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Ioannis Moraitis: Das Wohnen in der Hauptstadt

09.01.2019 | Ioannis Moraitis ist Chef der hedera bauert GmbH und hat einen klaren Fokus: Als Berliner Bauträger und Projektentwickler setzt er auf Dachausbauten in der Großstadt und die Sanierung denkmalgeschützter Bestandsgebäude. Damit springt Ioannis Moraitis auch in ein Metier, das einen Bauträger vor allem bautechnisch vor besondere Herausforderungen stellt. Doch damit nicht genug. Auch in der Hauptstadt, der Stadt der Mieter, will Ioannis Moraitis die Menschen dazu bewegen, Wohneigentum für sich zu entdecken – als Renditeobjekt oder gar um langfristig Kosten zu sparen um selbst im Eigentum zu wohnen. Welchem Wohnungsmarkt sich Ioannis Moraitis damit stellt, verrät der folgende Beitrag.
 

In Berlin passiert das im Großen, was in kleineren Orten im Kleinen passiert


Wer sich in der Stadt der Mietenden aufmacht, um eine Wohnung zu suchen, der sieht sich schnell in einer Reihe mit mehreren hundert Bewerbern. Die BZ-Berlin spricht von 836 Wohnungssuchenden, die alle diese eine Wohnung wollten: 54 Quadratmeter Wohnraum in Neukölln. Damit führt Neukölln das Ranking mit den meisten Interessenten an. Die 54 Quadratmeter Wohnfläche würden sich die Interessierten übrigens für eine Kaltmiete von 8,80 Euro pro Quadratmetern anmieten.

803 Bewerber kamen auf eine 55-Quadratmeter-Wohnung in Charlottenburg zu einem Quadratmeterpreis von 9,40 Euro. In Wedding reihten sich 730 Interessenten hintereinander, um 53 Quadratmeter zu einem Quadratmeterpreis von 9,10 Euro anmieten zu dürfen. In Prenzlauer Berg waren es 705 Interessierte, die eine 56-Quadratmeter-Wohnung für 10,40 Euro pro Quadratmeter anmieten wollten. Am Ende der langen Liste steht Adlershof. Für eine 60-Quadratmeter-Wohnung interessierten sich hier gerade einmal 178 Interessierte, obgleich der Quadratmeterpreis mit 8,60 Euro vergleichbar war.
Foto: pixabay.com © RalfGervink (CC0 Public Domain)
Der Berliner Ortsteil ist beliebt. Entsprechend teuer sind dort auch auch die Quadratmeterpreise für Wohnraum. - Foto: pixabay.com © RalfGervink (CC0 Public Domain)


Auch diese Ergebnisse zeigt die Tabelle auf:
  • Hier liegt der Quadratmeterpreis am höchsten: Mit 11,80 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete ist es in Mitte am teuersten. Prenzlauer Berg (10,40 Euro pro Quadratmeter), Wittenau (10,20 Euro pro Quadratmeter), Kreuzberg (10,10 Euro pro Quadratmeter) und Schmargendorf (10,00 Euro pro Quadratmeter) folgen.
  • Hier liegt der Quadratmeterpreis am niedrigsten: In Marzahn lässt sich Wohnraum mit 7 Euro pro Quadratmeter am günstigsten mieten. In Staaken (7,30 Euro pro Quadratmeter), Hellersdorf und Waidmannslust (jeweils 7,40 Euro pro Quadratmeter) sowie Rudow, Marienfelde, Buckow und Spandau (jeweils 7,90 Euro pro Quadratmeter) mietet es sich ebenfalls noch vergleichsweise günstig.
  • Hier gibt es den meisten Wohnraum: In Friedenau gibt es mit 72 Quadratmeter und in Schmargendorf mit 70 Quadratmeter die größten Wohnungen. Marzahn und Lichtenberg haben mit je 52 Quadratmetern und Oberschöneweide und Wedding mit je 53 Quadratmetern die kleinsten Wohnungen zu bieten.


Foto: pixabay.com © cozmicphotos (CC0 Public Domain)
Auch Prenzlauer Berg ist mit einem Quadratmeterpreis von 10,40 Euro eine der teuersten Ecken der Hauptstadt. - Foto: pixabay.com © cozmicphotos (CC0 Public Domain)


Auch Ioannis Moraitis weiß, wo Berlin günstig, lebenswert und familienfreundlich ist


Ioannis Moraitis nennt Mitte, Tiergarten und Charlottenburg als die Stadtteile, in denen exklusives Wohnen möglich ist. Lebenswert und preiswert ginge es in Wedding, Spandau und Lichtenberg zu. In Reinickendorf, Pankow und Tempelhof hingegen warten Ruhe und bezahlbare Preise auf Alt- und Neu-Berliner, verrät er. Ruhig und teuer ist es in Lichterfelde, Wannsee, Zehlendorf und Steglitz. Damit zeigt der Berliner Immobilienprofi auch, dass es vermessen wäre zu behaupten, dass die Hauptstadt per se ein teures Pflaster zum Leben sei. Stattdessen gibt es günstige Wohnorte ebenso wie ruhigere und belebtere Ecken. In Spandau ist’s eben ruhiger.

Auch für Familien gibt es eine klare Empfehlung seitens des Berliner Immobilienprofis: Charlottenburg, Pankow, Friedrichshain, Steglitz und Prenzlauer Berg seien seiner Meinung nach die Familienbezirke. Und das wiederum macht er mitunter auch an der Infrastruktur fest, die dort vorherrscht: Hier gibt es Angebote im Bereich, Freizeit und Kultur. Auch das Thema Sicherheit, Grünanlagen, Parks, Schulen, Kindergärten und moderne Wohnräume sind Familien wichtig. Neben ihrer familienfreundlichen Ausrichtung haben diese Stadtteile noch etwa gemein: Sie sind saniert und daher nicht die günstigsten Flecken der Stadt, stehen aber dennoch gerade bei Familien hoch im Kurs. Summa summarum sollen eine geringe Kriminalitätsrate und dafür eine gute Nachbarschaft Kindern den Lebensraum bieten, den sie brauchen, um sich zu entfalten.

Foto: pixabay.com © Thomas Wolter (CC0 Public Domain)
Parks und Grünflächen sind vor allem für Familien mit Kindern wichtig. Der Britzer Garten (hier im Bild) ist nur ein Beispiel von vielen Grünflächen der Stadt. - Foto: pixabay.com © Thomas Wolter (CC0 Public Domain)


Ioannis Moraitis weiß auch: Für Anleger unabhängig von ihrem persönlichen Umfeld ist Infrastruktur und Komfort wichtig. Nur Familien setzen noch zwei Wünsche obendrauf: eine geringe Kriminalität und gute Bildungsangebote. Dafür sind sie auch bereit, mehr in Wohnraum zu investieren. Wer sich als Familie selbst testen möchten, worauf es in punkto Wohnraum ankommt, kann diesen Eltern-Test absolvieren. Die Themen des Tests behandeln die Frage, ob die Stadt oder das Land besser als Wohnraum für Familien geeignet sind – mit allen Konsequenzen was Wohnraum, Freiraum, Natur und Infrastruktur angeht.
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