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Mit Wärmedämmfenstern Heizenergie sparen

28.01.2020 | Bei der energetischen Sanierung von Wohnraum spielen die Fenster eine zentrale Rolle. Als Wärmebrücken verursachen alte Modelle nicht selten gravierende Wärmeverluste und steigende Heizkosten. Gerade Bewohner älterer Häuser sollten deshalb über einen Fenstertausch nachdenken. Die Einsparpotenziale sind immens.

Bild: © algre/Adobe Stock

Wärmeverlust durch alte Fenster

 

Laut Zensus 2011 wurden rund 75 % aller Gebäude in Deutschland vor 1990 errichtet. Das bedeutet, dass sie beim Bau keinen Vorschriften zur Wärmedämmung unterlagen und häufig nur mit schlichten Ein- oder Zweifachverglasungen ausgestattet sind. Bei alten Einfachverglasungen liegt der Wärmedurchgangs­koeffizient beispielsweise bei durchschnittlich 5,2 W/(m2K). Dadurch geht viel Wärme verloren. Entsprechend hoch ist die Heizkostenabrechnung und das Potenzial für Energieeinsparungen.

 

Tipp: Einen detaillierten Überblick über die Wärmedurchlasswerte verschiedener Fenstergenerationen erhalten Sie in diesem Informationspapier des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

 

Das Wichtigste zum Wärmedurchgangskoeffizienten

 

Der Wärmedurchgangskoeffizient (UW) ist die entscheidende Größe bei der Energieeffizienz von Fenstern. Er gibt an, wie viel Wärme das Fenster von innen nach außen abgibt. Je höher der Wert ist, desto mehr Wärme geht ungenutzt verloren.

 

Er setzt sich aus folgenden Variablen zusammen:

 

  • UG: U-Wert der Verglasung (glazing)
  • Uf: U-Wert des Fensterrahmens (frame)
  • AG: Glasfläche
  • Af: Rahmenfläche
  • AW: Fensterfläche
  • Lg: Länge des Glasrandverbundes
  • Ψg: Wärmeverlustkoeffizient des Glasrandes

 

Der Wärmedurchgangskoeffizient eines Fensters errechnet sich folgendermaßen:

 

UW = (Ag*Ug+Af*Uf+lg*Ψg)/(Af+AG)

 

Für Hausbauer ist dieser Wert von besonderer Bedeutung. Bei der Wärmedämmung von Gebäuden müssen sie sich an die Vorgaben der Energieeinsparverordnung halten. Wer einen Neubau bezieht, kann also erst einmal davon ausgehen, dass die Fenster den Anforderungen entsprechen. So ist z. B. unter Artikel 1 Nr. 26 EnEV vorgeschrieben, dass Fenster und Fenstertüren einen Wärmedurchgangskoeffizienten von höchstens 1,3 W/(m2K) haben dürfen.

 

Neue Fenster sind vor allem für diejenigen interessant, die ein Haus bewohnen oder beziehen, das vor 1990 erbaut wurde. Grundsätzlich lohnt sich eine Fenstersanierung bei allen Fenstern, deren U-Wert höher ist als 1,9 W/(m2K). Hier lassen sich durch einen Austausch oft mehrere Hundert Euro pro Jahr einsparen.

 

Weiterhin sollten all diejenigen über einen Fensteraustausch nachdenken, die ohnehin bereits mit alternativen Heizsystemen wie Wärmepumpen ihre Heizkosten senken. Schließlich sollen die Einsparungen nicht gleich wieder verlorengehen. Eine unverbindliche Beratung zu Wärmepumpen und anderen Klimageräten erhalten Sie unter www.klimaberatung.de

 

Wissenswertes über Wärmedämmungsfenster

 

Während der U-Wert bei herkömmlichen Einfachverglasungen noch bei bis zu 5,2 liegt, beträgt er bei modernen Mehrscheiben-Wärmedämmgläsern teilweise nur noch 0,9 und weniger. Das entspricht einer Reduktion von 80 %. Möglich ist dies dank eines speziellen Schichtaufbaus.

 

Bei modernen Wärmedämmungsfenstern sind hintereinander zwei bzw. drei Scheiben in einen Randverbund eingesetzt. Zwischen ihnen befindet sich eine isolierende Schicht aus Edelgas. Dabei kommt üblicherweise Argon zum Einsatz, teilweise auch Krypton oder Xenon. Gegenüber älteren Fenstern, bei denen Luft als isolierendes Gas verwendet wurde, ist die Wärmeleitfähigkeit hier deutlich niedriger. Dadurch kann der Scheibenabstand geringer gewählt werden, was zum Beispiel beim Einsatz von Fenstern in denkmalgeschützten Gebäuden vorteilhaft ist. Moderne Vakuumverglasungen ermöglichen sogar Wärmedurchgangskoeffizienten von gerade einmal 0,5.

 

Die Wirkung von Isolierglas entsteht weiterhin durch den Treibhauseffekt. Für die eintreffende Sonnenstrahlung sind Glasscheiben durchlässiger als die infrarote Wärmestrahlung, die vom Rauminnern abgegeben wird. Mit der Anzahl der Scheiben sinkt die Wärmedurchlässigkeit. Zusätzlich kann sie durch eine auf die Scheiben aufgedampfte Metallschicht weiter reduziert werden.

 

Auch der Rahmen spielt bei der Wärmedämmung eine Rolle

 

Wer sich für den Einbau von Wärmedämmungsfenstern entscheidet, sollte den Rahmen nicht vernachlässigen. Auch er wirkt sich auf den Wärmedurchgangskoeffizienten aus. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Rahmenmaterialien mit ihren Vor- und Nachteilen kurz vor.

 

Holz:

 

  • Kiefer, Fichte oder Eichenholz
  • Ökologisch vorteilhaft
  • Wetterfeste Behandlung erforderlich
  • Wärmedurchgangskoeffizient zwischen 2,3 und 1,1

 

Kunststoff:

 

  • Wetterfest
  • Verschmutzen leichter als Holz
  • Durch integrierte Luftkammern gute Isolationseigenschaften
  • Wärmedurchgangskoeffizient zwischen 2,8 und 2,0

 

Aluminium:

 

  • Sehr robust
  • muss nicht gestrichen werden, verblasst nicht unter der Sonne
  • Dämmt Wärme schlechter als Holz
  • Wärmedurchgangskoeffizient von etwa 5,9

 

Hinweis: Wer seine Energiekosten durch den Einbau neuer Fenster senken will, sollte die Sanierung der restlichen Gebäudehülle nicht vergessen. Fenster sind nicht zwingend der schwächste Punkt in der Wärmedämmung. Auch Dämmstoffe für die Fassade spielen eine wichtige Rolle. In diesem Artikel gibt die Deutsche Umwelthilfe einen Überblick über natürliche Dämmstoffe und ihre Vorteile.

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