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Neuregelung zur Maklercourtage: Wer muss jetzt zahlen?

02.10.2020 | Sowohl bei der Vermietung als auch beim Verkauf von Immobilien wird heutzutage gerne ein Immobilienmakler beauftragt. Dieser kann sich sowohl beim Vermieter bzw. Verkäufer als auch Mieter bzw. Käufer für gute Konditionen einsetzen und den ganzen Prozess mehr oder weniger lenken. Er kann Verträge aufsetzen und zwischen den beiden Parteien vermitteln. So kann er auch Konditionen aushandeln, die für beide Seiten akzeptabel sind und sich dafür einsetzen, dass vereinbarte Abkommen auch eingehalten werden.

Foto: pixabay.com
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Dabei stellen sich aber oftmals auch einige Fragen, die den Makler und seine Arbeit direkt betreffen. Wer zahlt den Makler, wer sollte ihn beauftragen und wie hoch ist sein Provisionsanspruch? Dies und weitere häufig gestellte Fragen sollen nachfolgend übersichtlich erläutert werden.

Wann kann ein Immobilienmakler eine Provision verlangen?

Im Paragraphen §652 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) sind fünf verschiedene Voraussetzungen aufgeführt, damit ein Makler eine Provision verlangen darf. Diese wird in diesem Kontext auch als Courtage bezeichnet. Die fünf Voraussetzungen müssen alle erfüllt werden, damit ein Makler Anrecht auf eine Courtage hat.

  1. Man hat einen wirksamen Maklervertrag abgeschlossen.
  2. Der Makler selbst muss eine Maklertätigkeit erbracht haben. Damit ist ein Nachweis und/oder eine Vermittlung gemeint.
  3. Man hat einen Miet- oder Kaufvertrag abgeschlossen.
  4. Ohne die Maklertätigkeit wäre der Vertragsabschluss nicht zustande gekommen.
  5. Der Vertrag ist aufgrund eines Mangels im Nachhinein nicht unwirksam.


Wer bezahlt den Makler bei Mietverträgen?

Zum 1. Juni 2015 führte die Bundesregierung das Bestellerprinzip ein. Dieses besagt, dass diejenige Partei, die einen Immobilienmakler bestellt und beauftragt, auch die Courtage zahlt. In der Regel sind dies die Vermieter. Das Prinzip hat für Mieter den klaren Vorteil, dass sie dadurch um zusätzliche Gebühren erleichtert werden.

Allerdings gibt es ungefähr seit Einführung des Bestellerprinzips auch einen starken Trend, dass immer weniger Mietwohnungen angeboten werden. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Mietwohnungen umgehen viele Vermieter daher gerne die Beauftragung eines Maklers. Schließlich ist es leichter, einfach einen Nachmieter empfohlen zu bekommen, als die Immobilie auf dem freien Markt über einen Makler anzubieten. Davon ist jedoch abzuraten, schließlich bringt ein Makler in jedem Fall eher finanzielle Vorteile, sowohl für Vermieter als auch Mieter.

Wer bezahlt den Makler bei Kaufverträgen?

Ab dem 23. Dezember 2020 tritt eine Neuregelung bezüglich des Gesetzes über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser in Kraft. Grund dafür ist, dass in vielen Bundesländern bisher noch gilt, dass in ausnahmslos allen Fällen die Käufer für die Courtage aufkommen müssen.

Die Neuregelung besagt, dass sich Verkäufer und Käufer die Maklerprovision stattdessen teilen sollen. Dafür gibt es konkrete Regelungen im Gesetz, wie genau die Zahlung der Courtage zwischen den beiden Parteien aufgeteilt werden soll. Hierfür gibt es drei verschiedene Varianten:

  1. Der Makler vereinbart vor Vertragsabschluss eine Doppelprovision, die sowohl Verkäufer als auch Käufer zu gleichen Teilen übernehmen.
  2. Eine der beiden Parteien verpflichtet sich im Vorfeld auf die volle Übernahme der Courtage. Im Nachhinein kann die andere Partei sich einen Teil der Courtage von der anderen Partei zurückholen.
  3. Lediglich eine der beiden Parteien übernimmt die volle Maklercourtage. Dies kann in Form einer reinen Innen- oder einer reinen Außenprovision erfolgen.


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