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Bestandsimmobilie oder Neubau - welcher Immobilientyp bietet was?

28.03.2018 | Bestandsimmobilie kaufen oder neu bauen? Wer in die eigenen vier Wände investieren will, ist bei dieser Frage oft unentschlossen. Während vor allem Altbauten eine charmante Ausstrahlung anhaftet, erhoffen sich an einem Neubau Interessierte mehr Freiheit bei der Gestaltung ihres Eigenheims. Immobilien- bzw. Grundstückskäufer sollten aber vor allem die finanziellen Rahmenbedingungen in die Entscheidungsfindung einfließen lassen.


Ein Immobilienkauf beziehungsweise ein Bauvorhaben sind meist eine Investition fürs Leben und somit eine Entscheidung, die gut überlegt sein will. Aus Sorge vor hohen Modernisierungs- und Sanierungskosten schrecken viele vor dem Kauf einer gebrauchten Immobilie zurück. Häuslebauer profitieren von mehr Gestaltungsfreiheit und der Möglichkeit, spezielle Wünsche umsetzen zu können - sei es ein barrierefreier Wohnraum oder ein bestimmter Baustil. Weiterer Vorteil für Bauherren: Aufgrund der seit Anfang 2016 geltenden höheren Anforderungen zum energieeffizienterem Bauen aus der Energiesparverordnung EnEV muss durch den Einsatz moderner Wärmedämmung, innovativer Baumaterialien, neuester Heizungsanlagen und Fenster weniger geheizt werden. So werden in Neubauten hohe laufende Kosten eingespart.

Aber auch Besitzer älterer Immobilien werden durch staatliche Förderprogramme für energieeffizientes Sanieren finanziell entlastet. Mit einer KfW-Förderung lässt sich bei der Sanierung eines Altbaus viel Geld sparen - detaillierte informationen dazu gibt es hier. Dennoch sollten Interessenten bereits vor dem Kauf einer Bestandsimmobilie das Objekt genau inspizieren und nach Möglichkeit Gutachter wie Architekten oder Bausachverständige hinzuziehen, die Bausubstanz und Haustechnik fachkundig beurteilen können. Denn werden gravierende Mängel festgestellt, kann sich der Sanierungs- und Modernisierungsbedarf als Fass ohne Boden erweisen. Ein Blick ins Grundbuch offenbart außerdem, welche Veränderungen wann am Gebäude vorgenommen worden sind.

Doch auch beim Bauvorhaben lauern Fallstricke. Die Kosten für einen Neubausind oft schwerer zu kalkulieren als die Sanierung eines bestehenden Objekts. Erst bei der Endabnahme kommt die gesamte Wahrheit ans Licht. Auch hier sollte der Bauherr unbedingt in Begleitung eines Bausachverständigen erscheinen.

Knappes Bauland und Handwerkermangel lassen Preise für Neubau steigen


Wer sich aktuell mit Immobilien- und Grundstückspreisen beschäftigt, wird feststellen, dass der Neubau insbesondere in beliebten großstädtischen Lagen teurer ist als der Erwerb von Bestandsbauten. Maßgeblich dafür verantwortlich sind die Baukosten und die Grundstückpreise, die in den letzten Jahren rasant in die Höhe geschnellt sind. Denn die Nachfrage nach Immobilien ist in der anhaltenden Niedrigzinsphase ungebrochen hoch, die Baugrundstücke werden immer knapper und sind hart umkämpft. Hinzu kommt, dass händeringend Fachleute gesucht werden: Dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge werden wegen der starken Nachfrage, der höheren Preise für Energie und Rohrstoffe sowie der höheren Bodenpreise die Baupreise auch in den nächsten zwei Jahren um jeweils drei Prozent steigen. Das DIW geht deshalb sogar von einem "Ende des Neubaubooms" aus. Ein Grund mehr, sich verstärkt nach Bestandsimmobilien umzusehen.

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