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Neue Möbel in der Vorweihnachtszeit – sinnvoll oder nicht?

03.12.2019 | Seit Anfang November kam man nur schwer daran vorbei: Das Shoppingfieber wurde von Black-, Blue-, Yellow-, Cyber- oder Anderen-Days-und-Weeks angefacht und dürfte soeben das Zenit erreicht oder die Startphase zum Weihnachtsshopping eingeläutet haben. Doch während zu dieser Jahreszeit oftmals über Elektronikartikel, Haushaltselektronik, Unterhaltungsmedien oder auch Kleidung gesprochen wird, stellt sich eine ganze besondere Frage: Was ist eigentlich mit Möbeln? Sollen die jetzt angeschafft werden oder gibt es für diesbezügliche Einkäufe eine bessere Jahreszeit? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Noch vor Weihnachten eine neue Einrichtung kaufen? Es gibt durchaus Argumente dafür, aber auch dagegen. - Foto: @ Ionut Vlad / Unsplash.com
Noch vor Weihnachten eine neue Einrichtung kaufen? Es gibt durchaus Argumente dafür, aber auch dagegen. - Foto: @ Ionut Vlad / Unsplash.com


Wie sieht das Weihnachtsgeschäft rund um Möbel aus?


Zugegebenermaßen führt selbst Statista die Möbelhändler nicht in ihren Statistiken zum Weihnachtsgeschäft auf. Das ist verständlich, denn der Anteil an Weihnachtsgeschenken, die tatsächlich aus Möbelstücken bestehen, dürfte recht gering sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass Möbelhäuser nicht auch kräftige Rabatte geben:

  • Jahresinventur - im Januar steht die große Inventur an und viele Händler verfahren nach einem sehr simplen und verständlichen Motto: Je weniger im vorhanden ist, desto weniger muss gezählt werden. Da Möbel ebenfalls Kollektionen unterworfen sind, werden nun gerade ältere Kollektionen günstiger abgegeben.

  • Angebote - sie gibt es immer wieder. Mitunter lassen sich aktuell gar Garten- und Terrassenmöbel erwerben. Aber auch Küchen, Wohnzimmereinrichtungen und Schlafzimmer werden durchaus günstiger verkauft.


Grundsätzlich unterscheidet sich das Geschäft rund um Möbel von anderen Bereichen. Gerade größere Möbelstücke werden nicht ungeplant gekauft, sondern in der Regeln dann, wenn sie benötigt werden. Auch unterliegen Möbel einer längeren Halbwertszeit als beispielsweise Kleidung. Das kann jeder nachvollziehen, denn die Couch oder das Bett wird seltener getauscht, als die Kleidungsstücke im Schrank.

Was ist beim Kauf zu beachten?


Die meisten Verbraucher, die sich auf die Möbelsuche begeben, wissen schon, was sie benötigen. Spontankäufe sind ab einer gewissen Möbelgröße unwahrscheinlich, und gerade das ist für Käufer wichtig. Denn wer weiß, was er braucht, der kann sich wahlweise vorbereiten oder gegenprüfen:

  1. Sonderangebote immer genau checken
    Leider handelt es sich bei Sonderangeboten nicht immer um echte Schnäppchen. Ein guter Weg, diese zu prüfen, ist ein Blick in den Katalog des Händlers. In diesem stehen nämlich immer die üblichen Preise. Da einige Händler gerne fiktive Rabattschilder mit dem Normalpreis als angeblichen Rabattpreis nutzen, erkennen findige Kunden den Fake direkt. Alternativ helfen Preissuchmaschinen oder auch die Statistik über den Preisverlauf eines Produkts weiter.
    Ansonsten sollte jedes Angebot immer in zwei Richtungen hin überprüft werden. Die erste ist der Vergleich mit anderen Händlern oder Niederlassungen. Bietet jemand dasselbe Produkt günstiger an? Die zweite Richtung ist bei Möbeln besonders wichtig: der Versand. Welche Kosten kommen auf den Kunden zu? Mitunter zahlt es sich aus, bei einem Händler zu kaufen, der die Couch zwar 50,00 Euro teurer anbietet, doch inklusive Versand um denselben Betrag günstiger ist. Auch die Art der Lieferung ist zu beachten: Wird bis in die Wohnung oder nur bis zur Haustür geliefert?

