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Checkliste für den Immobilienkauf: Worauf muss man bei der Besichtigung achten?

05.03.2020 | Eigenheim oder Immobilie zum Vermieten, vielleicht sogar ein gewerbliches Objekt: Wer ein Haus kauft, also eine Bestandsimmobilie erwirbt, muss einiges beachten. Denn wie bei allem "aus zweiter Hand" kann es zu Unsicherheiten kommen. Mängel und Schäden können nach dem Kauf nicht mehr reklamiert werden.

Worauf muss man bei der Besichtigung achten? - Foto: pixabay.com
Worauf muss man bei der Besichtigung achten? - Foto: pixabay.com


Im ersten Schritt muss natürlich eine Hausbesichtigung vereinbart werden. Immobilienmakler und/oder Eigentümer/-in sollten dabei anwesend sein und eventuell aufkommende Fragen beantworten. Aber welche Fragen könnten das sein?

Fragen zum Gebäude - mehr als Sanierungsbedarf

Fragen zum Gebäude sollten natürlich erst einmal den Energiebedarf betreffen: Ist die Fassade gut gedämmt? Wenn ja, wie genau? Gibt es einen Energieausweis? Warum ist der Verbrauch genau so, wie er auf dem Energieausweis dargestellt ist? Vielleicht ist eine energetische Sanierung nötig? Die kann bezuschusst werden, wenn das Gebäude im Anschluss bestimmte Kriterien erfüllt. Aber natürlich dreht sich nicht alles um die nötige Sanierung. Was ist mit der Elektrik? Sind die vorhandenen Steckdosen sinnvoll verteilt, oder fehlen vielleicht Dosen? Wie viele Sicherungen gibt es, und wie sind die Kästen auf den verschiedenen Etagen oder in den unterschiedlichen Wohnungen angeordnet? Die Optik muss natürlich auch stimmen - sieht die Fassade noch gut aus, gibt es Schäden im Putz, muss vielleicht Bewuchs entfernt werden?

Einige Fragen können nur Eigentümer und/oder Bauamt beantworten. Vor dem Kauf sollten sie trotzdem gestellt werden:

  • Sind in der Immobilie an irgendeiner Stelle schadstoffhaltige Materialien verbaut? Welche sind das?
  • Wurden schon einmal Schimmel oder Schwamm im Mauerwerk festgestellt?
  • Müssen irgendwelche Denkmalschutzauflagen beachtet werden oder gilt Milieuschutz?


Vertrag prüfen lassen: Besser bei einem Fachanwalt

Auch wenn die Immobilie absolut traumhaft erscheint und es scheinbar keine Mängel gibt: Der Vertrag sollte vor dem Unterzeichnen von einem Anwalt geprüft werden. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass ein Notar den Kauf abwickelt. Aber die Aufgabe dieses Notars liegt nicht darin, den Vertrag im Sinne des Käufers oder der Käuferin zu prüfen - dafür sollte man immer einen eigenen Rechtsanwalt hinzuziehen. Den Anwalt für Immobilienrecht in Dachau oder einem anderen Standort findet man im Branchenverzeichnis sowie online. Aber wie genau verteilen sich die Aufgaben?

Der Notar schaut sich die rechtlichen Voraussetzungen an, holt erforderliche Unterlagen und Genehmigungen ein, prüft die Unterlagen und teilt dem Käufer oder der Käuferin die Fälligkeiten von Zahlungen mit. Außerdem kümmert er sich um die Eigentumsumschreibung und sorgt für die Löschung nicht übernommener Belastungen. Er muss neutral sein. Ob der Vertrag die Interessen des Käufers oder der Käuferin umfänglich berücksichtigt, kontrolliert der Notar nicht. Dafür wird der Fachanwalt benötigt.

Fazit: Nicht nur die Immobilie, sondern auch den Vertrag sorgfältig prüfen!

Fallstricke gibt es beim Immobilienkauf viele. Einige lassen sich umgehen, wenn bei der Besichtigung der Immobilie die richtigen Fragen gestellt und auch beantwortet werden. Was genau man erfragen sollte, um später keine unangenehmen Überraschungen zu erleben, haben wir in unserer kurzen Liste zusammengefasst. Aber auch, wenn diese Fragen zur allgemeinen Zufriedenheit geklärt sind, sollte der Kaufvertrag durch einen Fachanwalt für Immobilienrecht geprüft werden.

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