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Darauf gilt es beim Kauf von Sicherheitsschuhen zu achten!

20.07.2021 | Für viele Arbeitnehmer gelten Sicherheitsschuhe als lästige und vor allem oftmals unbequeme Pflicht im Arbeitsalltag. Doch auch Hobby-Heimwerker oder Landwirte zwängen sich oft nur widerwillig in solches Schuhwerk. Dennoch ist eigentlich für jeden die Antwort auf folgende Frage eindeutig: Was ist der Zweck von Sicherheitsschuhen? Sicherheitsschuhe zählen als Teil der persönlichen Schutzausrüstung und dienen dem uneingeschränkten Schutz der Gesundheit des Arbeitnehmers.

Darauf gilt es beim Kauf von Sicherheitsschuhen zu achten! Foto: Engelbert Strauss
Darauf gilt es beim Kauf von Sicherheitsschuhen zu achten! Foto: Engelbert Strauss


Dies gilt insbesondere dann, wenn beim Ausüben der jeweiligen Tätigkeit mit herabfallenden, schweren Gegenständen zu rechnen ist, spitze Gegenstände wie Nägel oder Schrauben herumliegen könnten sowie, wenn mit heißen oder ätzenden Substanzen hantiert wird.

Gesetzlich verankert ist der Einsatz der persönlichen Schutzausrüstung im entsprechenden Arbeitsschutzgesetz. Demnach ist hierbei der Arbeitgeber dazu verpflichtet, eine entsprechende Gefährdungsbeurteilung der vorliegenden Arbeitsbedingungen und der daraus resultierenden Gefahrenpotenziale durchzuführen. Auf Basis dieser Gefährdungsbeurteilung gilt es adäquate Maßnahmen für den Arbeitsschutz festzulegen. Diese können das Tragen von Sicherheitsschuhen einer definierten Sicherheitsklasse sowie zusätzliche Schutzausrüstung wie einer speziellen Arbeitsschutzkleidung, Schutzbrillen, Ohrenschützer oder Helme erfordern. Auch wer den Traum der eigenen vier Wände lebt und als Heimwerker selbst Hand anlegt, sollte dabei die Vorschriften der Berufsgenossenschaften im Bezug auf adäquate Schutzausrüstung im Hinterkopf behalten.

Doch gerade bei Sicherheitsschuhen sind neben den primären sicherheitstechnischen Aspekten, die den Träger vor Verletzungen schützen sollen, noch weitere Attribute von großer Bedeutung. Dazu zählen beispielsweise die Atmungsaktivität, die für ein angenehmes Fußklima sorgt, sowie der generelle Tragekomfort. Auch die Qualität der eingesetzten Materialien und deren Verarbeitung, die letztlich über die Lebensdauer der Sicherheitsschuhe entscheiden, sind wichtig. Nur wenn diese Einflussfaktoren im Einklang sind, werden die Sicherheitsschuhe zu einem perfekten Begleiter im Arbeitsalltag. Wie genau die Schuhe dabei ausgeführt sein sollten, hängt immer von den individuellen Rahmenbedingungen der Tätigkeit ab.

Ausführungen von Sicherheitsschuhen – ein grober Überblick

Vor allem Verbraucher, die bis dato noch keine Berührungspunkte mit Arbeitsschutzkleidung bzw. Sicherheitsschuhen im speziellen hatten, sind oftmals verunsichert und stehen vor der Frage: Welche Sicherheitsschuhe gibt es?

