« zurück zur Liste

Jetzt noch in Immobilien investieren?

19.08.2019 |  Die Immobilienpreise haben in vielen deutschen Städten in den vergangenen Jahren absolute Höchstpreise erreicht. Prompt wird bereits von einer Immobilienblase gesprochen. Die Bundesbank erklärte bereits Ende 2018, dass etwa 10 bis 20 % der Immobilien überbewertet sind. Die Folge: Beim Erwerb von Immobilien muss insgesamt mehr Eigenkapital aufgewendet werden und die Renditen bei neuen Anlageimmobilien sinken. Viele Anleger stellen sich daher zurecht die Frage: Sollte man jetzt eigentlich noch in Immobilien investieren?

Die Nachfrage nach Wohnimmobilien steigt

 

Fakt ist, dass in Ballungszentren wie Frankfurt, München, Hamburg oder Berlin bereits absolute Höchstpreise für Immobilien aufgerufen werden. Von einer sinkenden Nachfrage nach Mietwohnungen, oder auch Gewerbeimmobilien kann jedoch absolut keine Rede sein.

 

Der knappe Wohnraum ist auf den Zuzug von Menschen aus dem In- und Ausland sowie auf die lange Zeit eher müde Bautätigkeit zurückzuführen. Teilweise wurde jedoch auch am hierzulande bestehenden Bedarf für normale Wohnimmobilien vorbeigebaut und vornehmlich in Luxusimmobilien investiert. Der Blick richtete sich hauptsächlich auf ausländische Investoren, für die Immobilien hierzulande immer noch wie Schnäppchen anmuten. Folge: Die Preise steigen weiterhin, was natürlich auch Chancen für Investoren mit sich bringt und auch neue Finanzierungsformen wie Immobilien Franchise der E1-Holding fördert.

 

Dennoch müssen Anleger in Immobilien aufpassen, dass die Rendite bei Anlageimmobilien nicht verloren geht. Ein hoher Einkaufspreis und weniger stark steigende Mieten oder eine sich abzeichnende Verlangsamung der Preissteigerungen bei zum Wiederverkauf stehenden Wohnungen schmälert letztlich die Rendite.

 

Umland und Mittelzentren immer mehr gefragt

 

Professionelle Investoren im Immobilienbereich haben mittlerweile bereits ein Auge auf das Umland von teuren Ballungszentren sowie auf Deutschlands Mittelzentren geworfen. Viele Menschen, die in den Großstädten arbeiten suchen sich bezahlbaren Wohnraum in der Peripherie der Städte. Hinzu kommen aufstrebende Mittelzentren, die vor allem vom Wirtschaftsboom der vergangenen Jahre profitiert haben und dementsprechend einen Zuzug von Menschen zu verzeichnen haben. In solchen Lagen ist die eine oder andere Immobilie noch relativ günstig zu haben. Mit jedem weiteren Zuzug steigt natürlich die Nachfrage, was eine entsprechende Wertsteigerung und Renditechancen mit Immobilien nach sich zieht. Wer sich für Immobilien im Umland und in den Mittelzentren interessiert, sollte in jedem Fall darauf achten, dass die Infrastruktur stimmt. Zuzügler, die in die Zentren pendeln müssen, gut zur Arbeit kommen, Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten oder eine solide medizinische Versorgung müssen zugänglich sein. Chancen bieten sich auch bei renovierungsbedürftigen Immobilien, mit denen nach einer Modernisierung entsprechende Mehreinnahmen generiert werde können.

 

Mieten sind die neuen Zinsen

 

Wer sich nicht der Unsicherheit der Aktienmärkte aussetzen will, kann mit Immobilien, mal ganz abgesehen von einem teuren Einkaufspreis derzeit eigentlich nicht viel falsch machen. Hier spielen vor allem die historisch niedrigen Zinsen eine Rolle.

 

Die Minizinsen auf verzinsliche Bankeinlagen wie Tages- oder Festgeld können nicht einmal die Inflation auffangen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Sparer zukünftig mit Strafzinsen rechnen müssen, wenn sie ihr Geld zur Bank bringen. Es ist derzeit überhaupt nicht abzusehen, dass es in den nächsten Jahren zu einem Anstieg der Zinsen kommen wird. Für Immobilienkäufer sind das vor allem gute Nachrichten. Fremdkapital bleibt günstig, was eine entsprechende Nachfrage nach Eigenheimen unterstützt.

 

Auch wenn sich die Steigerung der Immobilienpreise abschwächt, kann auf langer Sicht mit weiter steigenden Hauspreisen gerechnet werden.

 

Wertsteigerungen bis zu 100 % in den letzten 15 Jahre

 

Wer sich beispielsweise vor 15 Jahren eine Wohnung in einer Stadt wie Hannover gekauft hat, musste in einer guten Lage etwa 1.000 Euro je Quadratmeter auf den Tisch legen. Neu errichtete Wohnungen kosteten seinerzeit bis zu 1.800 Euro. Heute müssen Investoren 3.000 Euro bis 4.000 Euro für einen Quadratmeter bezahlen.

 

Das entspricht im Einzelfall einer Wertsteigerung von 60 % bis zu 100 % und mehr. In der Langfristbetrachtung gab es zwar immer wieder einmal Phasen in denen mit Preisrückgängen gerechnet werden musste, jedoch folgen auch die Immobilienmärkte einem gewissen Zyklus. Dabei ist zu beachten, dass die Preissteigerungen oder auch Preissenkungen oft erst mit ein paar Jahren Verzögerung zum wirtschaftlichen Zyklus eintreten.

 

Insgesamt jedoch konnten sich die Immobilienmärkte immer wieder erholen und neue Höchststände bei den Preisen aufweisen. Wer in Immobilien investiert, sollte also in jedem Fall langfristig denken. Für kurzfristige Renditejäger sind zwar derzeit immer noch Chancen vorhanden, jedoch belasten höhere Preise bei weniger starksteigenden Mieten oder eine sich abschwächenden Konjunktur die Höhe der Rendite.

501240

« zurück zur Liste