbedingt mit Holzplatten oder sogar Metallplatten verstärken.

Dazu kommt, dass sich nicht jedes neue Schloss auch auf die Tür oder die Türkonstruktion montieren lässt. Ohnehin sollte die Montage von einem Profi übernommen werden, denn wer die Schlösser falsch anbringt, hat ebenfalls keinen Schutzeffekt.

Möglichkeiten und Beispiele


Wer beim Türschloss auf Nummer sicher gehen will, kann durch Schließzylinder mit Sicherungskarte statt Schlüssel verhindern, dass Nachschlüssel angefertigt werden können.

Das beliebte und effektive Querriegelschloss braucht keine zusätzliche Aufrüstung. Es muss aber sichergestellt sein, dass der Schließkasten gut verankert und der Zylinder mit einer Abdeckung geschützt ist. Es sollte vom Profi ungefähr 30 cm unterhalb des Hauptschlosses angebracht werden.

Wer zum Kastenschloss greift, kann dieses auf der Innenseite der Tür montieren und in der Wand verankern, sollte aber zusätzlich einen Sperrbügel anbringen.

Foto: Pixabay.com, © S_Salow, CC0 1.0
Foto: Pixabay.com, © S_Salow, CC0 1.0


Türrahmen und Türblatt müssen unbedingt verstärkt werden. Für Türrahmen gibt es spezielle Schließbleche, die man in der Wand verankern kann. Auch die Scharnierseite der Tür lässt sich durch eine Bändersicherung, die mit der Wand verbunden wird, verstärken. Türblätter werden mindestens verstärkt, noch besser aber ausgetauscht. Denn eine Vollholztür ist wesentlich stabiler und sicherer. Sie sollte mindestens 4 cm dick sein.

Praxistipp:


Da verschiedene Faktoren und auch der Brandschutz sowie bestimmte Vorgaben der Versicherung erfüllt sein müssen, empfehlen sich die Beratung und Montage vom Fachmann. Damit ist auch ein eventueller späteren Schadensersatz durch die Hausratversicherung sicherzustellen.
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