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Richtig erben und vererben

21.11.2019 | Viele Hausbesitzer fragen sich, ob sie ihr Haus vererben oder verschenken sollen. Für die meisten Hausbesitzer stellt eine Immobilie eine Altersvorsorge dar. Nach dem Tod wird eine Immobilie meist an die Kinder oder Enkelkinder vererbt, die damit wieder eine Sicherheit erhalten. Gerade auf dem Gebiet Erbschaft wird so viel gestritten wie in keinem anderen Bereich. Der Grund kann unter anderem im unklaren Testament liegen.

Foto: pixabay.com
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Wie richtig vererben?


Wer eine Immobilie besitzt, der sollte rechtzeitig festlegen, wer das Haus einmal erbt. Mit einem Testament stellen Sie sicher, dass nach Ihrem Tod alles wunschgemäß abläuft. Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen letzten Willen aufzusetzen. Entscheiden Sie sich für ein handschriftliches Testament, so muss das mit Ihrer Unterschrift, Datum und Uhrzeit erstellt werden. Möchten Sie Ihr Testament notariell machen, so machen Sie Ihren letzten Willen bei einem Notar fest. Der beurkundete Notar legt das Testament dann beim Nachlassgericht nieder. Der Erblasser erhält dabei einen Hinterlegungsschein. Der Erblasser erhält dann das Dokument nach Vorlage dieses Scheines. Die Kosten für ein Testament unterliegen den aufgeführten Vermögenswerten.

Oft ist unter den Vermögenswerten kostbares Porzellan zu vererben. Handelt es sich um Meißner Porzellan, sollten die Erben aber auf die Markenrechte des Meißners Porzellan achten. Der Wert von Porzellan kann dann pauschal angegeben werden.

Sie können anstatt einem Testament aber auch einen Erbvertrag aufsetzen. Ein Erbvertrag wird nicht nur vom Erblasser allein aufgesetzt, wie beispielsweise bei einem Testament, sondern mit den Erben zusammen. So können Änderungen am Vertrag nur fixiert werden, wenn alle Parteien zustimmen.

Mit einem Erbvertrag wird oft ein lebenslanges Wohnrecht des überlebenden Partners festgesetzt. Es können aber auch Bestimmungen über eine Pflege vereinbart werden.

Wen kann ein Hausbesitzer als Erbe einsetzen?


Wenn Sie ein Haus haben, das Sie vererben wollen, so können Sie jede Person einsetzen. Allerdings wird die gesetzliche Erbfolge damit nicht ausgeschlossen. Wer nach der gesetzlichen Rangfolge Erbe ist, der kann sein Pflichtteil verlangen. Die Höhe richtet sich nach der Erbquote. Die Höhe des Pflichtteils richtet sich nach der Hälfte des Anteils, den er bei einer normalen Erbfolge erhalten würde.

Wie sieht die gesetzliche Erbfolge aus?


Gibt es kein Testament, so tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Berücksichtigt werden dabei zunächst die Ehegatten oder auch eine eingetragene Lebensgemeinschaft als auch Kinder. Die weitere Rangfolge bezieht sich auf den Verwandtschaftsgrad. Man muss Erben der ersten, zweiten und dritten Ordnung unterscheiden. So sind Erben erster Ordnung Kinder und Enkelkinder des Erblassers. Erben zweiter Ordnung sind die Eltern des Erblassers und Geschwister. Erben der dritten Ordnung können die Großeltern sein, Onkel, Tanten oder Cousins. Zu berücksichtigen ist bei Verwandten erster Ordnung, dass die Erben nachfolgender Ordnung ausgeschlossen werden.

Welchen Anteil erbt der Ehegatte?


Die Erbquote ist abhängig vom Güterstand, wenn der Erblasser verheiratet ist. Wurden keine anderen Regelungen getroffen, so tritt der gesetzliche Güterstand als Zugewinngemeinschaft ein.

Der Nachlass besteht dann aus…

  • dem Vermögen, welches der Erblasser bei der Heirat eingebracht hat
  • dem Vermögen, welches in der Ehe erwirtschaftet wurde
  • Schenkungen und Erbschaften die während dieser Zeit entstanden sind


So kann der Ehepartner bei der gesetzlichen Erbfolge ein Viertel des Nachlassvermögens verlangen, oder aber auch den effektiven Zugewinn. Damit steht dem Ehegatten die Hälfte des in der Ehe erworbenen Vermögens zu. Besteht eine Gütergemeinschaft, wird das erworbene Vermögen beiden Ehepartnern zur Hälfte zugeschrieben. Wenn ein Ehegatte verstirbt, wird der Überlebende ein Viertel des gesetzlichen Erbteiles erhalten.
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