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Gewerbeimmobilien Berlin

08.01.2021 | Der Markt der Gewerbeimmobilien in Berlin ist mit Rahmenbedingungen konfrontiert, die es in dieser Form in keiner anderen Großstadt in Deutschland gibt. Der Grund dafür ist, dass der Senat seit mehreren Monaten auf der „Baubremse“ steht, was in der Praxis eindeutig an den gesunkenen Baugenehmigungen zu erkennen ist. Wer ein geeignetes Objekt für sein Unternehmen sucht, ist deshalb gut damit beraten, auf die Unterstützung von Spezialisten zu setzen. 

Foto: Pixabay.com © kaiberlin12309 CCO Public Domain - Gewerbeflächen in der Hauptstadt Berlin sind derzeit aufgrund der Baubremse sehr begehrt.
Foto: Pixabay.com © kaiberlin12309 CCO Public Domain - Gewerbeflächen in der Hauptstadt Berlin sind derzeit aufgrund der „Baubremse“ sehr begehrt.


Wie sieht der Markt der Gewerbeimmobilien in Berlin aktuell aus?

Laut Daten von Statista gibt es in Berlin eine bestehende Bürofläche von rund 20 Millionen Quadratmetern. Im Jahr 2018 kamen etwa 835.000 Quadratmeter an neuer Fläche hinzu. Für das größte Mietvolumen sorgen neben der öffentlichen Verwaltung und Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnik mittlerweile auch die zahlreich vorhandenen Coworking Spaces.

Etwa 1,5 Prozent der Büroflächen standen im Jahr 2018 leer. Dabei handelt es sich um den niedrigsten Leerstand aller Zeiten in Berlin und im Städtevergleich um einen äußerst niedrigen Wert, der faktisch bedeutet, dass es nahezu keine freien Büros in Berlin gibt.

Die Durchschnittsmiete für eine Bürofläche in Berlin beträgt rund 26,30 Euro pro Quadratmeter. Die Spitzensätze liegen hingegen bei etwa 39,90 Euro pro Quadratmeter. Damit liegt die Bundeshauptstadt deutlich hinter Städten wie Frankfurt am Main, München, Hamburg oder Düsseldorf.

Ganz anders sieht die Situation hingegen bei den Einzelhandelsflächen aus. Hier liegt der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter bei rund 70 Euro. In Gegenden wie der Tauentzienstraße in Charlottenburg werden sogar Mieten von bis zu 300 Euro pro Quadratmeter von den Vermietern verlangt. Für Lager- und Logistikflächen beträgt die Durchschnittsmiete etwa 5,50 Euro pro Quadratmeter. Die Spitzensätze liegen hier bei 7,20 Euro.

Foto: Pixabay.com © pashminu CCO Public Domain - Lager- und Logistikflächen sind in Berlin derzeit für durchschnittlich etwa 5,50 Euro zu mieten.
Foto: Pixabay.com © pashminu CCO Public Domain - Lager- und Logistikflächen sind in Berlin derzeit für durchschnittlich etwa 5,50 Euro zu mieten.


Wer hilft bei der Suche nach einem Büro in Berlin?

Der niedrige Leerstand der Büroflächen führt zu einem echten Gezerre unter den Unternehmern um freiwerdende Flächen beziehungsweise neu gebauten Büros. Entsprechende Immobilien sind in den meisten Fällen bereits zu Beginn der Bauphase größtenteils ausgebucht.

Als Laie ist es schwierig, an geeignete Objekte in der gewünschten Gegend zu kommen. Deshalb sind an dieser Stelle Spezialisten gefragt, die mit ihrem Insiderwissen dabei helfen können, doch noch an geeignete Flächen zu gelangen. Dabei handelt es sich einerseits um die Bauträger selbst und um Makler, die sich ausschließlich auf die Vermittlung von Gewerbeimmobilien spezialisiert haben.

