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Minihäuser, Modulhäuser und Kleinhäuser: Haustrends im Fokus

29.04.2021 | Kleine Häuser mit geringer Wohnfläche sind im Kommen. Bauland wird immer teurer, Bauplätze werden immer weniger. Hinzu kommt das wachsende Umwelt- und Nachhaltigkeitsbewusstsein. Ressourcen schonen, weniger Energie und Fläche verbrauchen sind Aspekte, die im Immobilienbereich immer wichtiger werden. Die Hersteller haben sich viel einfallen lassen, um die Ansprüche an Komfort und Nutzbarkeit mit dem geringen Flächenverbrauch in Einklang zu bringen.

Leben mitten in der Natur auf möglichst kleinem Raum. Cabins wie diese laden zum Probewohnen ein. - Foto: pixabay.com © lmcpy (CC0 Creative Commons)
Leben mitten in der Natur auf möglichst kleinem Raum. Cabins wie diese laden zum Probewohnen ein. - Foto: pixabay.com © lmcpy (CC0 Creative Commons)


Wie klein sind Tiny Houses?

Ein typisches Tiny House ist mobil und seine Ausmaße richten sich nach den maximal zulässigen Abmessungen für Pkw-Anhänger. Der Trend kommt aus den USA und die dortigen Vorgaben sorgen dafür, dass Tiny Houses in Übersee eine Grundfläche von höchstens 7,30 m x 2,6 m einnehmen. In Deutschland sorgt die Straßenverkehrsordnung dafür, dass solche mobilen Häuser maximal 2,55 m x 7 m Grundfläche bei einer Höhe von bis zu 4 m aufweisen dürfen. Das entspricht einer Gesamtfläche von 17,85 qm. Nur die wenigsten kommen mit einer so kleinen Wohnfläche aus.

Alternativ zu klassischen Tiny Houses, die mit einem Anhänger quer durchs Land gefahren werden können, haben Hersteller so genannte Singlehäuser und Modulhäuser konzipiert, die mitunter eine sehr luxuriöse Ausstattung aufweisen. Die Produktvielfalt ist groß und wächst ständig weiter, was an dem steigenden Interesse von Häusern mit geringer Grundfläche liegt.

Die Straßenverkehrsordnung gibt die maximal zulässige Größe mobiler Tiny Houses vor. - Foto: pixabay.com © milivigerova (CC0 Creative Commons)
Die Straßenverkehrsordnung gibt die maximal zulässige Größe mobiler Tiny Houses vor. - Foto: pixabay.com © milivigerova (CC0 Creative Commons)


Singlehäuser und Modulhäuser im Überblick

Ein Haus im Grünen zu kaufen statt einer Wohnung in der City zu mieten ist ein Traum, den viele Städter hegen und pflegen. Mit Minihäusern und Modulhäusern eröffnet sich ihnen eine umweltverträgliche Möglichkeit, die außerdem bezahlbar ist. Die demographische Entwicklung zeigt, dass immer mehr Menschen allein oder paarweise ohne Kinder leben oder allein erziehen. Standard-Einfamilienhäuser, die ab 100 m² und größer zu haben sind, gehen an ihrem Bedarf vorbei. Singlehäuser bleiben mit ihrer Grundfläche weit darunter. Wohnflächen zwischen 40 und 80 m² sind bei Minihäusern üblich. Die Planung des Grundrisses ist eine Herausforderung und bringt spannende Ideen zutage. Dazu gehören zum Beispiel multifunktionale Möbel und geschickt verborgene Versorgungsschächte.

Altenteil neu interpretiert

Bei Häusern mit so kleiner Wohnfläche handelt es sich mitnichten um eine Erfindung der heutigen Zeit. Vielmehr kommt die Idee aus ländlichen Regionen, in denen Bauernhöfe zu bewirtschaften waren. Wenn ein Bauer seinen Hof an den Nachfolger übergab, zog er in ein kleines Haus auf dem Grundstück oder nebenan, das auch als Altenteil bezeichnet wurde. Mancherorts wurden diese kleinen Häuser auch Austragshaus oder Ausgedingehaus genannt.

Angelehnt an diese Idee bieten Hersteller Häuser mit geringer Wohnfläche an, die in vielen Fällen altersgerecht gestaltet sind. Wohnen auf reduzierten Raum minimiert den Arbeitsaufwand, weil viel weniger Fläche geputzt und instandgehalten werden muss. Kleine Häuser sind günstiger im Unterhalt, denn sie verbrauchen weniger Energie, sei es in punkto Strom oder Heizwärme. Nicht zuletzt ist ein Nebeneffekt des Wohnens auf kleiner Fläche, dass viel mehr Zeit für andere Dinge bleibt, weil weniger an der Immobilie gearbeitet werden muss. Unterm Strich produzieren Minihäuser einen geringeren ökologischen Fußabdruck und sind damit wesentlich besser für die Umwelt. Außerdem kosten sie insgesamt weniger. Vom Quadratmeterpreis allerdings ziehen manche Modelle fast mit den großen Häusern gleich, insbesondere dann, wenn viel moderne Technik und hochwertige Materialien in Handarbeit verbaut wird.

Was kosten kleine Häuser und Minihäuser?

