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Kosten einer Immobilie richtig einschätzen

30.09.2020 | Beim Kauf einer Immobilie oder beim Hausbau kann es immer dazu kommen, dass die kalkulierten Kosten am Ende nicht für eine vollständige Finanzierung ausreichen. Nicht nur sollte man daher einen finanziellen Puffer einplanen, um auf unerwartete Mehrkosten reagieren zu können, auch sollte man im Vorfeld bedenken, welche zusätzlichen Belastungen auf einen zukommen können.

Foto: geralt - pixabay.com
Foto: geralt - pixabay.com


Alle Eventualitäten mit bedenken

Neben den reinen Kosten für den Hausbau werden in der regel ohnehin Zusatzkosten für Makler, Vermesser, Statiker, Bauwasser und Baustrom, Hausanschlüsse inkl. Medien sowie der sogenannte Bemusterungspuffer bei einer Immobilienfinanzierung eingeplant. Das sind aber bei Weitem nicht die einzigen gebühren die zusätzlich anfallen können. Mit etwas Pech kann es darüber hinaus zu Mehrkosten in folgenden Bereichen kommen:

  • Errichtung einer Baustraße
    Oft ist es nicht direkt ersichtlich, ob der Bau einer Baustraße erforderlich ist oder nicht. Bei den entsprechenden Ämtern lohnt es sich in jedem Fall diesbezüglich nachzuhaken. Notwendig ist eine Baustraße immer dann, wenn Kräne, Bagger und andere schwere Maschinen sonst keinen festen Untergrund am Baugrundstück haben. Die Kosten können hier stark variieren, es sollten etwa 1500 bis 2000 Euro eingeplant werden.

  • Mehrkosten bei der Badezimmerplanung
    bei der Badezimmerplanung wird in vielen Fällen zunächst einmal gespart, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Wer hier am falschen Ende spart, zahlt aber mitunter doppelt, etwa weil minderwertiges Material ausgetauscht werden muss oder das Bad am Ende doch nicht gefällt.

  • Mehrkosten durch Malerarbeiten etc.
    Die Kosten für Malerarbeiten, Bodenbeläge Wände und Decken werden bei der Finanzplanung häufig unterschätzt. In den meisten Fällen verzögern sich entsprechende Arbeiten und die kalkulierten Kosten werden überschritten. Hier lohnt es sich von Anfang an auf einen Festpreis zu bestehen, um das Risiko von Kostensteigerungen auszuschließen.


Tipp

Um die Gesamtkosten des Hausbaus möglichst zu reduzieren, bietet es sich an, zumindest teilweise Eigenleistungen mit einzubringen. Selbstverständlich müssen beispielsweise Arbeiten an der Elektrik, dem Heizungssystem oder den sanitären Anlagen von Fachleuten ausgeführt werden, dennoch gibt es zahlreiche Ansatzpunkte, mit denen man die Baukosten reduzieren kann. Insbesondere beim Innenausbau lohnt es sich selbst Hand anzulegen.

  • Mehrkosten Gas- und Elektroanschluss
    Für den Gas- und Elektroanschluss lässt sich die Hausanschlusssäule entweder vor dem Haus errichten oder aber in das innere des Gebäudes verlegen. Dies ist zunächst ein optischer Faktor, wer sich hier aber vorschnell dazu entschließt die Säule vor dem Haus stehen zu lassen, um Kosten zu sparen, muss mit Mehrkosten rechnen, sofern sich im Nachhinein umentschieden wird.

  • Mehrkosten durch Mängel
    Nicht fachgerecht ausgeführte Baumaßnahmen ziehen immer zusätzliche Kosten mit sich. Daher ist es besonders wichtig, professionelle und seriöse Bauunternehmen und Handwerker mit den entsprechenden Maßnahmen zu beauftragen. Pfusch am Bau ist eine der häufigsten Gründe für hohe Zusatzkosten.

  • Mehrkosten durch kleinere Anschaffungen
    Auch kleinere Anschaffungen können sich mit der Zeit auf eine höhere Summe belaufen. In den meisten Fällen hat man, sofern man auch Arbeiten in Eigenleistung durchführen möchte nicht das passende Equipment zur Hand, sodass man dieses unter Umständen kaufen oder mieten muss.


Puffer einplanen

Es gibt viele Gründe, die die erwarteten Baukosten während der Bauphase in die Höhe schnellen lassen können. Je genauer der Bau geplant ist, desto eher lassen sich solche Vorkommnisse vermeiden, komplett ausschließen kann man eine finanzielle Mehrbelastung aber nie. Daher sollte direkt zu Beginn der Finanzierung ein Puffer mit eingeplant werden, der es erlaubt, dass die Kosten sich etwas erhöhen. Im Zweifel, sofern dieses zusätzliche Geld nicht benötigt wird, kann man es unkompliziert in die Tilgung des Darlehns investieren. Eine zusätzliche Kreditaufnahme um finanziellen Mehrbedarf zu decken ist sicherlich auch denkbar. Dabei sollten die Konditionen einzelner Anbieter aber genau untereinander verglichen werden, hier findet man Kreditanbieter im kostenlosen Vergleich. Ein zusätzlicher Ratenkredit beispielsweise, ist eine gute Möglichkeit kurzfristig auf finanzielle Mittel zuzugreifen. Wenn der finanzielle Rahmen also ausgeschöpft ist und der Immobilienkredit sich nicht erweitern lässt, ist ein zusätzlicher Ratenkredit durchaus eine Lösung, um die Baukosten tragen zu können und den Bau möglichst ohne Verzögerungen weiterlaufen zu lassen.

Fazit

Einige tausend Euro sollte man also in jedem Fall als finanziellen Spielraum mit in die Baufinanzierung mit einplanen. So ist es unkomplizierter auf unvorhergesehene Mehrkosten zu reagieren und die Bauphasen können wesentlich entspannter ablaufen. Im Zweifel kommt man nicht um die Aufstockung des Kredits oder einen zusätzlichen Ratenkredit umher. Je genauer man sich auf den Bau vorbereitet und über mögliche Mehrkosten informiert, desto genauer lässt sich die Gesamtkreditsumme planen und festlegen. Dabei sollte auch nicht vergessen werden, dass z.B. oftmals auch noch eine Maklerprovision für den Erwerb eines Grundstücks hinzu kommt. Es ist durchaus ratsam die Finanzierung mit einem professionellen Immobilienberater zu besprechen, um hier umfassend beraten zu werden. Darüber hinaus kann es unter Umständen sinnvoll sein, Bauversicherungen abzuschließen, um sich gegen nicht selbstverschuldete Mehrkosten abzusichern.

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