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Das Ende der Einspeisevergütung

14.09.2020 | Seit dem Jahr 2000 regelt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine garantierte Vergütung von eingespeistem Strom durch private Photovoltaikanlagen Ab 1. Januar 2021 endet nun für die ersten Anlagen, die im Jahr 2000 in Betrieb genommen wurden, die Förderungsperiode. Doch was bedeutet das Ende der Einspeisevergütung für Anlagenbesitzer und wie können die Photovoltaikanlagen weiterhin sinnvoll genutzt werden?

 

 

 



Förderung von Anlagen ist auf 20 Jahre begrenzt

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), welches im Jahr 2000 in Kraft trat, fördert die Beschleunigung des Ausbaus von erneuerbaren Energien in Deutschland. Das Gesetz regelt so unter anderem die Vergütung von eingespeistem Strom von privaten Photovoltaikanlagen für eine Laufzeit von 20 Jahren nach deren Inbetriebnahme. Die regionalen Netzbetreiber sind demnach verpflichtet, Strom aus privaten Anlagen bevorzugt abzunehmen und ins Stromnetz einzuspeisen. Für die ersten Anlagen, welche in 2000 in Betrieb genommen wurden, läuft die EEG-geförderte staatliche Einspeisevergütung nun zum nächsten Jahr aus. Der Wegfall der gesetzlichen Vergütungspflicht stellt die Betreiber von Photovoltaikanlagen vor die Frage, was mit den Anlagen passieren soll und wie diese weiterhin wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden können.

Gesetzliche Regelungen noch in der Diskussion

Bislang gibt es noch keine gesetzliche Regelung, die einen Rahmen für den Weiterbetrieb der Altanlagen setzen. Über entsprechende Gesetze wird zurzeit noch auf politischer Ebene diskutiert. Eine Verlängerung der Vergütung bzw. eine Folgevergütung für den eingespeisten Strom gilt als eher unwahrscheinlich, da in den letzten Jahren die Höhe der Vergütung für neue Anlagen bereits deutlich gesunken ist. Alte Anlagen können trotz jährlichen Leistungsverlusts jedoch auch in Zukunft noch verlässlich Ökostrom produzieren. Der Bundesverband für Solarwirtschaft fordert daher die Politik auf, ökostromfreundliche Anschlussregelungen zu treffen, da es aus klimapolitischer Perspektive keinen Sinn macht, Betreiber zur Stilllegung der Anlagen zu zwingen.

Welche Nutzungsmöglichkeiten gibt es?

Betreiber von Altanlagen haben nach dem Ende der staatlich geförderten Einspeisevergütung verschiedene Möglichkeiten zur Weiternutzung ihrer Photovoltaikanlagen. Die naheliegendste Anschlusslösung für die Anlagen ist die Nutzung des produzierten Solarstroms für den Eigenverbrauch. Dies erfordert jedoch einige finanzielle Investitionen. Die Einspeis-Elektrik muss zunächst umgerüstet werden, sodass der Strom zur Eigenversorgung genutzt werden kann. Mithilfe der Installation eines Stromspeichers können circa 60 % bis 70 % des produzierten Stroms für den Eigenverbrauch genutzt werden. Weitere Kopplungen der Photovoltaikanlage, beispielsweise mit einer Ladestation für Elektrofahrzeuge oder einer Wärmepumpe für die Warmwasseraufbereitung, sind denkbar. Ob diese Umrüstungsinvestitionen sich tatsächlich auch finanziell lohnen, muss im Einzelfall geprüft werden und hängt beispielsweise von der Leistung und des Alters der jeweiligen Anlage ab. Außerdem ist es noch nicht sicher, ob Betreiber von privaten Anlagen die EEG Umlage zahlen müssen, wenn sie den erzeugten Solarstrom für den Eigenverbrauch nutzen. Eine weitere Möglichkeit zur Weiternutzung besteht in der Direktvermarktung des produzierten Stroms durch Einspeisung in das Stromnetz. Dabei muss sich der Betreiber eigenständig um einen Abnehmer kümmern. Die Vergütungsregeln sind hier jedoch noch offen. Doch kann man nicht mit hohen Erlösen rechnen. Die Vergütung für den eingespeisten Strom wird sich höchstwahrscheinlich an dem Großhandelspreis für Strom orientieren. Änderung der Nutzung der Anlage sollten in jedem Fall dem regionalen Netzbetreiber gemeldet werden. Schließlich bleibt als letzte Möglichkeit die Stilllegung der Anlage und der Verkauf der Photovoltaikmodule. Dies macht jedoch aus klimapolitischer und aus finanzieller Perspektive wohl am wenigsten Sinn. Der zu erzielende Preis für gebrauchte Photovoltaikmodule beträgt nur ein Bruchteil der ursprünglichen Anschaffungskosten.



Fazit

Derzeit stehen Anlagenbesitzer noch vor der Ungewissheit: Gesetzliche Regelungen für den Weiterbetrieb alter Photovoltaikanlagen wurden noch nicht beschlossen und wirtschaftliche Modelle für die weitere Nutzung bleiben vage. Der Gesetzgeber kann jedoch dazu beitragen, dass Anlagen sinnvoll weiter genutzt und Stilllegungen verhindert werden.

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