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Rechte und Pflichten – darauf müssen Immobilienbesitzer achten

22.05.2019 | Gerade in den letzten Jahren herrschte ein wahrer Boom in der Immobilienbranche. Dank günstiger Zinsen kauften immer mehr Menschen eigene Häuser. Ob als Wohnsitz, zur Vermietung oder als Altersvorsorge für die Zukunft – die Gründe für einen Immobilienkauf sind vielfältig. Unter jungen Menschen steigt die Kaufbereitschaft immer weiter an, denn es gilt nach wie vor der Grundsatz: Immobilien verlieren ihren Wert nicht. Grund dafür sind neben den günstigen Kaufzinsen steigende Mieten und Wohnraummangel. Umso wichtiger ist es, sich als Besitzer von Wohn- und Gewerbeeigentum mit geltendem Recht auseinanderzusetzen. Welche Rechte und Pflichten haben Immobilienbesitzer? Antwort darauf gibt dieser Artikel.

 

Wer träumt nicht von einem Eigenheim für die Zeit im Ruhestand? Bei der aktuellen Zinslage lohnt es sich, bereits jetzt zu investieren. Doch welche Pflichten gehen damit einher? - Foto: Pixabay.com © Pexels (Pixabay License)
Wer träumt nicht von einem Eigenheim für die Zeit im Ruhestand? Bei der aktuellen Zinslage lohnt es sich, bereits jetzt zu investieren. Doch welche Pflichten gehen damit einher? - Foto: Pixabay.com © Pexels (Pixabay License)


Professionelle Hilfe dank Immobilienverwaltung


Die Verwaltung von Immobilien erfordert sowohl Zeit als auch bestimmte Kenntnisse. Nicht jede Privatperson kann sich angemessen um die Verwaltung von Immobilien kümmern. Dann ist es ratsam, einen professionellen Immobilienverwalter zu beauftragen. Dieser führt, im Namen des Besitzers alle anstehdnen Aufgaben aus und kümmert sich um Haus und Grundstück. Folgende Aufgaben können Hausbesitzer an eine Immobilienverwaltung abgeben:

  • Bei Mietobjekten: Kaufmännische Geschäftsführung und Finanzverwaltung. Das bedeutet, dass die Immobilienverwaltung sich um die Koordination von Mietverträgen kümmert und die Betreuung der Abrechnungen übernimmt. Dazu gehört das Mietinkasso ebenso wie die Erstellung von Nebenkostenabrechnungen und die Anpassung der Miethöhe. Die Buchhaltung fällt ebenfalls in diesen Aufgabenbereich. Wer beispielsweise eine Immobilie als Altersvorsorge erwirbt, kann diese so ohne viel Aufwand vorübergehend oder dauerhaft vermieten.
  • Technische Verwaltung. Die beauftragte Immobilienverwaltung übernimmt in diesem Fall Instandhaltungsarbeiten am Haus und koordiniert Modernisierungsmaßnahmen zur Wertsteigerung des Objekts.
  • Juristische Betreuung. Eine gute Immobilienverwaltung unterstützt den Besitzer bei Behördengängen, überwacht einzuhaltende Fristen und vertritt den Immobilienbesitzer bei Verhandlungen vor Gericht. Bei Mietobjekten fällt hierunter auch die Aufgabe, Ansprüche gegenüber den Mietern geltend zu machen. Doch Achtung: Das Rechtsdienstleistungsgesetz begrenzt die Tätigkeitsfelder einer Verwaltung in diesem Bereich.
  • Auch Service-Dienstleistungen können in den Aufgabenbereich einer Immobilienverwaltung gehören. Gemeint ist damit beispielsweise die Unterstützung bei Umzügen sowie ein möglicher Empfangsservice. Je nach Standard im Haus können weitere Services möglich sein.


Eine Immobilienverwaltung übernimmt de facto alle Aufgaben rund um Instandhaltung, Unterhaltung, Erhaltung und Wertsteigerung eines Objekts. Dazu gehören übrigens nicht nur Gebäude, sondern ebenso unbebaute Grundstücke. Wer als Hausbesitzer die Immobilienverwaltung an einen Profi abgeben möchte, sollte alle gewünschten Services im Vorfeld vertraglich festlegen. Das bietet Sicherheit für beide Seiten.

Brandschäden am Eigenheim sind keine Seltenheit. Um diese schnell und einfach beseitigen zu können, ist eine entsprechende Versicherung nötig. - Foto: Pixabay.com © Kramarz (Pixabay License)
Brandschäden am Eigenheim sind keine Seltenheit. Um diese schnell und einfach beseitigen zu können, ist eine entsprechende Versicherung nötig. - Foto: Pixabay.com © Kramarz (Pixabay License)


Hauptsache, gut versichert


Versicherungen sind für Privatpersonen ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge. Krankenversicherung, Rentenversicherung, Haftpflichtversicherung und Co. gehören zum Grundstock. Für Immobilienbesitzer gibt es darüber hinaus einige sinnvolle und notwendige Versicherungen, um ihr Eigenheim abzusichern.