Etwas anders stellt sich die Situation für Investoren dar, die auf der Suche nach Gewerbeimmobilien in Berlin als Kapitalanlage sind. Denn trotz aller Schwierigkeiten zählt die Hauptstadt immer noch zu einem der interessantesten Immobilienmärkte für Anleger. Die Gründe hierfür sind vielfältig:

  • Es handelt sich um die Hauptstadt Deutschlands und damit auch um das politische Zentrum des Landes
  • Berlin genießt innerhalb Deutschlands einen einzigartigen internationalen Ruf, der Unternehmen aus vielen Ländern anlockt
  • Die Bevölkerungszahl in Berlin steigt nach wie vor stark
  • Berlin vermittelt ein unverwechselbares Lebensgefühl und punktet vor allem auch mit kultureller Vielfalt


Bauland für Neubauten ist zwar in Berlin nur schwer zu bekommen, doch in der Stadt sind zahlreiche renovierungs- und sanierungsbedürftige Bestandsimmobilien vorhanden, die auf entsprechende Investoren warten.

Foto: Pixabay.com © Nikiko CCO Public Domain - Investoren sollten sich in Berlin auf die Suche nach renovierungsbedürftigen Bestandsobjekten machen.
Foto: Pixabay.com © Nikiko CCO Public Domain - Investoren sollten sich in Berlin auf die Suche nach renovierungsbedürftigen Bestandsobjekten machen.


Welche Bauprojekte gibt es aktuell in Berlin?

Auch wenn immer wieder von der Baubremse die Rede ist, bedeutet das nicht, dass gar keine neuen Gewerbeflächen mehr gebaut werden. In den meisten Fällen entstehen sie allerdings in Verbindung mit dem Bau von Wohnungen. Folgende interessante Bauprojekte gibt es aktuell in der Hauptstadt:

  • Am Tacheles: Im neuen Stadtquartier „Am Tacheles“ entstehen bis 2023 zahlreiche Wohneinheiten, Büro- und Gewerbeflächen, Einkaufsmöglichkeiten sowie kulturelle Einrichtungen.
  • Schöneberger Linse: Zwischen den Bahnhöfen Südkreuz und Schöneberg entsteht ein neues Stadtquartier mit Wohn- und Gewerbeflächen sowie Sport- und Spieleinrichtungen.
  • Achtundeins: Bis zum Herbst 2022 soll im Stadtteil Wilmersdorf an der Ecke Bundesallee und Pariser Straße ein Büro- und Geschäftshaus entstehen.
  • QH Track: Im Quartier Heidestrasse im Stadtteil Mitte entstehen mit dem Gebäuderiegel „QH Track“ moderne und flexible Büroflächen mit einer Gesamtfläche von knapp 134.000 Quadratmetern in einzeln aufragenden Türmen. Die ersten Büros sollen bereits 2021 bezugsfertig sein.
  • Siemensstadt 2.0: Die bereits seit 1920 existierende Siemensstadt in Spandau soll in den nächsten Jahren neu gestaltet werden. Neben Wohnungen sind dafür auch zahlreiche Büro-, Forschungs- und Produktionsflächen geplant. Baubeginn ist voraussichtlich 2022.
  • Alexander Tower: Bis 2023 entsteht auf dem östlichen Alexanderplatz an der Grunerstraße, Ecke Alexanderstraße im Bezirk Berlin-Mitte das mit insgesamt 150 Metern höchste Hochhaus Berlins. Auf den unteren drei Etagen sind Flächen für den Einzelhandel geplant. Auch Büros sind aktuell in der Planung vorgesehen.


Die Stadt unterstützt und fördert Unternehmen

Die Stadt Berlin verfügt über viele eigene Flächen innerhalb der Stadt und stellt diese vor allem zur Ansiedlung und Erweiterung von kleinen und mittleren Unternehmen bereit. Stellt die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe fest, dass ein Vorhaben eines Unternehmens besonders förderungswürdig ist, kann sie eine entsprechende Direktvergabeempfehlung für ein geeignetes landeseignes Grundstück erteilen.

Entsprechende Bauflächen stehen aktuell vor allem in Marzahn-Hellersdorf und in Treptow-Köpenick zur Verfügung. Marzahn-Hellersdorf wurde zu einem Standort entwickelt, der insbesondere von produzierenden Unternehmen aus den Bereichen erneuerbarer Energien und Umwelttechnik genutzt werden soll.

Nach der Beendigung des Flugbetriebs in Tegel werden aktuell Flächen für einen Industrie- und Forschungspark entwickelt, der vor allem Unternehmen mit dem Tätigkeitsschwerpunkt „urbane Technologien“ als neuer Standort dienen soll.

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