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Lieber Grillen als Unkraut zupfen – den perfekten Garten anlegen

09.03.2018 | Der Traum vom eigenen Haus geht bei den meisten Menschen mit dem Traum vom eigenen Garten einher. Oftmals wird jedoch unterschätzt, wie viel Arbeit mit dem Grün ums Haus verbunden ist. Schon bei der Anlage des Gartens wird über den zukünftigen Aufwand entscheiden. Wir geben nützliche Hinweise für einen pflegeleichten Garten.
Foto: pixabay.com


Wenn der Hauskauf abgeschlossen ist, beginnt man meist umgehend mit der Planung des Gartens. Das heimische grüne Paradies soll jedoch nicht nur die Seele erfreuen und ein Hort der Entspannung sein, auch der Pflegeaufwand will bedacht sein. Für welche Gartenform man sich entscheidet, hängt letztendlich natürlich auch mit der Größe des Gartens und von den Nachbarn ab. Wer einen wilden, naturnahen Garten anlegen möchte, provoziert wahrscheinlich Ärger, wenn das angrenzende Grün penibel gepflegt ist. Eventuell sollten diese Aspekte schon beim Hauskauf beachtet werden.
Wer berufstätig ist, muss auf einen großen Garten nicht verzichten – es kommt ganz darauf an, wie dieser geplant und angelegt wird.

Klug planen und weite Wege vermeiden


Die Wege im Garten zwischen den verschiedenen Nutzungseinheiten sollten nicht unterschätzt werden, sie machen sich schon bei einem vergleichsweise kleinen Grundstück von 300 qm bemerkbar. So stehen etwa alle Gehölze an einer Stelle, damit der Häcksler nicht hin- und hergeschleppt werden muss. Für den Wasserzugang sollte es mehrere Zapfstellen geben – am einfachsten ist der Einsatz einer Sprinkleranlage.
Zum Wege sparen gehört auch, dass man das Beet für die Küchenkräuter und das eigene Gemüse am besten in der Nähe der Ausgangstür zum Garten anlegt. Viele Gemüsesorten lassen sich bequem in Kübeln auf der Terrasse ziehen. Das ermöglicht nicht nur, mit wenige Schritten zu seinen Essenszutaten zu gelangen, sondern minimiert auch den Aufwand beim Unkraut jäten. Zudem verlängert sich die Gartensaison im geschützten Bereich nahe des Hauses.

Abgrenzung ohne viel Arbeit


Der Schnitt gewöhnlicher Hecken wie Liguster oder Hainbuche fällt mindestens einmal jährlich an und kann ein ganz schöner Kraftakt sein, vor allem, wenn eine lange Hecke geschnitten und gestutzt werden muss. Hierfür gibt es zwei gängige Alternativen: den Einsatz von Gabionen oder langsam wachsender Blühgehölze.
Gabionen sind mit Steinen gefüllte Drahtkörbe, die gern in modernen Neubaugebieten zum Einsatz kommen. Eine natürlicher wirkende Alternative sind Sichtschutzwände aus Holz, die mit Kletterpflanzen begrünt werden können. Pflegeleichte Gehölze wie Schlehe, Spierstrauch, Weinrose, Flieder oder roter Holunder ergeben eine hübsche Hecke entlang der Grundstücksgrenze und nötigen dem Gärtner kaum Aufwand ab.

Der Rasen – Herzstück vieler Gärten


Im Rasen liegt manches Herzblut, und mancher Gärtner stutzt die Kanten mit einer kleinen Schere, damit sie absolut perfekt aussehen. Ein englischer Rasen erfordert enorm viel Aufwand, er muss gedüngt, gewässert und regelmäßig gestutzt werden. Stehen dann noch Bäume mitten auf der zu mähenden Fläche, wird die Fahrt mit dem Rasenmäher zu einer regelrechten Jonglage. Dem lässt sich bei der Planung mit verschiedenen Maßnahmen entgegenwirken.
Zunächst einmal sollte auf das Aussäen eines pflegeintensiven englischen Rasens verzichtet werden. Stattdessen greift der Gärtner mit wenig Zeit zum Samen eines Sport- und Spielrasens, der deutlich robuster ist und seltener gemäht werden muss. Wer sich die lästige Warterei auf die ersten grünen Halme sparen will, lässt sich einen Rollrasen verlegen.
Beim Rasenmäher sollte man nicht sparen und in ein gutes Gerät investieren. Ein Gerät mit einer breiten Schnittfläche mäht bei einem Durchgang mehr und erspart damit so manchen Weg, ein Rasenmäher mit Benzinantrieb verhindert, dass man mit dem Stromkabel jonglieren muss. Wenn der Rasen eine zusammenhängende Fläche ohne sonstige Gewächse ist, ist das Mähen schnell erledigt und man kann zügig wieder den Aufenthalt im Freien genießen. Den Rasenschnitt muss man nicht jedes Mal zusammenharken, sondern kann ihn als Mulch auf dem Rasen liegen lassen.

Blühkraft ohne viel Aufwand


Ein Garten ist erst dann perfekt, wenn es in ihm nicht nur grünt, sondern auch blüht. Das erfreut nicht nur das Gemüt, sondern sorgt bei einer klugen Pflanzung auch dafür, dass die hierzulande gefährdeten Bienen ausreichend Nahrung finden. Wer anstelle von einjährigen Blühpflanzen auf mehrjährige Stauden setzt, hat nur ein einziges Mal Arbeit und kann jedes Jahr erneut den üppigen Wuchs und die schöne Blüte genießen. Voraussetzung ist, dass man jede Pflanze an den geeigneten Standort setzt und dafür die Hinweise auf den Etiketten beachtet. Langlebige Arten wie die Taglilie oder die Pfingstrose benötigen erst nach Jahren eine Teilung und können bis dahin unberührt immer am gleichen Platz bleiben.

Unkraut: das leidige Thema


Die Entfernung von Unkraut zählt wohl zu den häufigsten Tätigkeiten eines Gärtners. Überall in den Gemüse- und Blumenbeeten sind sie zu finden, die ungebetenen Gäste, die als einheimische oder eingeschleppte Arten oftmals eine größere Widerstandskraft zeigen als die ausgesäten Kulturpflanzen. Hilfreich kann es sein, das Gemüse entweder in Kübeln auf der Terrasse oder in Hochbeeten anzubauen, wo generell weniger Unkraut anfällt. Eine entsprechende Folie, die beim Ausbringen von Jungpflanzen auf den Boden gelegt wird, hält das Unkraut recht effektiv davon ab, sich zu sehr auszubreiten. Den gleichen Effekt erzielt der kluge Gärtner mit einer Schicht aus Rindenmulch. Das mögen jedoch nicht alle Pflanzen. Wer anstelle von einzeln stehenden Blumen auf ebenfalls hübsch blühende Bodendecker setzt, spart sich das Unkraut jäten ganz.

Mit diesen Tipps wird es ein Leichtes, einen schönen, pflegeleichten und dennoch naturnahen Garten anzulegen, den man in zahlreichen Mußestunden auch genießen kann.

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