Abhängig vom Anbieter und der Wohnfläche sowie der geplanten Ausstattung gibt es Häuser in Modulbauweise bereits unter 20.000 Euro.

  • Der Anbieter Johnsenlodge bietet ein Grundmodul mit einer Fläche von 12 qm für rund 19.000 Euro an. Die Module werden aus wohngesunden Materialien hergestellt.
  • Flexhome aus Thüringen hat Basismodule ab 27.000 Euro im Programm. Die Erweiterungsmodule schlagen ab 19.000 Euro zu Buche.


Neben diesen preislich sehr attraktiven Modellen gibt es Hersteller von Minihäusern, die Module ab 4 m² zur Verfügung stellen. Die folgende Auflistung stellt eine Auswahl von den Anbietern dar, die ihre Häuser auch in Deutschland verkaufen.

  • Cabin One stellt einzigartige kleine Häuser her, die von jungen Architekten individuell entworfen werden. Die minimale Häuser stehen derzeit am Gartower See und können dort gekauft werden. Das Grundstück wird dazu gepachtet. Eine Cabin One mit der Grundfläche von 35 qm kostet hier rund 155.000 Euro inklusive Baugenehmigung, Aufbau, Transport, Pkw-Stellplatz und Außenanlage.
  • Containerwerk nimmt gebrauchte Seefrachtcontainer und gestaltet sie zu Wohnräumen um. Die Container werden selbstverständlich gedämmt und von außen attraktiv verkleidet. Die Kosten für 25 qm Wohnfläche starten bei 35.000 € inklusive Bad, vorbereitete Küchenanschlüsse, Bodenbelag, Elektrik, Beleuchtung sowie Wärmepumpe.
  • Reset Houses stehen auf einer Wechselbrücke, wie sie im Container-Frachtverkehr üblich sind. Das ermöglicht den einfachen Standortwechsel. Der Innenraum misst 7,10 m x 2,25 m, das Dach kann begrünt werden. Die Kosten starten bei rund 41.000 Euro.


Weitere Hersteller, die in Deutschland kleine Hausmodelle verkaufen, sollen nicht unerwähnt bleiben:

  • amathabito
  • Artifex
  • Cabin Wood
  • Cubig
  • Ecohome 4.2
  • Ettwein MobileRooms
  • Flying Spaces
  • Naturwagen & Lodges
  • Onoxo Home
  • ScanHaus Marlow
  • Schwörer Haus
  • Smart House
  • Sommerhaus PIU
  • Vital Camp GmbH
  • Woodee


Die einzelnen Module werden fertig geliefert. Der Aufbau erfolgt innerhalb eines Tages. - Foto: pixabay.com © UteFriesen (CC0 Creative Commons)
Die einzelnen Module werden fertig geliefert. Der Aufbau erfolgt innerhalb eines Tages. - Foto: pixabay.com © UteFriesen (CC0 Creative Commons)


Finanzierung sorgfältig vorbereiten

Wie an den Beispielen kurz dargestellt, ist die Preisrange breit gefächert. Für manche Minihäuser reicht vielleicht das Ersparte aus, um sich den Traum von der eigenen Immobilie zu erfüllen. Doch die meisten angehenden Immobilienbesitzer werden eine Finanzierung auf den Weg bringen müssen. Zusätzlich zum Haus ist ein Grundstück nötig ist und außerdem müssen Genehmigungen eingeholt und Versorgungsanschlüsse gelegt werden. Gerade bei kleinen Häusern sollten Bauherren sehr sorgfältig planen, um eine sichere Finanzierung zu gewährleisten. Zum einen sind die eigenen Finanzen zu klären, um finanzielle Reserven mit berücksichtigen zu können. Auch für kleine Häuser kommen öffentliche Förderungen infrage, sodass sich die frühzeitige Planung dringend empfiehlt, da Antragsfristen gewahrt werden müssen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass weiteres Sparpotenzial in der Kommunikation mit Finanzierungsexperten für Immobilien aufgedeckt werden kann.

Zudem kann bei der Gestaltung der Details einer Finanzierung einiges schief gehen und versierte Finanzberater können mit ihrem geballten Erfahrungsschatz dafür sorgen, dass die Finanzierung genauso schlank, überschaubar und maßgeschneidert wird, wie das Minihaus.

Kleine Häuser, große Preise: Finanzierung (fast) immer notwendig

Auch wenn die Wohnfläche gering ist, sorgen die begleitenden Kosten dafür, dass der Gesamtpreis für ein kleines Haus mindestens im mittleren zweistelligen bis in den niedrigen sechsstelligen Bereich reicht. Eine Finanzierung ist in der Regel unverzichtbar und angehende Immobilienbesitzer sollten dabei genauso vorgehen wie bei der Finanzierung für gängige Haustypen ab 100 m². Übrigens kann ein Modulhaus auch eine gute Ergänzung zu einer bestehenden Immobilie sein: Das gilt zum Beispiel, wenn Nachwuchs kommt, ein abgeschlossenes Homeoffice errichtet oder die aktuelle Immobilie zu einem Mehrgenerationenhaus umgebaut werden soll. Mithilfe der kleinen Modulhäuser lässt sich ein moderner Altenteil nach dem Jahrhunderte alten Vorbild unkompliziert und kostengünstig realisieren.

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