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Bundesbürger wollen eigentlich mehr an der Börse investieren

19.02.2018 | Die Deutschen gelten allgemein als Aktienmuffel, insbesondere im Vergleich zu einigen anderen europäischen Ländern. Grundsätzlich handelt es sich bei den Bundesbürgern eher um sicherheitsorientierte Anleger, aber dennoch reizt zahlreiche Bürger ein Investment an der Börse. Dies ist durchaus widersprüchlich, denn über die Hälfte aller Deutschen wollen eigentlich <b><a href=https://www.geldanlage.de/aktien/ target="_blank">mit Aktien oder anderen Börsenwerten spekulieren</a> </b>bzw. in diese Wertpapiere investieren, jedoch fehlt der Mut zum Investment.

Differenz zwischen Theorie und Praxis

 

Auf der einen Seite möchte statistisch betrachtet jeder zweite Bürger in Deutschland sein Kapital an der Börse anlegen. Auf der anderen Seite steht dazu allerdings im Widerspruch, dass zahlreiche Anleger die hohen Risiken fürchten, die ein Börseninvestment mit sich bringt. Zu dieser Erkenntnis kommt unter anderem eine aktuelle Studie, die sich mit dem Anlageverhalten der Bundesbürger beschäftigt und vom Finanzunternehmen AXA durchgeführt wurde.

 

Nach Angaben des Deutschen Aktieninstitutes sind es aktuell nur rund 15 Prozent aller Bundesbürger, die Aktien oder Aktienfonds im Depot haben. Dazu im Widerspruch steht eine andere Zahl, nämlich dass über 40 Prozent aller erwachsenen Bürger ein mögliches Investment an der Börse als sehr interessant ansehen. Dazu passt übrigens auch, dass die mit Abstand meisten Deutschen auf die Frage danach, welche Anlageform ihrer Meinung nach die besten Chancen auf sehr gute Renditen verspricht, Aktienfonds als Antwort geben. Ein direktes Investment in Aktien hingegen steht wiederum auf einem ganz anderen Blatt, denn dieses kommt für die meisten Bürger nicht infrage.

 

Mangelndes Wissen und Verlustängste als Hauptgründe

 

Wenn man sich aktuell anschaut, aus welchen Gründen die Bundesbürger zwar einerseits gerne Geld an der Börse anlegen würden, auf der anderen Seite den notwendigen Schritt jedoch nicht vollziehen, fallen insbesondere zwei Aspekte auf, nämlich zum einen fehlendes Wissen und zum anderen Verlustängste. So sind beispielsweise fast 50 Prozent aller Bundesbürger der Meinung, dass sie bei einem langfristigen Investment in Aktien an der Börse nach 20 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent und darüber hinaus weniger Kapital zurückerhalten, als sie zuvor aufgewendet haben. Diese Angst ist historisch allerdings überhaupt nicht zu belegen, ganz im Gegenteil. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstitutes ist es nämlich so, dass es innerhalb eines Betrachtungszeitraumes von 20 Jahren seit 1965 in der Vergangenheit nie einen Zeitraum gab, bei dem ein mit DAX-Titeln bestücktes Depot in die Verlustzone geraten ist. Stattdessen waren häufig sogar zweistellige Renditen zu verzeichnen.

 

Garantien wären für Kapitaleinsatz wünschenswert

 

Aus der Umfrage geht eindeutig hervor, dass mehr als die Hälfte aller Deutschen zwar grundsätzlich dazu bereit sind, ihr Geld an der Börse zu investieren, es allerdings an Vertrauen mangelt. Anders würde es hingegen aussehen, wenn es eine Art Garantie geben würde, dass das investierte Kapital zumindest nicht weniger wird. Unter diesen Voraussetzungen wären rund 40 Prozent der Bundesbürger dann in der Praxis tatsächlich bereit, in Aktien oder andere Wertpapiere zu investieren. Auf der anderen Seite sind allerdings über 30 Prozent der Befragten nicht dazu bereit, zusätzlich Geld für eine derartige Garantie aufzuwenden. Das Anlageverhalten der Bundesbürger ist demzufolge nach wie vor etwas paradox, denn einerseits wird erkannt, dass Aktien eine sehr gute Rendite verbriefen. Auf der anderen Seite dominiert allerdings die Angst vor Verlusten, sodass weitaus weniger Bundesbürger an der Börse investieren, als sich eigentlich - unter bestimmten Voraussetzungen - vorstellen könnten.

 

Neue DAX-Rekorde animieren Anleger kaum

 

Ein aktuell sehr positiver Aspekt ist die Entwicklung des Deutschen Aktienindex, der im Jahresverlauf ordentlich zulegen konnte und einen Höchststand nach dem anderen erklimmt. Dennoch hat auch diese Entwicklung bisher nicht dazu geführt, dass merklich mehr Privatanleger an der Börse aktiv geworden sind. Vielleicht sind es gerade die deutlich gestiegenen Kurse, die wiederum die Angst hervorrufen, dass es doch irgendwann in naher Zukunft nur abwärts gehen könne, also eine größere Korrektur anstehen müsste. Darüber hinaus wird nach Ansicht der Experten noch zu wenig unterschieden, ob die Anlage an der Börse langfristig sein soll oder man sich kurzfristige Gewinne durch eine Spekulation erhofft.

 

Aktienfonds, ETFs und Aktiensparpläne als Alternative

 

Wer nicht auf direktem Wege über die Börse in Aktien investieren möchte, der hat mittlerweile zahlreiche Alternativen. So bieten die Banken unter anderem die folgenden Finanzprodukte an, bei denen praktisch indirekt (aus Sicht des Anlegers) in Aktien investiert wird:

 

  • Aktienfonds (aktiv gemanagte Fonds)
  • ETFs
  • Aktiensparpläne
  • Gemanagte Portfolios (Robo-Advisor)

 

In all diesen Fällen muss sich der Anleger nicht selbst für einzelne Aktien entscheiden, sondern profitiert von einer breiten Streuung, die beispielsweise durch Aktienfonds oder auch ETFs erreicht werden. Experten sind ohnehin der Meinung, dass es hierzulande eine deutlich bessere Aktienkultur geben müsse, sodass Verbraucher erkennen sollten, dass insbesondere der langfristige Vermögensaufbau in Aktien mit monatlich festen Beträgen im Durchschnitt eine sehr gute Rendite beschert.

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