Grundsätzlich sind Sicherheitsschuhe Arbeitsschuhe bzw. Schutzschuhe, die mit einer Zehenschutzkappe aus Kunststoff, Alu oder Stahl ausgestattet sind. Dieser soll die Zehen von Stößen und schlagartiger Druckeinwirkung mit Energien von bis zu 200 Joule schützen. Gepaart mit einer rutschhemmenden Sohle bilden solche Modelle die Basisschuhe der Sicherheitsklasse SB. Darauf aufbauend gibt es noch die Sicherheitsklassen S1, S1P, S2, S3, S4 und S5, welche weitere Attribute zum Schutz beim Arbeiten bieten. Die gesamte Palette an Sicherheitsklassen bietet beispielsweise auch das facettenreiche Produktportfolio zu Qualitäts-Sicherheitsschuhen von Engelbert Strauss. Zusätzlich sind diese in verschiedenen Ausführungen, beispielsweise als wasserdichte Arbeitsstiefel aus Leder für den Winter bis hin zu leichten Halbschuhen oder Sandaletten für den Sommer erhältlich. Als Teil des umfangreichen Produktsortiments des 1948 gegründeten Mittelständlers aus Biebergemünd tragen die Sicherheitsschuhe so dazu bei, dass Arbeitende zahlreicher Branchen ihre Tätigkeiten sicher und komfortabel verrichten können. Engelbert Strauss zählt dabei mit seinen über 1.300 Mitarbeitern zu einem der am schnellsten wachsenden Mittelständler Deutschlands.

Die Sicherheitsklassen von Sicherheitsschuhen im Detail

Das wohl wichtigste Kriterium bei der Wahl der Sicherheitsschuhe ist die erforderliche Sicherheitsklasse. Neben den Gefährdungsbeurteilungen der Betriebe geben auch Berufsgenossenschaften Auskunft darüber, welche Sicherheitsschuhe zu welchen Tätigkeiten bzw. Tätigkeitsprofilen zu tragen sind. Die Angaben beziehen sich dabei stets auf die zugrunde liegenden Sicherheitsklassen, die folgende Merkmale aufweisen:

  • SB: Diese Sicherheitsklasse definiert den Basisschuh, der mit einer Zehenschutzkappe und einer rutschhemmenden Sohle ausgeführt ist.
  • S1/S1P: Sicherheitsschuhe der Klasse S1 sind wie Modelle der Klasse SB ausgeführt. Darüber hinaus ist die Sohle noch antistatisch und resistent gegenüber Öl und Benzin ausgeführt. Der Fersenbereich ist zudem so ausgeführt, dass er die Energie durch das Auftreten effektiv aufnimmt.
    Aufbauend dazu bieten die Sohlen der Schuhe der Sicherheitsklasse S1P noch eine Durchtrittsicherheit gegenüber spitzer Gegenstände.
  • S2: Ausgeführt wie Schuhe der Klasse S1. Zusätzlich bietet der obere Teil der Schuhe für mindestens 80 Minuten eine Beständigkeit gegenüber Wasseraufnahme und -durchtritt (kurz WRU).
  • S3: Ausgeführt wie S1P und zusätzlicher Beständigkeit gegenüber Wasserdurchtritt und -aufnahme (WRU). Zudem ist die Laufsohle profiliert.
  • S4: Sicherheitsschuhe, die als wasserdichte Stiefel ausgeführt sind. Zusätzlich bieten diese eine antistatische, öl- und benzinresistente Sohle mit Energieaufnahme im Fersenbereich.
  • S5: Ausgeführt wie S4. Zusätzlich eine profilierte Laufsohle mit durchtrittsicheren Eigenschaften.


Um diesbezüglich nur ein paar Beispiele zu nennen, kommen für Fliesenleger Schuhe der Sicherheitsklasse S1P, für Bauarbeiter im Hoch-, Tief- und Brückenbau der Klasse S3, für Möbelmonteure der Klasse S1 und für Arbeitnehmer in der Fleisch- und Fischverarbeitung, Molkereien sowie Metzgereien der Klasse S4 zum Einsatz.

Weitere Features für Sicherheitsschuhe fernab der klassischen Sicherheitsklasse

Zusätzlich können Sicherheitsschuhe auch noch weitere sicherheitsrelevante Features im Bezug auf deren isolierende Wirkung, Widerstandsfähigkeit gegenüber hohen Temperaturen oder deren rutschhemmenden Eigenschaften bezüglich bestimmter Oberflächen aufweisen. Dazu zählen beispielsweise eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber einer kurzzeitigen Kontaktwärme von bis zu 300 °C (HRO) oder eine spezielle Kälte- sowie Wärmeisolierung (CI bzw. HI).

