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Luftfeuchtigkeit in Räumen - ein wichtiges Kriterium der Lebensqualität

30.07.2018 | Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen kann ein zweischneidiges Schwert sein. Ist sie zu hoch, drohen Schäden am Gebäude und an der Einrichtung. Im ärgsten Fall bildet sich Schimmel, durch den bei den Bewohnern Allergien und sogar ernsthafte Erkrankungen der Atemwege ausgelöst werden können.
Foto: © Karin & Uwe Annas #71875766 – Adobe Stock


Ist sie zu niedrig, schlägt sich das ebenfalls auf die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden nieder, denn trockene Luft reizt die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase. Es geht also darum, eine ausgeglichene Balance zwischen beiden Ansprüchen zu finden, um die optimale Luftfeuchtigkeit in Räumen zu erreichen. Dieser Artikel soll Ihnen dabei helfen.

Der Grund für falsche Luftfeuchtigkeit


Was aber ist die Ursache dafür, dass die Luftfeuchtigkeit in Räumen entweder zu hoch oder zu niedrig ausfällt? Die Antwort heißt: falsches oder ungenügendes Lüften. Geschlossene Räume brauchen regelmäßig eine Frischluftzufuhr, um ausreichend mit lebensnotwendigem Sauerstoff versorgt zu sein. Darüber hinaus dient das Lüften dazu, Feuchtigkeit, die im Mauerwerk steckt - etwa in Neubauten und nach starken Regenfällen - oder sich durch Kondenswasser, Kochen oder Duschen bildet, nach außen zu leiten.

Foto: © dima_pics #76756647 – Adobe Stock


Definition der relativen Luftfeuchtigkeit


Mit relativer Luftfeuchtigkeit wird der Wert bezeichnet, der die Sättigung der Raumluft bzw. der Luft allgemein mit Wasser im Verhältnis zu einer bestimmten Temperatur beschreibt. Als Messgeräte dienen Hygrometer, die den Wert in Prozent anzeigen. Um ein gesundes Raumklima zu erzeugen, sollte man auch die Art der jeweiligen Nutzung berücksichtigen. Optimale Richtwerte für den Wohnraum liegen zwischen 40 % und 60 % bei 20 °C, für das Badezimmer zwischen 50 % und 65 % bei 23 °C und für die Küche zwischen 50 % und 65 % bei 18 °C.

Foto: © ronstik #167486483 – Adobe Stock


Die alten Regeln gelten nicht mehr


Früher gab es unter Fachleuten die Faustregel, dass beispielsweise im Winter jeden Tag vier- bis sechsmal bei ausgestellter Heizung für etwa fünf Minuten gelüftet werden sollte, um für eine ausreichende Luftqualität zu sorgen. Der Nachteil daran ist, dass dabei viel teure Energie sozusagen zum Fenster "hinausgeworfen" wird, wenn die warme Luft abzieht und kalte Luft eindringt. In älteren Gebäuden macht diese Regel bis zu einem gewissen Grade immer noch Sinn, bei neu errichteten, energieeffizienten Häusern allerdings nicht, da diese wesentlich besser isoliert sind. Um Energie zu sparen und trotzdem für eine optimale Luftfeuchtigkeit zu sorgen, sollten Sie sich deshalb über ein wirksames Lüftungskonzept Gedanken machen.

Die Lösung heißt: kontrollierte Wohnraumlüftung


Das erwähnte Stoßlüften über die Fenster ist durchaus eine Lösung, um das Raumklima und damit Wohlbefinden und Lebensqualität innerhalb der eigenen vier Wände angenehm zu halten, vor allem im Winter oder bei stürmischem Regen, wenn die Fenster nicht permanent geöffnet sein können. Mobile Luftbe- und -entfeuchter bieten sich ebenfalls an, da sie leicht von einem Raum in einen anderen bewegt werden können.

Eine automatische, kontrollierte Wohnraumlüftung ist allerdings die beste Alternative, wenn Sie Ihr Raumklima verbessern und im Sinne von Energieeffizienz handeln wollen. Der Markt hält dafür Systeme bereit, die nur einmal richtig programmiert werden müssen und dann selbstständig für eine konstante Luftumwälzung sorgen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie haben jederzeit frische Luft in Ihrer Wohnung, reduzieren Lärmbelästigung durch offene Fenster und senken zusätzlich noch die Pollenbelastung im Inneren - ohne nach der Programmierung des Gerätes noch weiteren Aufwand betreiben zu müssen.

Foto: © sdecoret #146430409 – Adobe Stock


Zentrale oder dezentrale Lüftungssteuerung?


Die kontrollierte Wohnraumbelüftung geschieht mittels ventilatorgestützter Anlagen. Diese können zentral, dezentral oder kombiniert arbeiten und für frische Luft sorgen. Wenn Sie planen,einen Neubau als Niedrigenergie- oder Passivhaus zu errichten, ist eine zentrale Lüftungssteuerung sehr gut geeignet. Für die Lüftungssteuerung in einzelnen Räumen, beispielsweise in Bädern und Küchen, macht es Sinn, auf dezentrale Systeme zurückzugreifen.

Fazit


Ob zu Hause, bei der Arbeit oder in der Schule - wir verbringen einen Großteil unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Deshalb ist ein gesundes Raumklima äußerst wichtig für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden, aber auch für den Gebäudeschutz. Wenn Sie vom manuellen Öffnen und Schließen der Fenster Abstand nehmen wollen und sich für ein kontrolliertes Lüften entscheiden, sollten Sie am besten einen Experten zu Rate ziehen.
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