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Immobilie, Wertpapiere oder Festgeld: Welche Geldanlage ist am lukrativsten?

20.06.2019 | Mieteinnahmen, Aktiendividenden oder Zinserträge: Welche Vermögensanlage wirft die höchste Rendite ab? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Jedoch gibt es einige Kriterien, die Ihnen die Entscheidung für oder gegen eine Form der Geldanlage erleichtern. Fakt ist, dass es wenig sinnvoll ist, eine größere Summe auf dem Girokonto zu horten, während die Inflation das Ersparte nach und nach dezimiert. Ein Überblick über die wichtigsten Geldanlagen hilft, mehr aus dem Vermögen herauszuholen.

Foto: pixabay.com
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Wie viel taugen klassische Geldanlagen?


Sparbuch, Lebensversicherung und Festgeld haben ausgedient - so der Tenor von Wirtschaftsexperten. Seit der Finanzkrise vermiesen niedrige Zinsen Sparern die klassischen Geldanlagen. Ein Ende dieses Trends ist nicht in Sicht. Eine Vermögenssteigerung lässt sich mit ihnen nicht mehr erzielen. Doch ganz über Bord sollten Sparer sie nicht werfen.

Was tun, wenn das Auto den Geist aufgibt oder kostspielige Reparaturen anstehen? Ist auf dem Konto keine Reserve vorhanden, landet man rasch im Minus - und das lassen sich die Banken noch immer mit hohen Zinsen bezahlen. Investieren Sie also nicht Ihr gesamtes Vermögen in Immobilien oder Aktien. Als Notgroschen sollte man mindestens drei Monatsgehälter zurücklegen, auf die man kurzfristig zugreifen kann. Bei einem Tagesgeldkonto kommen Sie jederzeit an Ihr Geld. Die Zinsen sind zwar sehr gering, aber besser als gar keine.

Mehr Zinsen, die mitunter wenigstens die Inflationsrate wettmachen, winken beim Festgeldkonto - vorausgesetzt, Sie rühren das Geld mindestens zwei Jahre lang nicht an. Wenn Sie für einen Hausbau oder eine größere Anschaffung sparen, und bereits wissen, wann Sie das Geld benötigen, können Sie auf diese Weise Rücklagen bilden.

Noch immer punkten diese Geldanlagen in Sachen Sicherheit und Flexibilität. Die EU-weite Einlagensicherung stellt sicher, dass Ihr Guthaben selbst bei einer Bankinsolvenz nicht verloren geht - zumindest nicht bis zu einer Höhe von 100.000 Euro. Nennenswerte Erträge bringen sie jedoch nicht.

Immobilien: Vermögen in die eigenen vier Wände stecken


Ganz gleich, ob Sie Ihre jetzige Mietwohnung kaufen, ein Eigenheim für die Familie bauen oder als Hausbesitzer Mieten einnehmen möchten: Immobilien sind eine inflationssichere Vermögensanlage. Statt mit virtuellen Werten zu operieren, investieren Sie in reale Objekte.

Allerdings unterliegen auch Immobilien Wertschwankungen. Doch gerade in Ballungsgebieten stehen die Chancen gut, dass Sie durch Mieteinnahmen oder einen Weiterverkauf Gewinne erzielen. Ein Totalverlust ist unwahrscheinlich. Nutzen Sie Ihre Eigentumswohnung selbst, zahlen Sie keine Miete mehr. Langfristig sparen Sie dadurch eine erhebliche Summe ein. Vor allem im Rentenalter stellt eine selbst genutzte Immobilie eine erhebliche Entlastung der Haushaltskasse dar.

Aktien: Wer wagt, gewinnt


Bei Wertpapieren können sich bereits kleinere Sparbeträge auszahlen. Im Idealfall können Sie sich zurücklehnen und Ihr Geld für sich arbeiten lassen. Der Börsenmarkt ist nicht nur Profis vorbehalten. Freilich ist er mit einem höheren Risiko verbunden. Mit etwas Kenntnis und einer cleveren Strategie können Sie Ihre Renditechancen jedoch erhöhen. Wertpapiere unterscheiden sich zudem stark hinsichtlich ihres Risikofaktors voneinander. Zu den häufigen Formen zählen:

