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Immobilien und Beruf

07.07.2020 | Jeder wünscht sich, in seinem Traumberuf tätig zu sein. Angesichts der unglaublich vielen Möglichkeiten, die es heutzutage gibt, ist es nicht leicht, hier die richtige Wahl zu treffen. Beruf hat im besten Fall mit Berufung zu tun, also damit, sich erwerbsmäßig mit etwas zu beschäftigen, das einen tatsächlich interessiert und das einem liegt. Beispielsweise in der Immobilienbranche gibt es viele sehr unterschiedliche Jobs: für reine Praktiker oder auch gut bezahlte Theoretiker.

(Quelle: pexels.com)

In der Wirtschaft geht es auf und ab – Immobilien bleiben

Natürlich bestimmen die wirtschaftlichen Randbedingungen mit, wie sich die Immobilienwirtschaft entwickelt. Trotzdem haben Immobilien gegenüber anderen Wirtschaftsgütern einen enormen Vorteil: Sie bleiben nicht nur wo und wie sie sind, sondern ihr Wert ist von vielen anderen ökonomischen Parametern unabhängig und somit vergleichsweise stabil. Angesichts einer nicht vorhersehbaren Krise wie der aktuellen Corona-Pandemie erweist sich das – einmal wieder – als Vorteil. Wer sich also für einen Job in der Immobilienbranche interessiert, kann davon ausgehen, dass der vergleichsweise krisensicher ist: Immobilienobjekte müssen stets betreut werden und wechseln immer wieder den Besitzer, denn in jeder Krise gibt es auch Gewinner, die ihr Geld gut investieren wollen. Die derzeit extrem niedrigen Zinsen bedeuten für den Immobilienmarkt eine zusätzliche gute Voraussetzung.

Eine extrem vielseitige Branche

Die Bandbreite der Berufe in der Immobilienbranche ist groß, die Spanne der Gehälter im Immobilienmanagement dementsprechend ebenfalls. Es gibt hier Jobs, die keine Ausbildung voraussetzen, aber auch solche, denen ein Studium vorausgeht.

Wer ein Naturtalent mit Werkzeug und bei Ausbesserungs- und Reparaturarbeiten ist, kann beispielsweise als Hausmeister arbeiten. Natürlich sind in einer solchen Tätigkeit Fleiß und ein gutes Bewusstsein für Service am Kunden wichtige Voraussetzungen für beruflichen Erfolg. Je nach Qualifikation starten Hausmeister mit dem Mindestlohn, können sich aber weit darüber hinaus einkommensmäßig verbessern. Auch ausgebildete Handwerker wie beispielsweise Installateure, Schreiner, Maler und Anstreicher oder Dachdecker bringen hervorragende Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Facility Manager mit.

Als Sachbearbeiter in der Verwaltung von Immobilien wechselt man von der Praxis in die Theorie; je nach Qualifikation liegen die Gehälter etwa bei knapp 30.000 Euro pro Jahr und aufwärts.

Sehr praxisorientiert wird es, wenn jemand als Bauleiter arbeitet. Hier sind Jahreseinkommen von über 75.000 Euro möglich.

Wer als Asset Manager tätig ist, legt das Vermögen von Privatpersonen oder Unternehmen in Immobilien an, um so möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften. Hier können Gehälter von über 100.000 Euro pro Jahr erzielt werden.

Etwas mehr verdienen noch Niederlassungsleiter und kaufmännische Leiter von Immobilienunternehmen.

Natürlich ist die Höhe eines Jahresgehaltes immer auch davon abhängig, ob man Mann oder Frau ist, (denn weibliche Mitarbeiter werden für die gleiche Arbeit bedauerlicherweise immer noch geringer entlohnt als ihre männlichen Kollegen), in welcher Region die Tätigkeit ausgeübt wird und wie groß das Unternehmen ist, in dem man angestellt wird.

Insgesamt bleibt festzustellen, dass Führungskräfte in der Immobilienbranche im Vergleich mit anderen Wirtschaftszweigen vergleichsweise weniger verdienen.

Ein Berufszweig mit vielen unterschiedlichen Möglichkeiten

Wer sein Berufsleben mit Gebäuden und Liegenschaften verbringen will, hat viele Möglichkeiten, das zu tun, denn in der Immobilienbranche sind Unternehmen sehr unterschiedlicher Natur ansässig. Da wären zunächst Immobilienagenturen, die selbstständig oder als Franchise-Unternehmen tätig sein können, um bei Kauf, Verkauf bzw. Vermietung zu vermitteln, beraten und zu unterstützen. Außerdem gibt es Beratungsgesellschaften sowie Unternehmen, die sich mit Immobilienmanagement und -entwicklung beschäftigen. Zudem besitzen Banken in der Regel eine spezielle Abteilung, welche   Beratungen und Investitionen in Bezug auf Immobilien abwickeln. Wieder andere Firmen haben sich auf die Bewertung und Schätzung von Immobilien spezialisiert und erstellen Sachverständigengutachten; manche verwalten Liegenschaften. Nicht zuletzt gibt es technische Planungsbüros mit Stadtentwicklern, Landvermessern, Ingenieuren oder Architekten.

Ein interessantes Berufsfeld auch für Quereinsteiger

Vielen Leuten fällt beim Nachdenken über Jobs in der Immobilienbranche als Erstes der Immobilienmakler ein. Der ist zuständig für Verkauf bzw. Vermittlung von Immobilien. Dabei kann er als Angestellter einer Agentur oder als selbstständiger Gewerbetreibender arbeiten. Neben guten Fachkenntnissen ist es für jemanden in diesem Beruf wichtig, den Kontakt mit Menschen zu schätzen und über gute Kommunikationsfähigkeiten zu verfügen. Außerdem muss ein Immobilienmakler sich technisches und juristisches Know-how aneignen. Die Tatsache, dass das Internet mittlerweile zahlreiche Immobilienportale anbietet, hat den Beruf des Immobilienmaklers grundsätzlich verändert. Digitalkompetenz ist also ebenfalls erforderlich.

Wie auch in anderen Bereichen der Immobilienbranche ist es möglich, dass sich ein Immobilienmakler auf einen bestimmten Typ von Objekten spezialisiert: Da gibt es den Bereich der Wohnungen und Wohnhäuser, Gewerbeimmobilien, Industriegebäude, Immobilien, die sich für das Gastronomiegewerbe eignen, Büroimmobilien usw.

Wird ein Abschluss erfolgreich vermittelt, sei es für Vermietung oder Verkauf, hat der hieran beteiligte Immobilienmakler Anspruch auf eine Provision. Insgesamt hängt der Verdienstrahmen eines Maklers also ab von der Anzahl seiner erfolgreichen Transaktionen. Ist er bei einer Agentur fest angestellt, besteht sein Gesamtgehalt aus zwei Anteilen: Fixgehalt plus Provision(en). Selbstständige Makler leben ausschließlich von ihrem Erfolgshonorar. Der Verdienst ist also maßgeblich durch eine erfolgsabhängige Komponente geprägt.

Man kann sich per Fernstudium innerhalb von acht bis zwölf Monaten als Immobilienmakler mit Zertifikat ausbilden lassen. Immobilienmakler, die ein IHK-Zertifikat erwerben möchten, können sich (je nach Wunsch) in 11 Wochen qualifizieren oder die Ausbildung innerhalb von drei Jahren absolvieren. Sie besteht aus sieben Basisseminaren, zwei Wahlseminaren sowie einem Abschlusstest.

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