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Kostenfaktor Heizung bei Immobilien

10.07.2018 | Ob bei einem Neubau oder bei der Modernisierung einer bestehenden Heizungsanlage - es stellt sich stets die Frage nach dem passenden Heizungssystem. Alle Heizungssysteme haben dabei jeweils eigene Vorteile und Nachteile. Unterschiedliche Faktoren wie etwa die Lage, die Größe der zu beheizenden Wohnfläche aber auch persönliche Interessen haben Einfluss auf die Wahl der Heizungsanlage. Neben den Anschaffungskosten hat auch die Effizienz der jeweiligen Anlage Einfluss auf die entstehenden Kosten.
Foto: pixabay.com


Ölheizung


Die Ölheizung ist noch immer am weitesten verbreitet und stellt die klassische Art zu heizen dar. Neben dem Heizkessel muss bei dieser Heizungsart auch ein Öltank vorhanden sein, um das Öl zu lagern. Der Bereich muss sowohl für den Öllieferanten als auch für Wartungsarbeiten gut zugänglich sein. Ölheizungen sind jedoch durch das Verbrennen von fossilen Rohstoffen nicht gerade umweltfreundlich und stoßen viel CO2 aus. Zudem ist man von dem jeweils aktuellen Ölpreis abhängig und die laufenden Kosten sind somit Schwankungen unterlegen. Der hohe Wirkungsgrad moderner Brennwertöfen ist aber ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Effizienz: Im Schnitt kommen Ölheizungen auf einen Wirkungsgrad von 70 bis 90 Prozent, moderne Brennwertheizungen schaffen sogar 100 Prozent.

Anschaffungskosten: Moderne Ölheizungen kosten je nach Ausführung und Umfang zwischen 6000 und 14.000 Euro.

Gasheizung


Gasheizungen brauchen im Vergleich zu Ölheizungen nicht zwangsläufig einen Speicher, sie können also auch bei weniger zur Verfügung stehendem Platz genutzt werden. Eine zentrale Gasleitung sorgt dafür, dass das Gas jederzeit genutzt werden kann. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten Gasheizungen zu betreiben. Neben Erdgas wird auch die Nutzung von Biogas immer öfter in Anspruch genommen. Sowohl Biogas als auch Erdgas sind im Gegensatz zu Öl sehr umweltfreundliche Brennstoffe. In modernen Gasheizungen kommt ausgereifte Technik zum Einsatz, die besonders betriebssicher ist.

Effizienz: Mit Gasheizungen lassen sich Wirkungsgrade zwischen 85 und 93 Prozent erzielen.

Anschaffungskosten: Die Anschaffungskosten einer Gasheizung liegen im Schnitt bei 5000 bis 10.000 Euro.

Pelletheizung


Mit Holz als nachwachsendem Rohstoff lässt sich im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen umweltfreundlicher heizen. Für die Holzpellets ist hier genau wie bei Ölheizungen ein separater Tank zur Lagerung notwendig. Da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, ist das Heizen mit Holzpellets eine sehr umweltschonende Variante. Zwar schwanken die Rohstoffpreise bei Holz auch, im Gegensatz zu Öl oder Gas jedoch nicht so stark. Wer umweltbewusst heizen möchte, sollte sich diese Variante genauer ansehen.

Effizienz: Pelletheizungen haben einen hohen Wirkungsgrad von 85 bis 100 Prozent.

Anschaffungskosten: Moderne Pelletheizungen sind ab 10.000 Euro zu haben.

Wärmepumpe


Mit einer Wärmepumpenanlage lässt sich besonders umweltschonend heizen. Es gibt unterschiedliche Arten von Wärmepumpen, am verbreitetsten sind Erdwärme- oder Umgebungsluftwärmepumpen. Um eine solche Anlage installieren zu können, müssen zahlreiche Voraussetzungen geprüft werden, damit sich der Betrieb auch lohnt. Zudem muss meist eine Baugenehmigung für die Installation eingeholt werden. Die Nutzung von Wärmepumpenheizanlagen macht sich bezahlt, je länger man die jeweilige Anlage nutzt. Die jährlichen Betriebskosten sind im Vergleich zu anderen Systemen sehr gering. Auch hier ist ein besonders umweltfreundlicher Betrieb sichergestellt.

Effizienz: Der Wirkungsgrad von Wärmepumpen ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig.

Anschaffungskosten: Für eine Wärmepumpenheizungsanlage müssen etwa 10.000 Euro eingeplant werden.

Kauf ist nicht immer die einzige Option


Unter Umständen gibt es nach der Installation einer Heizungsanlage technische Probleme, welche zu Mehrkosten führen können. Besonders ärgerlich ist das dann, wenn der jeweilige Heizungsmonteur nicht haftbar gemacht werden kann. Um dieses Problem zu umgehen, aber auch um die hohen Investitionskosten für eine neue Heizungsanlage zu vermeiden, kann es sich durchaus lohnen, ein modernes Heizsystem zu mieten.

Foto: pixabay.com


Wer die hohen Investitionskosten scheut oder nicht das Risiko von Fehlmontagen eingehen möchte, der kann eine entsprechende Heizung mieten statt kaufen. Alle Installations- und Wartungsarbeiten sind bei dieser Variante im monatlichen Mietpreis der Anlage einbegriffen.

Einzelfall genau prüfen


Um auch eine möglichst effiziente Heizungsanlage zu installieren, ist es vorteilhaft, verschiedene Optionen miteinander zu vergleichen. Im besten Fall lässt man sich dabei von einem Fachmann beraten. Nicht nur die Anschaffungskosten, auch die laufenden Kosten für den Betrieb sollten bei der Wahl berücksichtigt werden. Unter Umständen ist eine teure Anlage auf Dauer kostengünstiger. Bei Gas- und Ölheizungen sind die Betriebskosten immer von den jeweiligen Rohstoffpreisen abhängig. Um sich autarker zu machen, ist die ergänzende Nutzung einer Solaranlage durchaus sinnvoll, wenn genügend Fläche zur Verfügung steht. Die Investition in eine Heizungsanlage sollte immer auf die Zukunft ausgerichtet sein. Die Möglichkeit eine komplette Heizungsanlage zu mieten hat unter gewissen Voraussetzungen jedoch auch zahlreiche Vorteile.
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