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Entspannter leben: Allergikergerecht bauen - worauf kommt es dabei an?

16.08.2018 | Ob Hausstaub, Chemikalien oder Schimmelsporen: Es existieren zahlreiche Stoffe im Alltag, die bei Menschen allergische Reaktionen hervorrufen können. Damit Allergien nicht zur Dauerbelastung werden, spielt vor allem eine allergikergerechte Wohnumgebung eine wichtige Rolle. Doch was zeichnet ein allergikerfreundliches Haus eigentlich aus und wie können Probleme schon während der Bauphase vermieden werden?
Quelle: https://pixabay.com/de/neues-haus-bau-bauen-architektur-1664284/

Warum ist das Thema "Allergien" beim Hausbau so wichtig?

Aktuellen Statistiken zur Folge, werden in Deutschland bei rund 30 Prozent der 18 bis 79-Jährigen im Verlauf ihres Lebens Allergien festgestellt. Vor allem Kontaktallergien, Schnupfen, Neurodermitis und Asthma gehören dabei zu den meistverbreiteten Erkrankungen. Besonders kritisch wird es, wenn Betroffene auf Stoffe allergisch reagieren, die in der eigenen Wohnumgebung präsent sind. Da in der eigenen Wohnung bzw. dem eigenen Haus ein Großteil der Zeit verbracht wird, kann hier schnell eine ernsthafte gesundheitliche Belastung entstehen. Insbesondere Baustoffe wie Kleber, Farben und Kunststoffe zählen dabei häufig zu den Übeltätern. So geben die Materialien auch lange Zeit nach der Verarbeitung allergieauslösende Stoffe wie beispielsweise Formaldehyd oder andere Lösungsmittel in die Raumluft ab, die zu reizenden Reaktionen führen können. Auch Umwelteinflüsse wie unter anderem Hausstaub oder Pollen führen nicht selten zu schweren Allergien.

Weshalb ist es wichtig schon während der Bauphase auf Allergiker Rücksicht zu nehmen?

Bei plötzlich auftretenden Allergien ist den Betroffenen häufig nicht bewusst, welche Quelle für die körperlichen Reaktionen verantwortlich ist. So vergehen häufig mehrere Jahre bis klar wird, dass die Ursache in der Bausubstanz des Eigenheims begründet liegt. Eine entsprechende Sanierung ist zu diesem Zeitpunkt häufig nicht mehr möglich oder nur unter großem finanziellem Aufwand durchführbar. Damit es erst gar nicht so weit kommen kann, sollte schon bei der Errichtung eines Gebäudes auf eine schadstoffarme Bauweise geachtet werden. Grundsätzlich gilt, dass je weniger Schadstoffe in einem Haus verbaut werden, umso geringer ist auch das Risiko im Laufe der Zeit an einer Allergie zu erkranken. Während die Schadstofffreiheit in öffentlichen Gebäuden gesetzlich vorgeschrieben ist, gelten im privaten Bereich bisher keine derartigen Vorschriften.


Welche Faktoren sind beim Bau eines allergikergerechten Hauses besonders wichtig?

Der Schutz vor Allergien beginnt in der Praxis bereits mit der Auswahl der Baustoffe. Hierbei sollten sich Bauherren an speziellen Material-Listen orientieren, die ebenfalls eine Angabe über den Schadstoffanteil beinhalten. So gelten zum Beispiel Kalkputze, Natursteine und kleberfreie sowie unbehandelte Holzböden als besonders gut verträglich. Neben Wänden, Decken und Böden muss bei der Umsetzung insbesondere von Schlafzimmern, Sanitärbereichen und anderen Bereichen ebenfalls auf verträgliche Materialien sowie Dämmmaterialien geachtet werden. Weiterhin ist es wichtig, dass auch Bautätigkeiten wie beispielsweise Putz- und Maurerarbeiten mit Rücksicht auf Allergiker durchgeführt werden. Während zum Beispiel klassischerweise Putze im Sanitärbereich direkt vor Ort angerührt werden, erledigen speziell geschulte Bauarbeiter stark staubende Vorbereitungen ausschließlich im Außenbereich.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Aufgrund der Tatsache, dass es im privaten Sektor bisher keine gesetzlichen Regelungen in Bezug auf das gesunde Bauen im privaten Bereich gibt, können Bauherren entsprechende Grenzwerte vertraglich festhalten und bei professionellen Hausbaufirmen in Auftrag geben. Auf diese Weise ist es möglich, im Schadensfall sein Recht durchzusetzen und entsprechende Anpassungen zu fordern. So kann zum Beispiel festgelegt werden, dass der Anteil an Formaldehyd in der Raumluft einen Wert von 60 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht überschreiten darf. Da keine festen Grenzwerte existieren, müssen diese allerdings im Vorfeld fachmännisch ausgelotet werden. Hier können auch Vorgaben von Ärzten helfen, wenn konkrete Allergien vorliegen.

Was gibt es abschließend zum Thema zu sagen?

Wer während der Bauphase auf eine allergikergerechte Konstruktion achtet, kann das Risiko einer Erkrankung schon im Vorfeld effektiv auf ein Minimum reduzieren. Vor allem Baufirmen, die sich auf das gesunde Bauen spezialisiert haben, sind in diesem Zusammenhang ein guter Ansprechpartner.

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