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Der Immobilienmarkt in Deutschland während der Corona-Pandemie

20.04.2021 | Die Pandemie hat großen Einfluss auf den gesamten deutschen Immobilienmarkt. Jedoch besonders betroffen ist der Markt im Bereich Wirtschaftsimmobilien. Hier ist speziell der Einzelhandel, die Hotellerie, Gastronomie und Liegenschaften mit Freizeiteinrichtungen zu nennen. Der Wohnungsmarkt muss auch reagieren, wenn Menschen durch Kurzarbeit oder Kündigung in Notlagen geraten. Sie können die Miete nicht mehr aufbringen.

Leere Fußgängerzonen und Hotels

Durch die Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen sind viele Geschäfte für lange Zeit geschlossen. Eigentümer haben nicht immer die finanziellen Reserven, um ausbleibenden Umsatz auszugleichen. Die Folge ist eine Pleite und damit Leerstand der Immobilie. Einkaufszentren geht es hierbei genauso.

Eine alternative Nutzung hier könnte ein Casino sein. Genau wie beim Einzelhandel wirken sich die Corona-Regeln auch auf die Hotellerie aus. Reisebeschränkungen und Lockdown führen zu leeren Hotels, von denen viele bereits Ihre Tore schließen mussten. Wo hingegen ein Ladenlokal von einer großen Anzahl verschiedener Mieter genutzt werden kann, so ist die Nutzung eines Hotels doch recht limitiert. So hat z. B. die Hotelkette Maritim angekündigt, sich von einigen Immobilien zu trennen, um die eigene Liquidität zu sichern.

Auch wenn die Wirtschaft auf Erholungskurs ist, ist die Unsicherheit zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung nach wie vor hoch.

Stabilitätsanker auf dem Immobilienmarkt

Den negativen Auswirkungen durch Corona trotzend stehen der Wohnraum- und Logistik-Markt recht gut da. Pandemie hin oder her Wohnraum ist jetzt noch genauso knapp wie vor der Krise. Eine Erholung der Mieten und Quadratmeterpreise ist nicht in Sicht. Auch wenn vereinzelt Mieter Probleme mit der Zahlung des Mietzinses haben, wirkt sich dies nicht allzu sehr auf den Markt aus. Aus einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 29.03.21 geht folgendes hervor. Der Preisanstieg bei Wohn-Immobilien hat sich trotz Pandemie auch im letzten Quartal 2020 fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich Wohn-Immobilien um 8,1% verteuert.

Die Menschen bleiben zu Hause. Sei es gezwungenermaßen oder freiwillig. Geschäfte in Einkaufszentren und Fußgängerzonen haben zu einem großen Teil ohnehin geschlossen. Dies hat zu einem Boom bei Einkäufen online geführt, welches einen steigenden Trend noch beschleunigt hat. Die damit sehr eng verwobene Logistik-Branche mit Ihrer immensen Immobilen-Nutzung stützt den Markt. Neue Verteil-Zentren, Serviceniederlassungen und Paketannahmestellen wirken sich positiv auf den Immobilienmarkt in diesem Segment aus.

Langfristige Entwicklungen

Einmal von den kurzfristig negativen Auswirkungen abgesehen, werden einige laufende Veränderungen durch die Pandemie lang anhaltend sein. Sie werden mitunter erhebliche Auswirkungen auf die verschiedenen Segmente des Marktes haben. Jedoch sind nicht alle Teile des Marktes gleichermaßen betroffen. Der Markt für Wohnen, Einzelhandel, Logistik, Gastgewerbe und Büros hat sich in der letzten Zeit unterschiedlich und unabhängig voneinander entwickelt. Dies ist schon aus Zeiten vor Corona bekannt. Die Pandemie hat diese Entwicklung jedoch eindeutig beschleunigt.

Eine andere These kann auch wie folgt lauten. Das niedrige und flächendeckende Zinsniveau kann eine wertvolle Stimulation für Investitionen im Immobilien-Sektor darstellen. Die hohe Liquidität, welche im Markt durchaus vorhanden ist, wird ebenso positiv dazu beitragen. Kurzfristig negative Entwicklungen werden jedoch nach einer ersten Phase der Analyse und Zurückhaltung der Investoren überwunden werden. Im Vergleich zum internationalen Markt hat Deutschland sich bereits in der Finanzkrise von 2008 als ein durchaus attraktiver und stabiler Markt für Immobilieninvestments erwiesen. Von diesem Umstand profitiert der deutsche Markt in den vergangenen Jahren und wird dies auch nach der Corona-Pandemie tun.

Fazit

Die Corona-Krise verbreitet vor allem eins: Ungewissheit. Manche Experten sehen die Entwicklung für den Immobilienmarkt durchaus kritisch, andere stellen eine relativ schnelle Erholung in Aussicht. Eins dürfte klar sein. Die Auswirkungen der Pandemie gehen an keiner Branche spurlos vorbei. Abgesehen davon sind die mittel- und langfristiger Aussichten jedoch so, dass der Immobilienmarkt auch diese Krise aushalten wird. Die Deutschen sehen die Anlage in Immobilien als sicher an. Dies wird sich so schnell auch nicht ändern.

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