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Mallorca bei den Ferienvermietungen spanienweit auf dem Spitzenplatz

19.06.2018 | Eine Münchner Internetplattform hat eine Auswertung der in puncto Ferienvermietung teuersten Destinationen in Spanien und am Mittelmeer veröffentlicht. Auf dem ersten Platz landeten Mallorca und ihre Schwesterinseln.

In der Hochsaison (Juli und August) liegt der Übernachtungspreis durchschnittlich bei 264 Euro. Noch in der Nebensaison müssen auf der größten Baleareninsel 202 Euro pro Nacht gezahlt werden. Zum Vergleich: In der zweitteuersten Ferienvermietungs-Region Spanien, in Katalonien, zahlen die Urlauber in der Hochsaison 203 Euro für die Übernachtung - also nur einen Euro mehr als in balearischen Nebensaison-Zeiten. Zahlen, die auch durch einen Sprecher der Plattform Immobilien Mallorca von First Mallorca bestätigt werden.

Mallorca auf dem Spitzenplatz

Auf dem Spitzenplatz des Spitzenreiters landete die mallorquinische Gemeinde Pollença. Hier muss der Hochsaison-Urlauber 373 Euro pro Nacht berappen - gefolgt von Ibiza-Stadt mit 371 Euro und Cala d'Or mit 355 Euro. Calvià verlangt 274 Euro Übernachtungspreis, und Port de Sóller liegt mit 264 Euro genau im mallorquinischen Hochsaison-Durchschnitt. Am günstigsten ist die Ferienwohnung/das Ferienhaus in Cala Rajada. Die abgelegene Gemeinde im Nordosten Mallorcas lässt sich die Übernachtung mit durchschnittlich nur 189 Euro bezahlen. Der einzige Trost für den Mallorca-Fan: Auf Ibiza und Formentera ist noch mehr Spielraum nach oben drin. Die Ibiza-Mietpreise für Ferienhäuser und Ferienwohnungen sind in der Hochsaison auf schwindelerregende 538 Euro geklettert. Formentera fordert durchschnittliche 345 Euro für die Hochsaison-Nacht. Zum Vergleich: Auf der teuersten Kanareninsel Lanzarote kommt der Urlauber in der bestbesuchten Zeit mit 141 Euro pro Nacht weg. Und auch für andere Feriendestinationen gibt es aussagekräftige Werte. Laut der Vermittlungs-Plattform Holidu liegen die Vermietungspreise in den Ländern England, Italien, Griechenland und Kroatien bei durchschnittlich 203 Euro in der Hoch- und 128 Euro in der Nebensaison.

Warum befinden sich die mallorquinischen Mietpreise für Ferienimmobilien auf einem derart hohen Niveau? Es gibt drei Gründe. Die zur Vermietung angebotenen Ferienwohnungen und Ferienhäuser sind in einem guten bis sehr guten Zustand. Moderne, geschmackvoll-mediterrane Interieurs, hervorragende Ausstattung, bevorzugte Lagen, schöne Grundstücke und Pools bilden sich im Mietpreis der Immobilien ab. Hinzu kommt der nicht abreißende Mallorca-Boom. Das Urlauber-Rekordjahr 2016 wurde im Folgejahr noch einmal übertroffen - und zwar um 6,1 Prozent. In Zahlen ausgedrückt sind das 13.790.968 Urlauber gewesen, die 2017 die größte Baleareninsel besuchten - den größten Anteil bildeten die Deutschen. Der dritte Grund für die hohen Mietpreise auf der Insel ist in der Politik zu finden: Die Balearenregierung bläst zum Sturm auf illegale Vermietungen. Alle Immobilienbesitzer, die ihre Ferienwohnung oder ihr Ferienhaus am Gesetzgeber vorbei auf dem Mietmarkt anbieten, werden saftige Strafen bis 40.000 Euro in Aussicht gestellt. Vermittlungs-Plattformen können sogar bis 400.000 Euro zur Kasse gebeten werden. Die Regelung soll ab Juni/Juli 2018 in Kraft treten.

Joan Riera, Kommentator der spanischen Tageszeitung Ultima Hora, weist den mallorquinischen Privatvermietern eine Teilschuld am Preisanstieg zu. Die Immobilienbesitzer hätten sich, so schreibt er, in den letzten Jahren zu wahren "Künstlern" in der Preisgestaltung entwickelt. Er weist darauf hin, dass bei den Hoteliers die umgekehrte Tendenz zu beobachten sei: Bei dem geringsten Nachfrageverlust reagierten sie nervös und würden Rabatte gewähren. Am Ende seines Artikel gibt Riera resigniert zu, dass an diesem Widerspruch die Gesetze des Marktes zu erkennen seien.

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