« zurück zur Liste

Gutachten für Häuser und andere Immobilien – Details, Gutachtenarten und die Kostenfrage

17.09.2020 | Die Gründe, die dafürsprechen, einen Gutachter mit der Schätzung eines Hauses bzw. einer anderen Immobilie zu beauftragen, sind vielseitig. In der Regel ist jedoch ein Kauf bzw. ein Verkauf der Grund dafür, weshalb der so oft zitierte „faire Preis“ für Käufer bzw. Verkäufer eine wichtige Rolle spielt.

Professionelle Immobiliengutachter, die selbstverständlich eine Immobilien- oder Baugutachter Ausbildung absolviert haben, verfügen über das Fachwissen, das es braucht, um die aktuelle Situation richtig einschätzen zu können.

Details, Gutachtenarten und die Kostenfrage - Foto: envatoelements - microgen
Details, Gutachtenarten und die Kostenfrage - Foto: envatoelements - microgen


Aber: das klassische Gutachten gibt es nicht! Vielmehr ist die Einschätzung der betreffenden Immobilie von mehreren Faktoren abhängig. Fest steht, dass es so gut wie immer sinnvoll ist, im Zusammenhang mit einem Kauf bzw. einem Verkauf einen Gutachter zu engagieren. So besteht unter anderem die Möglichkeit, vor zukünftigen Vertragspartnern noch kompetenter aufzutreten.

Was macht ein Immobilien Gutachter eigentlich?

Ein professioneller Immobilien Gutachter bewertet unabhängig und neutral. Seine Aufgabe ist es, den Wert einer Wohnung, eines Hauses oder eines Grundstücks möglichst genau zu schätzen.

Hierzu nutzt er charakteristische Methoden, die teilweise sogar gesetzlich vorgeschrieben sind. Manche Gutachter bieten jedoch nicht nur besagte Schätzung an, sondern begleiten den Käufer von der Ausschreibung seiner Immobilie bis zur Vertragsunterzeichnung.

Maßgebliche Faktoren, die den Wert einer Immobilie bestimmen und vom Gutachter bei einer Objektbewertung bzw. Preisermittlung berücksichtigt werden, sind unter anderem:

  • deren Baujahr
  • der Zustand der Bausubstanz
  • die Ausstattung
  • die Größe der Wohn- und Grundstücksfläche
  • die Wohnumgebung bzw. die Lage.


All diese Details haben Einfluss auf den letztendlichen Wert des Hauses bzw. der Wohnung. Daher dokumentiert der beauftragte Gutachter unter anderem:

  • bestehende Schäden und Mängel
  • die technische Ausstattung der jeweiligen Immobilie
  • die Vorkehrungen, die im Bereich „Brandschutz“ getroffen wurden


und erklärt häufig zudem, wie beispielsweise die besagten Mängel gegebenenfalls beseitigt werden können. So erhält der Verkäufer „ganz nebenbei“ auch viele wertvolle Tipps, die ihm gegebenenfalls dabei helfen können, den Wert seiner Immobilie vor dem Verkauf noch weiter zu steigern.

Besonders wichtig: eine fundierte Grundausbildung

Gutachter kommen heutzutage aus den unterschiedlichsten Bereichen. Wer sicherstellen möchte, dass er einen kompetenten, fachkundigen Partner an seiner Seite hat, sollte jedoch immer auf einen Fachmann bzw. auf eine Fachfrau setzen, der/ die über eine Immobiliengutachter Ausbildung verfügt und sich bei seinem Wissen nicht ausschließlich auf ein „gutes Fingerspitzengefühl“ beruft.

Basierend auf einer entsprechenden Ausbildung, jedoch auch im Zusammenhang mit der jeweiligen Qualifizierung gibt es verschiedene Bereiche, auf die sich ein Gutachter bei seiner Arbeit fokussieren kann.