  • Aktien: Nur wenn Sie in ein gesundes, erfolgreiches Unternehmen investieren, stehen die Aussichten auf Rendite gut. Dann werden Sie am Jahresgewinn beteiligt. Bei schlechter Bilanz gehen Sie leer aus. Da Sie hierbei auf ein einziges Unternehmen setzen, ist das Risiko eines Verlustes sehr hoch. Zudem erfordern Aktien gute Branchenkenntnisse und aktiven Handel. Denn auch der Aktienverkauf bringt Geld ein, sofern Sie den Zeitpunkt abpassen, an dem der Unternehmenswert an der Börse hoch ist.
  • Fonds: Ein Fonds bündelt gleich mehrere Aktien. Kaufen Sie einen Fondsanteil, verteilt sich das Risiko daher stärker. Geht eine Firma in Konkurs, gleicht ein erfolgreiches Unternehmen den Wertverlust zumindest etwas aus. Verwalten Sie den Fonds selbst und aktiv, sollten Sie auf ein gutes Portfolio achten. Ein Portfolio aus länder- und branchenübergreifend investierenden Fonds verschafft Ihnen mehr Sicherheit. Fondssparpläne machen es möglich, schon mit einer kleinen Summe über die Jahre hinweg ein Vermögen anzuhäufen - dank des Zinseszins-Effekts.
  • ETFs (Exchange Traded Funds): Bei diesen sogenannten passiv verwalteten Aktienfonds erzielen Sie nicht unmittelbar Gewinne, sondern mit einer langfristigen Anlagestrategie. Dafür sind ETFs nahezu immer renditesicher. Dies liegt daran, dass sie schlicht etablierte und breit aufgestellte Indizes nachbilden. Da dies fast vollständig automatisiert funktioniert, sparen Sie Verwaltungskosten und brauchen auch keine Börsenkenntnisse. ETFs ordern Sie über Online-Wertpapierhändler wie beispielsweise Flatex.
  • Zertifikate: Hierbei erwerben Sie keinen Anteil, sondern leihen - zumeist einer Bank - Geld. Dadurch investieren Sie indirekt in einen Basiswert. Dabei handelt es sich beispielsweise um einen Rohstoff, eine Währung oder eine Aktie. Im Gegenzug partizipieren Sie an einer Steigerung des Basiswerts. Zertifikate bieten viel Gestaltungsspielraum. Da die Gewinnchancen von zahlreichen Faktoren abhängen, setzen Zertifikate viel Marktwissen voraus. Nur mit Know-how bleibt das Risiko moderat.


Immobilien vs. Aktien


Welche Geldanlage die richtige ist, hängt auch von persönlichen Faktoren ab. Wem sinkende Kurse schlaflose Nächte bereiten, der sollte auf Aktien verzichten. Doch keineswegs alle Wertpapiere stellen ein riskantes Unterfangen dar. Sicherer sind beispielsweise Fonds. Zudem setzen auch die Finanzierung einer Immobilie und langfristige Kreditverbindlichkeiten gute Nerven voraus. Bis man den Schuldenberg abgetragen hat, gehört die Immobilien mitunter jahrzehntelang der Bank. Bei beiden Anlageformen benötigen Sie einen langen Atem. Zudem bergen nicht nur Fonds ein Risiko: Ob das Haus an Wert gewinnt, ist ebenfalls nicht hundertprozentig sicher; der Wert steigt und fällt mit der Nachfrage. Es ist jedoch bei einer Immobilie unwahrscheinlich, dass Sie einen Totalverlust erleiden.

Dem Sicherheitsbedürfnis stehen die besseren Renditechancen beim Handel mit Aktien gegenüber. Wer ein gutes Händchen und viel Geduld mitbringt, kann das investierte Geld vervielfachen. Es besteht jedoch auch immer das Risiko, einen Großteil der investierten Summe zu verlieren.

Wertpapiere können für alle interessant sein, die noch relativ jung sind und noch nicht über viel Vermögen verfügen. Eine Immobilie erfordert dagegen eine hohe Anfangsinvestition. Bei Aktien können bereits vergleichsweise kleine Beträge gute Rendite einbringen. Auch bei Fondssparplänen wächst die Kapitalanlage nach und nach bei schon kleinen Sparsummen.

Legen Sie Wert auf Flexibilität, sind Sie mit Wertpapieren besser beraten. Allerdings müssen Sie die Marktentwicklungen regelmäßig verfolgen und gegebenenfalls aktiv handeln. Als Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung sind sie wiederum dazu verpflichtet, das Gebäude instand zu halten. Jedoch muss eine Immobilie keineswegs eine Belastung sein. Schließlich können Sie sie jederzeit verkaufen.

Alles in allem gibt es nicht die eine Geldanlage, die für jeden gleichermaßen lukrativ ist. Ein Tipp hat sich jedoch bewährt: Wer auf mehr als nur ein Pferd setzt, erhöht die Gewinnchancen und streut das Risiko. Die Geldanlagen Immobilie und Wertpapiere können sich daher gut ergänzen.
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