  2. Möbelfinanzierung beim Händler oder Kredit?
    Auch diese Frage stellt sich immer wieder. Händler machen es Kunden mittlerweile sehr einfach, da sie fast immer Finanzierungsmodelle anbieten. Das Problem ist, dass selbst Nullprozentfinanzierungen oft keine null Prozent bieten, da die entfallenden Kosten an anderer Stelle aufaddiert werden. Zugleich bindet sich der Kunde über die Finanzierung an diesen Möbelhändler und hat keinerlei Vergleichsmöglichkeiten. Zudem ist es oft nicht möglich, Sondervereinbarungen zu treffen. Die Kredite laufen über eine festgelegte Zeit, die nicht verhandelbar ist.
    Die andere Option ist die Aufnahme eines Ratenkredits. In den meisten Fällen ist dieser Weg sinnvoller, da schon im Vorfeld die Kredite im Online-Vergleich einander gegenübergestellt werden können. Hier kommt es nicht allein auf die Zinsen an, sondern auch auf die Optionen, die ein Händler selten bietet: Sondertilgungen, vorzeitige Ablösungen oder auch Ratenpausen. Zudem ist es bei einem Ratenkredit egal, wo letztendlich die Möbelstücke gekauft werden. Verbraucher können also gezielt dorthin gehen, wo sie Stücke günstig erhalten.

  3. Ausstellungsstücke kaufen
    In Ladengeschäften bieten Ausstellungsstücke immer ganz besonderes Schnäppchenpotenzial. Bei Ausstellungsstücken handelt es sich um alle Möbel und Dekorationsartikel, die im Laden ausgestellt oder in Musterzimmer eingefügt wurden. Diese Produkte sind nach dem Gesetz nicht mehr neu, dürfen also nicht zum Neupreis verkauft werden.

    Je nach Möbelstück können Kunden auf diese Weise mehrere tausend Euro sparen. Das gilt insbesondere für Komplettzimmer oder für die Küche. Der Nachteil ist allerdings, dass die Möbel kleinere Schäden aufweisen können. Bei einem Sofa könnte das die Sitzfläche sein, auf Tischen befinden sich manchmal Kratzer – allerdings bieten viele Händler gegen einen kleinen Aufpreis die Reparatur an.

    Bei Küchen dieser Art sollten Käufer jedoch genau messen und planen. Ausstellungsküchen sind nicht der Anpassung unterworfen, müssen also so genommen werden, wie sie im Geschäft stehen. Handwerkliches Geschick oder eventuell einen Fachmann vor Ort sollte also vorhanden sein. Wie die Anlieferung von Ausstellungsstücken geregelt ist, muss im jeweiligen Geschäft gefragt werden. Manche Händler bieten auch den Aufbau von Ausstellungsküchen gegen einen Aufpreis an.


Beim Kauf neuer Möbel ist durcheiniges zu beachten, um am Ende nicht zu viel zu beazhlen. - Foto: Marina de Salis / Unsplash.com
Beim Kauf neuer Möbel ist durcheiniges zu beachten, um am Ende nicht zu viel zu beazhlen. - Foto: Marina de Salis / Unsplash.com


Fazit – Möbelkäufe sind auch nun sinnvoll


Wenngleich der Möbelhandel keinen eigenen Posten in den Weihnachtsstatistiken erhält, so lohnt er sich für diejenigen, die sich neu einrichten möchten oder es aufgrund eines Umzugs müssen, auch zur Weihnachtszeit. Wichtig ist nur, die Augen offenzuhalten und gezielt nach Schnäppchen zu schauen und diese zu hinterfragen. Die meisten Verbraucher wissen genau, was sie sich wünschen und können schon im Vorfeld die ersten Preisvergleiche durchführen. Wer nun mit einer Liste mit ungefähren Preisen einkaufen geht, der hat zumindest schon gute preisliche Anhaltspunkte vor Augen. Diese sind auch wichtig, wenn der Kauf über einen Kredit finanziert werden soll. Ratenkredite müssen immerhin über einen bestimmten Betrag aufgenommen werden, sodass es notwendig ist, vorher ein Budget festzulegen. Und wer nun eventuell über Ausstellungsstücke noch einige Euro einspart, der mag schon die erste Kreditrate von der eingesparten Summe abbezahlen können.

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