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Bewohnerparkausweis beantragen - Praxistipps und Informatives zu potenziellen Bußgeldern

30.11.2018 | Vielerorts ist das Parken ausschließlich mit gültigem Bewohnerparkausweis erlaubt. Dies gilt besonders in größeren Städten, wo massiver Parkplatzmangel herrscht. Fahrzeughalter widerrechtlich abgestellter Fahrzeuge müssen mit einem Bußgeld rechnen. Schließlich sind die ausgewiesenen Parkflächen den Anwohnern vorbehalten. Lesen Sie hier, was Verstöße kosten und worauf es beim Beantragen eines Bewohnerparkausweises ankommt!
Foto: @ fill / pixabay.com


Potenzielle Bußgelder


In vielen Städten sind Parkplätze Mangelware und nicht selten sind die Anwohner die Leidtragenden. Sie müssen teilweise weite Wegstrecken zu Fuß zurücklegen, um ihre Wohnung oder ihr Eigenheim zu erreichen. Bewohnerparkplätze sollen die Situation in betroffenen Wohngegenden verbessern. Die Parkplätze werden entsprechend zugewiesen und sind, womöglich nur teilweise, auf die Personengruppen beschränkt. Werden Fahrzeuge ohne Bewohnerparkausweis auf derartigen Parkplätzen abgestellt, wird dies gemäß Straßenverkehrsordnung als Parken ohne gültigen Parkschein gewertet und als Ordnungswidrigkeit in Form eines Bußgeldbescheids geahndet. In der Regel werden zwischen 10 und 30 Euro fällig. Werden beim Parken womöglich Rettungsfahrzeuge behindert, sind die Strafen jedoch deutlich strenger. Wie hoch die Bußgelder für Falschparker im Detail ausfallen, kann dem Informationsportal zum aktuellen Bußgeldkatalog entnommen werden. Die Plattform hat diverse Tatbestände mit der jeweiligen Geldbuße aufgeführt.

Bewohnerparkausweis beantragen


Rechtsgrundlage für die Beantragung und Ausstellung von Bewohnerparkausweisen bilden § 45 Straßenverkehrsordnung (StVO) sowie die regionale Satzung. Parkmöglichkeiten für Bewohner werden im Einvernehmen mit den Gemeinden im Rahmen der Parkraumbewirtschaftung von Straßenverkehrsbehörden angeordnet. Zwar stimmen die Bedingungen, an welche die Ausgabe von Bewohnerparkausweisen geknüpft sind, vielerorts überein, Unterschiede sind aber dennoch möglich. Aufgrund der Regionalisierung sollten sich Anwohner mit der zuständigen Stadt- beziehungsweise Gemeindeverwaltung des Wohnortes in Verbindung setzen und alle erforderlichen Dokumente sowie Bedingungen abfragen. Als allgemeine Voraussetzungen lassen sich aber folgende Punkte zusammenfassen:

  • Der Antragsteller ist innerhalb des Bewohnerparkgebietes meldepflichtig und registriert.
  • Der Antragsteller wohnt tatsächlich vor Ort.
  • Das Fahrzeug ist auf den Antragsteller zugelassen und wird von ihm dauerhaft genutzt.
  • Das Antragsformular ist vollständig ausgefüllt.
  • Führerschein, Zulassungsbescheinigung Teil I und Personalausweis oder Reisepass werden vorgelegt.


Ist der Besitzer des künftigen Ausweises nicht der Halter des Fahrzeugs, wie es beispielsweise bei einem Zweitwagen der Fall sein kann, der dem Nachwuchs bereitgestellt wird, muss der Fahrzeughalter dem zuständigen Amt bestätigen, dass das Fahrzeug dauerhaft von der jeweiligen Person verwendet wird. Ein Bewohnerparkausweis kann persönlich auf dem zuständigen Amt beantragt werden. Auch eine elektronische oder schriftliche Antragsstellung ist denkbar. Die Gültigkeit beträgt ein bis zwei Jahre.

Foto: @ nile / pixabay.com


Fakten zum Bewohnerparkausweis


Obwohl der allgemeine Bewohnerparkausweis keinen festen Stellplatz garantiert, bringt das Dokument Ausweisinhabern einen entscheidenden Vorteil: Sie dürfen über einen längeren Zeitraum auf den zugewiesenen Parkplätzen parken, ohne Bußgelder befürchten oder Parkgebühren zahlen zu müssen. Der Weg nach Hause wird aufgrund der verbesserten Parksituation komfortabler. Ob der Ausweis 24 Stunden am Tag oder nur für einen bestimmten Zeitraum gilt, hängt von der lokalen Satzung ab. Generell gestattet er Besitzern auf Parkplätzen zu parken, die entweder für andere Verkehrsteilnehmer tabu sind oder von der Allgemeinheit Parkgebühren verlangen.

Weitere Informationen:

  • Bei Fahrzeugwechsel oder Umzug, muss der Bewohnerparkausweis umgeschrieben werden.
  • Vielerorts kann für Gäste ein Besucherparkausweis beantragt werden, damit diese kostenlos innerhalb einer Bewohnerparkzone parken dürfen.
  • Die Kosten für einen Bewohnerparkausweis hängen von der Gebührenordnung ab. Mancherorts sind lediglich 20-30 Euro fällig, andernorts 60 Euro und mehr.


Nachdem das sogenannte „Anwohnerparken“ 1980 in die StVO aufgenommen wurde, kam es einige Jahre später zur Änderung der Begrifflichkeit von „Anwohner“ hin zu „Bewohner städtischer Quartiere“. Die Ausdehnung einer Parkzone für Bewohner in Städten mit über einer Million Einwohner darf seit der StVO-Novelle im Jahr 2001 maximal 1.000 Meter betragen. Mit dieser Regelung soll sichergestellt werden, dass Bewohner gängige Wege zu Fuß erledigen können. Werktags dürfen maximal 50 Prozent der Parkplätze zwischen 9 und 18 Uhr Bewohnern vorbehalten sein. Außerhalb dieser Zeitspanne ist eine Reservierung für maximal 75 Prozent erlaubt.

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