« zurück zur Liste

Immobilienfinanzierung: Gründliche Recherche vorab ist unerlässlich

02.07.2018 | Fallende Zinsen haben dafür gesorgt, dass die Finanzierung der eigenen vier Wände trotz steigender Immobilienpreise nach wie vor eine attraktive Option für viele Menschen bleibt. Damit die monatliche Belastung auch bei insgesamt steigenden Kosten zu stemmen ist, sollten Bauherren sich vorab allerdings gründlich informieren. Denn eine Baufinanzierung stellt immer eine langjährige finanzielle Bürde dar, die manchmal bis ins hohe Alter bestehen bleibt. Was beim Schuldenmachen zu beachten ist und auf welchen Wegen Sie sich die besten Informationen einholen, erklären wir im Folgenden.
Dank günstiger Zinsen ist die Finanzierung eines Eigenheims eine derzeit attraktive Option. - Foto: https://pixabay.com @ moerschy


Das Internet als Informationsquelle nutzen


Wer nach der günstigsten Baufinanzierung für die künftige Immobilie sucht, sollte sich Informationen aus verschiedenen Quellen einholen. Denn nur so lassen sich verschiedene Angebote möglichst breit vergleichen. Eine der wichtigsten Ressourcen stellt dabei das Internet dar: Hier steht dem Nutzer eine Masse von Daten und Angeboten zur Verfügung, die einen guten ersten Überblick verschaffen. Von Online-Ratgebern bis zu Angebotsvergleichsrechnern bietet das Netz ein breites Spektrum an nützlichen Informationsquellen für Bauherren. So ist es beispielsweise einfach möglich, die aktuellen Bauzinsen zu vergleichen, die Nebenkosten zu errechnen oder die Finanzierbarkeit des Bauprojekts zu überprüfen. Mithilfe derartiger Werkzeuge lässt sich schnell feststellen, welche monatliche Belastung bei welchen Tilgungsraten anfällt beziehungsweise wie schnell die Restschuld bei einer bestimmten Tilgungshöhe beglichen ist.

Das eigene Budget einschätzen


Vor dem Abschluss einer Hypothek ist das monatliche Budget gründlich zu kalkulieren. Die Bauzinsen plus Tilgungsrate sollten so niedrig sein, dass sich der derzeitige Lebensstandard ohne große Einschränkungen aufrechterhalten lässt. Ideal ist es, wenn noch ein Spielraum für private Anschaffungen und Hobbys bleibt. Denn die Belastung durch eine Baufinanzierung erstreckt sich meist über Jahrzehnte und es ist keine realistische Option, sich dauerhaft bei Urlaubsreisen oder Autoreparaturen einschränken zu müssen.

Wichtig ist es zudem, genügend Reserven für notwendige, aber unvorhergesehene Ausgaben auf der Seite zu haben: So herrscht bei einem Eigenheim zum Beispiel stets die Gefahr, dass Renovierungen oder Handwerksarbeiten anfallen, die am Ende kostspieliger ausfallen als erwartet. Als Faustregel gilt, etwa zwei Prozent der Finanzierungssumme als Notgroschen zur Seite zu legen. Bei der Berechnung der monatlichen Einnahmen ist stets nüchtern vorzugehen: Miteinbezogen werden dürfen nur regelmäßige Einnahmequellen. Unregelmäßige Zusatzeinkommen sind zu unsicher und sollten deshalb aus der Kalkulation ausgespart werden.

Ruhige Abende im Eigenheim kann nur verbringen, wer seine Finanzen vorab gut kalkuliert hat. - Foto: https://pixabay.com @ jill111


Die maximale Kreditrate berechnen


Wer derzeit noch zur Miete wohnt, kann die höchstmögliche Monatsrate auch auf anderem Weg berechnen: Die derzeitige Kaltmiete ist ein guter Richtwert, da diese ja nach dem Einzug in die eigenen vier Wände entfällt. Die Betriebskosten sind hingegen weiterhin zu bezahlen und können je nach Größe und Art der Immobilie sogar höher als bisher ausfallen. Auch sind beim Eigenheim anfallende Instandhaltungskosten hinzuzurechnen – dafür empfehlen Experten, frühzeitig Rücklagen zu bilden. Mit der so errechneten Monatsrate plus Eigenkapital lässt sich dann kalkulieren, welcher Darlehensbetrag möglich ist. Für die Höhe der Monatsrate spielt die Laufzeit der Hypothek eine große Rolle: Wer plant, nach der Pensionierung mietfrei zu wohnen, hat im Schnitt zwischen zwanzig und dreißig Jahre Zeit, um den Baukredit zurückzuzahlen.

Genügend Eigenkapital zur Seite legen


Viele Kriterien sind zu bedenken, wenn es darum geht, durchdacht Schulden zu machen: Die monatlichen Bauzinsen und Tilgungsraten sind das eine, eine ausreichend hohe Summe Eigenkapital das andere. Denn eine entspannte Finanzierung ist einerseits nur möglich, wenn genügend Erspartes im Hintergrund ist. Andererseits ist das Vorhandensein von Eigenkapital die Voraussetzung für attraktive Finanzierungsangebote – die Kreditbedingungen hängen maßgeblich von der Summe ab, die der Bauherr selbst zu stellen vermag. Zum Eigenkapital zählen grundsätzlich alle Gelder auf Spar- oder Girokonten sowie Lebensversicherungen, Bausparverträge und Aktiendepots. Dabei kann es je nach Produkt sinnvoll sein, dieses für die Baufinanzierung einzusetzen. Im Zweifel gilt aber immer: Besser großzügige Rücklagen einplanen, als über Jahrzehnte schlaflose Nächte wegen finanzieller Knappheit ertragen müssen – denn das Eigenheim lässt sich nur bei entsprechender Sorgenfreiheit langfristig genießen.
468865
« zurück zur Liste