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Kaminöfen für Niedrigenergiehäuser – 3 elementare Auswahlkriterien

18.06.2019 | Ein Kaminofen kann zur Optimierung der Energiebilanz von Niedrigenergiehäusern beitragen. Da die hervorragend isolierten Gebäude nicht jede Art von Feuerstätte zulassen, ist ein Blick auf die Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße und effiziente Inbetriebnahme ein Muss. Drei wichtige Faktoren im Überblick.

Foto: pixabay.com - Free-Photos
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1. DIBt-Zulassung bestätigt Raumluftunabhängigkeit (RLU)


Damit Brennstoffe wie Holz oder Briketts ordentlich verbrennen, ist eine kontinuierliche Sauerstoffzufuhr unverzichtbar. Während in älteren Gebäuden durch mangelhafte Isolierung ständig Frischluft durch kleinste Zwischenräume ins Innere vordringt, ist das bei Niedrigenergiehäusern nicht mehr der Fall. Die Gebäudehülle ist so gut gedämmt, dass Heizenergie im Vergleich wesentlich effizienter eingesetzt wird. Hinsichtlich der Energiekosten ist die dichte Gebäudehülle ein großer Vorteil, für raumluftabhängige (RLA) Kaminöfen hingegen ein Hindernis. Der Grund: Es fehlt an Frischluft. Der Mangel an Sauerstoff verhindert nicht nur einen effektiven Betrieb des Ofens. Er gefährdet außerdem die Gesundheit der Bewohner, was das weitaus größere Übel ist. Sauerstoffmangel kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit führen. Im schlimmsten Fall reichert sich Kohlenmonoxid in der Atemluft an. Das Blutgift kann innerhalb von Minuten zum Tod führen.

Aufgrund der Risiken sind raumluftunabhängige Kaminöfen im Niedrigenergiehaus Pflicht. Hierbei wird der Ofen nicht mit Raumluft versorgt, sondern mit extern zugeführtem Sauerstoff über separate Anschlussstutzen oder einen doppelzügigen Kaminschacht. „Absolut raumluftunabhängig arbeiten jedoch nur Kaminöfen mit einer DIBt-Zulassung und der entsprechenden Prüfnummer“, erklärt der Ofen-Fachhändler EnergieWerk Ost GmbH aus Sachsen online. Das Unternehmen handelt mit Öfen namhafter Hersteller wie Aduro, Morsø und Wamsler. Darunter zertifiziert raumluftunabhängige Kaminöfen mit genannter Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt). Über den Filter „Verbrennungsluft“ lässt sich gezielt nach zugelassenen Produkten Ausschau halten. Die Anforderungen an die Dichtigkeit von Zuluftleitung und Verbindungsstücken sind bei raumluftunabhängigen Modellen besonders hoch, um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Sind Kaminöfen mit dem Kürzel „RLU“ gekennzeichnet, ist damit ihre Raumluftunabhängig gemeint.

Die Vorteile von RLU Kaminöfen mit Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik:
  • kein zusätzliches Lüften notwendig
  • kein Gesundheitsrisiko durch Sauerstoffmangel
  • Öfen werden kontinuierlich mit Frischluft versorgt
  • effiziente Verbrennung
  • Leistung wird nicht nur Druckschwankungen im Raum beeinträchtigt


Ob ein raumluftunabhängiger Kaminofen für das jeweilige Eigenheim vorgeschrieben ist, kann ein Schornsteinfeger fachkundig beantworten. Neben Niedrigenergie- und Passivhäusern ist ein zertifiziertes Modell bei Nutzung einer Lüftungsanlage mit kontrollierter Be- und Entlüftung wichtig.

Foto: pixabay.com - Mondisso
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2. Leistung überdenken!


Viele Kaminöfen in Niedrigenergiehäusern sind überdimensioniert, also zu leistungsstark für die zu erwärmende Wohnfläche. Das führt schnell zum Überhitzen der Wohnlandschaft. Um eine angenehme Raumtemperatur zu erreichen, werden Fenster und Türen geöffnet. Mit sparsamem Heizverhalten hat das leider wenig zu tun. Für maximale Effizienz muss die Heizleistung passend zum Heizwärmebedarf bedarfsgerecht bestimmt werden. Zur Orientierung: Pro Quadratmeter und Stunde reichen zwischen 40 bis maximal 80 Watt. Als Faustformel zur Berechnung der erforderlichen Heizleistung ist bei Niedrigenergiegebäuden mit einer Raumhöhe von 250 Zentimeter von einem Kilowatt (kW) für 14 bis 20 Quadratmeter auszugehen. Der exakte Wärmebedarf lässt sich jedoch nur kalkulieren, wenn auch die Fensterzahl und die Lage des Aufstellungsraums innerhalb der Immobilie einbezogen werden.

3. Maximaler Wirkungsgrad voraussetzen!


Um den hohen Ansprüchen an die Effizienz gerecht zu werden, sollte ein Kaminofen im Niedrigenergiehaus einen möglichst hohen Wirkungsgrad mit sich bringen. Dieser Wert gibt an, wie viel der erzeugten Verbrennungsenergie tatsächlich in Form von Wärme an Räume abgegeben wird. Bei einem Ofen mit einem Wirkungsgrad von 79 Prozent entweichen 21 Prozent der Wärmeenergie ungenutzt durch den Schornstein nach außen. Je höher also der Wirkungsgrad, desto effizienter der Ofen. Inzwischen gibt es innovative Öfen, die Werte über 90 Prozent erreichen. Unter anderem nimmt die Gestaltung des Brennraums großen Einfluss. Bei cleverer Konstruktion und der Verwendung solider Materialien ist ein emissionsarmer und überaus effizienter Verbrennungsprozess möglich. Gleiches gilt für die Luftführung innerhalb des Systems.
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