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Die Tücken am deutschen Immobilienmarkt

15.06.2018| Makler haben seit der Einführung des Bestellerprinzips nur dann einen Anspruch auf Provision, wenn sie vom Interessenten speziell für die Wohnungssuche beauftragt wurden und erfolgreich waren. Wer den Service eines Immobilienmaklers bestellt, muss also auch dafür bezahlen. Vor dem Bestellerprinzip wurden die Maklerkosten allerdings von den zukünftigen Mietern übernommen, was in beliebten Wohngebieten einen bedeutenden Preisunterschied von 2.000 Euro ausmachten konnte. Angeblich sparen Mieter durch das neue Gesetz rund 500 Millionen Euro, obwohl sich diese Summen natürlich nicht offiziell nachweisen lassen.

Fest steht allerdings, dass viele Vermieter die Mieten höher ansetzen, um die Kosten für die Provisionen schon von Anfang an zu decken und dass auch viele Wohnungen unter der Hand weggegeben werden. Dies ist möglich, wenn der Mieter bekannte Personen als Nachfolger für die Wohnung vorschlägt. Vermietungen über die Makler sind seit 2015 deutlich zurückgegangen, weshalb einige zu illegalen Mitteln greifen, um das Bestellerprinzip zu unterlaufen. Makler forderten hohe Gebühren für die Vertragsausfertigungen oder ließen sich im Nachhinein von Mietern beauftragen, damit ihnen die Wohnung auch wirklich zugesichert war.

 

Immobilienkauf über Makler

Bei einem Immobilienkauf gibt es keine einheitlichen Regeln in Hinsicht auf die Courtagen der Makler. Das bedeutet, dass nur alleine vom Käufer über 7 % Provision vom Kaufpreis gefordert werden können, auch gibt es keine bundesweite Regel, dass die Courtage vom Käufer und vom Verkäufer übernommen werden sollte. Zusätzlich zu den kostspieligen Maklergebühren beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung kommen dann noch die horrenden Nebenkosten, sowie die Grunderwerbsteuer. In beliebten Städten können sich alleine die Nebenkosten auf 40.000 Euro belaufen. Dies ist auch der Grund, warum das Bestellerprinzip bei den Verkäufern von Immobilien zum Einsatz kommen sollte, damit sie komplett für die Maklergebühren aufkommen, was in anderen Ländern schon längst der Fall ist. Aktuell ist der deutsche Immobilienmarkt viel unübersichtlicher als Sportwetten für die Weltmeisterschaft 2018 als Beispiel, da leider kein nutzerfreundliches Geschäftsgebaren ersichtlich ist.

In Deutschland hängen die Gebühren für den Grundbucheintrag, Notargebühren und Maklerprovisionen vom Kaufpreis ab. Wenn allerdings die hohen Nebenkosten billiger werden, dann könnten sich sicherlich auch viel mehr Menschen eine Immobilie zur Altersvorsorge oder als Wohneigentum leisten.

Warum sich viele Deutsche kein Wohneigentum leisten können

Nicht nur die hohen Nebenkosten sind daran schuld, dass sich heutzutage nur die wenigsten eine Immobilie leisten können. Grund dafür ist auch der übersättigte Immobilienmarkt. Aktuell zählen Immobilienkäufe zu den beliebtesten Methoden, um Geld anzulegen, was auf die günstigen Zinsen zurückzuführen ist. Kein Wunder also, dass sehr viele ausländische Investoren in Deutschland ihr Kapital in Immobilien anlegen wollen und ihr Hauptaugenmerk auf teure Ballungsräume gerichtet ist. In München als Beispiel, kostete der Quadratmeter letztes Jahr im Durchschnitt über 17 Euro, weshalb viele Münchner jetzt immer mehr nach zusätzlichen Einnahmequellen suchen müssen, damit sie ihre extrem hohe Mieten bezahlen können. Je mehr ausländische Interessenten in die ohnehin schon kleinen Ballungsräume kommen, desto höher steigen dann natürlich auch die Preise. Ein weiterer Faktor, warum man sich kaum eine Immobilie mehr leisten kann ist, dass man heutzutage lieber im Stadtkern und in der Nähe vom Arbeitsplatz leben will und nicht mehr im städtischen Umland, wie das vor vielen Jahren der Fall war. Dies ist auch der Grund, warum viele beliebte Städte mit dem Bauen von Wohnungen überhaupt nicht mehr nachkommen und auf dem Land nur noch das Nötigste gebaut wird.

Allerdings muss dabei auch berücksichtigt werden, dass in Deutschland die Kommunen Bauland vergeben, was aber auf Landesebene genehmigt werden muss. Nur die wenigsten Bauanträge erreichen ihr Ziel, da es den Kommunen an den notwendigen Mitteln fehlt. Auch kommt es leider auch in sehr vielen Fällen von zugewiesenem Bauland im städtischen Umland zu häufigen Protesten der Anwohner.

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