Die Wohngebäudeversicherung sichert das Eigentum beispielsweise vor Schäden durch Umwelteinflüsse, Brände oder Leitungswasser ab. Der Versicherer übernimmt die Kosten für Reparaturen, Instandsetzungsarbeiten und Sanierungsarbeiten. Diese Versicherung wird von Hauseigentümern stets selbst abgeschlossen. Zusätzlich kann je nach Region der Abschluss einer Elementarversicherung sinnvoll sein. Diese sichert das Eigentum beispielsweise gegen Erdsenkung oder Erdbeben ab. Ob diese Versicherung wirklich ihr Geld wert ist, muss jeder Hausbesitzer selbst entscheiden.

Für alle, die auf ihrem Grundstück bauen oder ihr Haus modernisieren möchten, empfiehlt sich eine zusätzliche Absicherung in Form einer Haftpflichtversicherung für Bauherren. Denn die Verantwortung für alles, was während der Bauphase auf dem eigenen Grundstück passiert, liegt beim Bauherrn. Dazu gehören Schäden an Autos, an Nachbarhäusern oder Personenschäden. Fehlt eine Bauherrenhaftpflichtversicherung, können die Kosten eines Schadenfalls unter Umständen die Existenz des Bauherrn bedrohen oder sogar zerstören.

Anwohner und Mieter schützen


Immer mehr Hausbesitzer vermieten ihre Immobilien. So generieren sie einen kleinen Nebenverdienst und das Eigentum wird stets sinnvoll genutzt. Bevor Immobilienbesitzer sich jedoch für die Vermietung ihrer Immobilie entscheiden, sollten sie sich über ihre Pflichten gegenüber den Mietern im Klaren sein. Folgende Dinge müssen Vermieter beachten:

  1. Gefahrenquellen im Haus: Das Treppenhaus muss stets gut beleuchtet sein, um Unfälle zu vermeiden. Außerdem ist es sinnvoll, vor nassen Böden mit entsprechenden Schildern zu warnen. Die Wartung von Thermen und Öltanks überlassen Vermieter Fachfirmen – so ist die größtmögliche Sicherheit für alle Bewohner gewährleistet.
  2. Gefahrenquellen am Haus: Nach starken Regenfällen oder Stürmen ist das Hausdach auf lose Ziegel zu kontrollieren. Auch Vordächer, Balkonbrüstungen oder Fassaden müssen regelmäßig kontrolliert werden. Herabfallende Gegenstände können für Passanten zur Lebensgefahr werden.
  3. Gefahrenquellen außerhalb des Hauses: Auch das Grundstück rund um das Haus ist regelmäßig auf mögliche Gefahren hin zu kontrollieren. Dazu zählen beispielsweise Bäume, deren Äste marode werden und herabfallen können. Hier gilt als Faustregel: Jeden Baum zwei Mal pro Jahr kontrollieren; einmal mit Laub und einmal ohne Laub. Im Zweifel müssen Bäume beschnitten oder gefällt werden, um Gefahrenquellen aus dem Weg zu räumen. Auch das Befreien der Wege auf dem Grundstück von Schnee und Eis gehören zu den Pflichten des Eigentümers.


Der Erwerb einer Immobilie bringt nicht nur Pflichten mit sich. Hauseigentümer haben auch einige Vorteile gegenüber Mietern. - Foto: Pixabay.com © geralt (Pixabay License)
Der Erwerb einer Immobilie bringt nicht nur Pflichten mit sich. Hauseigentümer haben auch einige Vorteile gegenüber Mietern. - Foto: Pixabay.com © geralt (Pixabay License)


Die schönen Seiten des Eigentums


Der Besitz eines Eigenheims bringt einige Vorteile mit sich. Gegenübern Mietern haben Hausbesitzer beispielsweise den Vorteil, schalten und walten zu können, wie sie möchten. Schönheitsveränderungen am und im Haus sind kein Problem, eine Genehmigung ist nicht vonnöten. Dazu gehört beispielsweise der Austausch von Fliesen oder anderer Bodenbeläge, das Einreißen nichttragender Wände oder der Anbau von Rollläden. Modernisierungen können Hausbesitzer einfacher umsetzen als Mieter.

In ihrer Eigenschaft als Vermieter können Hausbesitzer einige Rechte wahrnehmen. So ist es möglich, verschiedene Aufgaben an die Mieter zu delegieren. Hierzu gehören die regelmäßige Reinigung des Hausflurs sowie das Schneeräumen im Winter. Für letztere Aufgabe müssen Vermieter allerdings die benötigten Utensilien wie Schaufel, Besen oder Streugut bereitstellen. Achtung: Nicht überall ist Salz als Streumittel im Winter erlaubt. Genaue Auskünfte erteilt die jeweilige Gemeinde.

Fazit: Professionelle Immobilienverwaltung beauftragen


Wer ein Haus vermieten will, muss sich über die dazugehörigen Pflichten im Klaren sind. Wer nur Rechte für sich beansprucht und die Pflichten vernachlässigt, wird früher oder später mit Mietern in Konflikt geraten. Für alle, die sich mit der rechtlichen Seite der Vermietung nicht auseinandersetzen wollen oder können, gibt es eine gute Alternativ: Sie schalten eine erfahrene Immobilienverwaltungen ein. Diese gewährleistet, dass die Mietsache professionell und nach den Wünschen des Eigentümers gemanagt wird.
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