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Deutsche Immobilien werden bei Russen immer beliebter

20.03.2018 | Obwohl die Beziehungen zwischen Russland und der EU nicht gerade die Besten sind, investieren jetzt immer mehr russische Unternehmer und auch private Anleger in deutsche Immobilien. Für den Immobilienmarkt sind die lukrativen Transaktionen von Wohnungs- und Handelseinrichtungen in Deutschland mit einem Wert zwischen 1 Million bis hin zu 7 Millionen Euro natürlich hervorragend, allerdings ist es auffällig, dass die Käufer in der Regel alle anonym bleiben möchten. Diese Informationen wurden am 19. Januar 2018 in der russischen Online-Zeitung Wedomosti veröffentlicht, wobei sich diese Daten auf eine Studie von deutschen und russischsprachigen Immobilienmakler beruft.

Die steigenden russischen Investitionen in Deutschland werden durch zwei Hauptfaktoren ausgelöst. Der Immobilienmarkt ist keinen besonders starken Kursschwankungen ausgesetzt,  weshalb es sich dabei um eine verhältnismäßig sichere Anlageklasse handelt und sich jetzt auch die Russen immer mehr vom britischen Markt zurückziehen. Deutschland scheint deshalb ein sicherer Hafen für das russische Kapital zu sein, nachdem der frühere Zufluchtsort Zypern durch die Bankenkrise 2012 bis 2013 erschüttert wurde und sich nicht nur die russischen Anleger nach sicheren Alternativen umsehen mussten.

 

Hat die WM einen Einfluss auf die Investitionen in Deutschland?

 

Russland hat übrigens bis jetzt schon rund sieben Milliarden Euro in die notwendige Infrastruktur für die Fußball-Weltmeisterschaft investiert, wobei aber sämtliche Ausgaben mit ihren laufenden Kosten auf ca. 10 Milliarden Euro geschätzt werden. Für die Infrastruktur erfolgten auch private Investitionen, die unter anderen in der Hotel- und Gastronomiebranche getätigt wurden. Es wird sich noch zeigen, welchen Einfluss die vorstehende WM auf zukünftige Investitionen in Deutschland hat. Sicher ist auf jeden Fall, dass eine WM für jede Menge neue Arbeitsplätze sorgt, sowie auch Millionenbeträge von Touristen einnimmt. Wie aus der Webseite vom aktuellen Pressedienst Lateinamerika.org hervorgeht, reisten bei der letzten WM 2014 über eine Million Touristen nach Brasilien und 16,7 Millionen zu den 12 Austragungsorten der WM. Die Einnahmen durch ausländische Touristen beliefen sich laut der brasilianischen Zentralbank auf über 365 Millionen USD und das auch nur bis zum 18. Juni, ganz davon abgesehen, dass das brasilianische Nationalteam sowieso nicht in das gewünschte Finale kam. Große Events haben in der Regel immer eine sehr attraktive Hebelwirkung, da sie den Tourismus fördern.

Fest steht auf jeden Fall schon jetzt, dass Deutschland als Favorit für den Titel gilt und es sich lohnt, die Quoten für die WM 2018 zu vergleichen. Zu den Favoriten, zumindest aus der Sicht der Wettanbieter, zählen aber auch Frankreich, England, Argentinien,  Brasilien, sowie natürlich auch Portugal als aktueller Europameister.

 

Was sind die Top 3 Destinationen für Immobilien-Investment in Deutschland?

 

Bei den meisten russischen Investoren in Deutschland handelt es sich um die Mittel- und die Oberschicht, da die Oligarchen oder Wirtschaftsmagnaten eher zu besonders kostspieligen Luxus-Objekten in Dubai oder in den Vereinigten Staaten neigen. Bis jetzt sind die von deutschen Verwaltungsgesellschaften vertretenen  Investoren vorwiegend in Berlin aktiv, gefolgt von München und Frankfurt. Das Leben in Berlin ist im Vergleich zu den anderen größten Städten billiger, aber München und Frankfurt überzeugen durch die hohe Kaufkraft, sowie auch durch verhältnismäßig weniger Arbeitslosigkeit. In diesen Metropolen sind zwar die erzielbaren Renditen aufgrund der ständig steigenden Preise geringer, aber dafür sind auch die Risiken im Immobilieninvestment begrenzter. Dies ist auch der Grund, warum die russischen Investoren ihr Kapital langfristig in deutsche Immobilien risikoarm anlegen.

 

Wie aus einem Bericht der Frankfurter Allgemeine 2017 hervorgeht, sind aber auch die Chinesen an deutschen Wohnungen interessiert. Auch in diesem Fall liegt das Hauptaugenmerk auf Berlin, sowie auch auf Frankfurt. Frankfurt ist deshalb interessant, weil in dieser Metropole die Hauptstellen von allen chinesischen Banken vertreten sind und die meisten chinesischen Flieger zuerst dort landen. Auch sind viele Chinesen überzeugt, dass es sich bei Frankfurt um die Hauptstadt von Deutschland handelt, was übrigens auch auf die zunehmende chinesische Gemeinschaft in diesem Raum zurückzuführen ist. Bei den chinesischen Investoren handelt es sich um die obere Mittelschicht, die Neubau-Objekte zum vermieten bevorzugen, sowie auch Gewerbeimmobilien.

 

Fazit

 

Deutschland zählt nach wie vor zu den Top-Adressen in Europa, was ausländische Investoren betrifft und liegt auf dem zweiten Platz im internationalen Ranking. Die Spitzenposition belegt nach wie vor die USA, gefolgt von China. Interessant dabei ist, dass nicht nur ausländische Unternehmen in Immobilien investieren, sondern auch Privatleute, die sich kostspielige Luxus-Quadratmeter in den deutschen Metropolen leisten können. In Berlin beispielsweise kann ein Quadratmeter je nach Wohngegend bis zu 30.000 Euro kosten, der Durchschnitt liegt allerdings bei ca. 8.000 Euro.

 

Die gewünschte Anonymität der Russen geht im Prinzip daraus hervor, dass sie nicht als Eigentümer von deutschen Immobilien öffentlich auftreten möchten, sondern diskret und unerkannt damit ihr Geld verdienen wollen. Durch den Krieg der Ukraine und der verhängten Sanktion gegen Russland durch die EU haben sich natürlich auch die Beziehungen deutlich verschlechtert, ganz davon abgesehen von den Erfahrungen der zwei Weltkriege, bei dem in fast jeder Familie ein naher Verwandter an der Front gekämpft hat oder gefallen ist.

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