Ebenfalls von großer Bedeutung – gerade für Tätigkeiten in elektrostatisch gefährdeten Bereichen – ist die Ausführung der Schuhe mit einem elektrischen Durchgangswiderstand, der nach EN 61340-5-1 im Bereich zwischen 750 Kiloohm bis hin zu 35 Megaohm liegen sollte. Generell geht es dabei also um die elektrostatische Entladung („Electro Static Discharge“; kurz: „ESD“) bzw. diese zu verhindern.

Berührung mit elektrostatischer Entladung hatte wohl schon jeder, wenn er beispielsweise beim Griff an einen anderen Körper einen elektrischen Schlag durch einen überspringenden Funken bzw. Spannungsbogen gespürt hat. Dies wird durch das Tragen von Schuhen mit zusätzlichem ESD-Feature verhindert. Zur Anwendung kommt dies beispielsweise beim Umgang mit brennbaren und hochentzündlichen Gasen sowie Flüssigkeiten, dem Herstellen empfindlicher elektrischer Komponenten sowie bei der Herstellung und Verarbeitung von Mikrochips.

Vorsicht ist dabei allerdings bei Berufsgruppen geboten, die an Quellen von elektrischer Spannung arbeiten – beispielsweise Elektroanlagenmonteure. Für diese sind solche ESD-Schuhe nicht geeignet.

Weitere Anhaltspunkte bezüglich des Tragekomforts von Sicherheitsschuhen

Sind schließlich alle Erfordernisse bezüglich der Sicherheitsklasse und zusätzlichen Features der Sicherheitsschuhe geklärt, geht es an die Wahl des passenden Modells. Neben der Wahl der Innen- und Außenmaterialien, die je nach technischen Anforderungen auch durchaus weich und atmungsaktiv ausgeführt sein können, geht es vor allem um die Wahl der passenden Schuhgröße. Dabei kann man sich grundsätzlich an der Größe seiner herkömmlichen Schuhe orientieren. Ein möglicher Platzverlust durch das Einarbeiten der Zehenschutzkappe wurde von den Herstellern bereits bei der Schuhproduktion berücksichtigt.

Eine Aussage darüber, ob der Schuh nun größentechnisch passt oder nicht, lässt sich gut unter Zuhilfenahme der Finger treffen. So sollte man zunächst in den nicht geschlossenen bzw. zugeschnürten Schuh steigen und im Anschluss den Zeigefinger zwischen Ferse und Schuh positionieren. Dabei sollte der Zeigefinger problemlos zwischen Schuh und Ferse passen, aber auch nicht zu viel Spielraum haben. Ist dies der Fall, dann kann Schuh zugeschnürt und ein paar Schritte zur Probe gelaufen werden. Hierbei sollte man auf ein angenehmes Lauf- und Tragegefühl achten. Zusätzlich kann die Schuhgröße auch mit dem Daumen geprüft werden: Als grober Richtwert gilt, dass zwischen Zehen- und Schuhspitze rund eine dreiviertel bis eine ganze Daumenbreite Platz sein sollte. Dadurch wird gewährleistet, dass die Schuhe auch nach mehrstündigem Tragen, was meist mit einem leichten Anschwellen der Füße einhergeht, noch gut passen.

Im Idealfall sollte man sich sogar zwei Paar Sicherheitsschuhe anschaffen, besonders wenn diese nahezu täglich über mehrere Stunden im Einsatz sind. Mit einem solchen Wechselpaar hat man dann die Möglichkeit, die Schuhe täglich zu wechseln und so entscheidende Vorteile im puncto Tragekomfort zu erreichen. So wird zum einen das gesamte Schuhklima verbessert, da den Schuhen ausreichend Zeit zum Lüften und Trocknen gegeben wird. Setzt man zusätzlich noch auf verschiedene Schuhmodelle, so tut man andererseits auch seinen Muskeln, Bändern und Sehnen etwas Gutes: Die sich täglich ändernden Reize auf das Fußbett und den Bewegungsapparat sorgen dafür, dass einer zu einseitigen Belastung bzw. Überlastung effektiv vorgebeugt wird.

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