So gibt es beispielsweise:

  • freie Sachverständige, die besonders oft mit dem klassischen Hauskauf bzw. -verkauf beauftragt werden. Die Dokumente, die diese Gutachter erstellen, sind weitverbreitet, werden jedoch von Behören nicht als Wertgutachten anerkannt. Sie werden meist von Hausbesitzern genutzt, die sich einen Überblick über den Wert ihrer Immobilie verschaffen möchten und das entsprechende Gutachten nicht vor Gericht nutzen müssen.
  • Staatlich anerkannte Gutachter, die über eine Zertifizierung von der IHK verfügen und deren Dokumente auch vor Gericht Aussagekraft besitzen. Die betreffenden Gutachter sind vereidigt und sind unter anderem auch im Zusammenhang mit öffentlichen Aufträgen bzw. Gutachten tätig.
  • Öffentlich bestellte Sachverständige erstellen Gutachten, die unter anderem auch vor Gericht genutzt werden können. Auch diese Gutachter werden von der IHK zertifiziert. Sie verfügen, selbstverständlich ebenso wie der staatlich anerkannte Gutachter, über ein breitgefächertes Wissensspektrum in Bezug auf die Schätzung von Immobilien unterschiedlichster Art.


Welche Gründe können für einen Anspruch auf Minderung aussagekräftig sein?

Gutachter von Immobilien werden im Zuge ihrer Tätigkeit häufig mit Sachverhalten konfrontiert, die für eine Minderung des Preises sprechen.

Klassischerweise werden in den entsprechenden Berichten und Gutachten unter anderem:

  • Mängel an der Bausubstanz
  • ein Haus bzw. ein Grundstück in einer eher unbeliebten Lage
  • ein ungepflegter Gesamtzustand


usw. angeführt.

Hier ist es in der Regel immer sinnvoll, der umfassenden Expertise des Gutachters zu vertrauen und Schäden (sofern dies möglich ist) vor einem Verkauf zu beseitigen. Gleichzeitig ist es selbstverständlich auch für Käufer interessant, einen Gutachter zu bestellen. So können sie unter anderem sicherstellen, dass sie keinen zu hohen Preis für ihre „Traumimmobilie“ zahlen.

Kosten Gutachter nicht viel Geld?

Hierbei handelt es sich um eine klassische Frage, die oft dafür sorgt, dass sich Hausbesitzer oder Interessenten von Wohnungen gegen das Engagieren eines Gutachters entscheiden. Aber: das Erstellen eines Gutachtens muss nicht teuer sein!

Wer beispielsweise lediglich ein „kleines Gutachten“ in Auftrag gibt, kann hier bares Geld sparen und sich dennoch einen verlässlichen Überblick über die jeweilige Gesamtsituation verschaffen. In vielen Fällen braucht es immerhin keine Schätzung, die auch vor Gericht Bestand hat. Für typische Verkaufssituationen reicht das „normale“ Gutachten in der Regel vollkommen aus.

Gutachten, die vor öffentlichen Behörden Bestand haben sollen, kosten mehr. Sie sind in den meisten Fällen auch deutlich umfangreicher als solche, die lediglich die Basis für den Verlauf einer Immobilie bilden. Die Basis für die entsprechenden Preise bilden unter anderem besondere Vorordnungen und Vorgaben, siehe § 9 Justizvergütungs- und entschädigungsgesetz, Abschnitt 3. Auch der Verkaufswert des Hauses wird in Bezug auf den Gutachten Preis berücksichtigt. Hier gilt die „Grundregel“: je höher der Wert, umso teurer wird letztendlich auch das dazugehörige Gutachten.

Und: nicht jede Immobilie lässt sich gleich unkompliziert schätzen. So ist es durchaus möglich, dass aufgrund besonderer Charakteristika für eine Schätzung mehr Zeit und Mühe investiert werden muss. Auch diese Faktoren spiegeln sich selbstverständlich dann im Preis wider.

Quelle: 1. Sachverständiger werden – Wissensdatenbank – modal.de

468865
« zurück zur Liste