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Kreditvergleich - Das ist bei der Immobilienfinanzierung zu beachten

25.03.2019 | Die Immobilienfinanzierung gehört zu den kapitalintensivsten Investitionen im Leben der meisten Privatpersonen. Die Wenigsten sind dazu in der Lage, eine Immobilie komplett mit Eigenkapital zu bezahlen. Eine Kreditaufnahme gehört also in den überwiegenden Fällen zu einem Immobilienkauf dazu. In diesem Zusammenhang sind neben der Höhe des Darlehens auch andere Aspekte wichtig.

Foto: pixabay.com - dimitrisvetsikas1969
Foto: pixabay.com - dimitrisvetsikas1969


Günstige Zeiten für Wohneigentum


Zurzeit sind die Bauzinsen in Deutschland auf einem niedrigen Stand, genau genommen sogar auf einem historischen Tief. Die Gelegenheit einen Immobilienkredit aufzunehmen ist also günstig, sofern man ohnehin schon mit dem Gedanken an Wohneigentum gespielt hat. Da die Finanzierung einer Immobilie jedoch in den meisten Fällen mehrere Jahrzehnte in Anspruch nimmt, gilt es hier nichts zu überstürzen und die Kreditaufnahme trotz der günstigen Zinsen wohl zu überdenken. Dabei sollte man folgende Aspekte beachten:

Eigenkapital


Grundsätzlich empfiehlt es sich nicht, eine Immobilienfinanzierung ganz ohne Eigenkapital in Angriff zu nehmen. Etwa 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises sollten aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Zwar ist es auch möglich eine sogenannte Vollfinanzierung in Anspruch zu nehmen, je mehr Eigenkapital aber zur Verfügung steht, desto kleiner kann die Kreditsumme gewählt werden.

Kreditsumme


Die Kreditsumme sollte sehr genau veranschlagt werden. Bei einem zu hohen Betrag kann die Tilgung schwerfallen oder unmöglich werden, eine zu niedrig angesetzte Summe kann für eine nachträgliche, zusätzliche Kreditaufnahme sorgen. Zudem sollte in jedem Fall ein Polster mit einkalkuliert werden, um mehr Spielraum bei der Finanzierung zu schaffen.

Monatliche Tilgung


Die monatlichen Tilgungsraten sollten so gewählt werden, dass ein gewisses finanzielles Polster bleibt und nicht die monatlichen Einkünfte komplett vereinnahmen. Als Richtwert gilt hier, dass die Raten nicht mehr als 40 % des Nettoeinkommens übersteigen sollten, um auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können.

Der Kreditvergleich ist unabdingbar


Die Finanzierungsangebote verschiedener Kreditanbieter unterscheiden sich teilweise nicht unerheblich voneinander. Ein Vergleich verschiedener Immobilienkredite ist daher unabdingbar, um nicht mehr als nötig für die Finanzierung zu zahlen. Gerade bei den hohen Summen einer Immobilienfinanzierung können durchaus mehrere Tausend Euro gespart werden, wenn man einen Kreditvergleich nutzt. Vergleichbar werden die Angebote anhand von zwei Kriterien: dem Effektivzins und den Gesamtkosten.

Effektivzins und Gesamtkosten


Der Effektivzins gibt die tatsächlichen Kosten des Kredits an. Viele Kreditanbieter locken Verbraucher mit dem günstigeren Nominalzins. Für die Gesamtkosten des Kredits entscheidend sind neben den Zinsen auch Bearbeitungskosten, etwaige Vermittlungsprovisionen sowie einmalige oder laufende sonstige Kosten, die der jeweilige Kreditgeber erhebt. Während die Zinsen bei den unterschiedlichen Anbietern relativ ähnlich sind, machen vor allem die sonstigen Kosten und Gebühren den entscheidenden Unterschied zwischen einzelnen Kreditgebern aus.

Flexibel bleiben


Während der Kreditlaufzeit gilt es möglichst flexibel zu bleiben. Das gilt zunächst einmal für die Dimensionierung der bereits erwähnten monatlichen Tilgungsraten, auch aber für andere Aspekte des Kreditvertrags. So ist es ratsam die Möglichkeit auf Sondertilgung oder das Aussetzen einer Tilgungsrate in Anspruch zu nehmen, wenn dies kostenlos möglich ist. So kann der Kredit bei Gelegenheit früher abbezahlt werden oder aber eine Tilgungsrate ausgesetzt werden, wenn es die finanzielle Situation erfordert.

Laufzeit


Die Laufzeit des Immobilienkredits sollte möglichst lange und mit einem festen Zins sowie einer festen Rate gewählt werden, um die bestmögliche Planungssicherheit zu gewähren. Zwar sind Kredite mit kürzeren Laufzeiten unterm Strich meist günstiger, aufgrund des niedrigen Zinssatzes fällt dies aber bei Laufzeiten von 10 bis 25 Jahren nicht sonderlich ins Gewicht.

Nebenkosten


Auch in der neuen Immobilie entstehen monatliche Nebenkosten, die vor der Kreditaufnahme berücksichtigt werden sollten. Hier kann man sich zunächst einmal an den aktuellen monatlichen Nebenkosten orientieren. Diese Nebenkosten sollten neben den monatlichen Tilgungsraten auf jeden Fall zur Verfügung stehen.

Rücklagen bilden


Es lohnt sich in jedem Fall, zeitnah zu der Kreditaufnahme auch anzufangen Rücklagen zu bilden. Immobilienbesitzer sollten bestenfalls etwa 10.000 Euro zurücklegen, um auf unvorhergesehene Ereignisse (Dachschaden, Wasserschaden, Ausfall der Heizung etc.) reagieren zu können. Ein Bausparvertrag und ein Banksparplan bieten sich für die Rücklagenbildung an.

Förderungen in Anspruch nehmen


Weiterhin sollte man nicht auf die Möglichkeit verzichten, staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen. So kann die Kreditsumme unter Umständen geringer gewählt werden und zusätzliche Kosten eingespart werden. Hier sollte zunächst einmal geprüft werden, ob die Möglichkeit besteht KfW-Kredite in Anspruch zu nehmen, welche zinsgünstige Kredite im Rahmen des Wohneigentum-Programms vergibt. Weiterhin stehen auch regionale Fördermöglichkeiten zur Verfügung, hier können die jeweiligen Verbraucherzentralen Auskunft geben.

Die Immobilienfinanzierung sollte also wohldurchdacht und gut überlegt sein. Auch bei bester Planung lässt sich allerdings nicht jedes Risiko mit einberechnen. Der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine plötzliche Krankheit kann die Finanzierung schnell ins Wanken bringen. Unter Umständen ist es daher ratsam sich über die Möglichkeiten einer Restschuldversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Lebensversicherung zu informieren.
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