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Bauzinsen steigen wieder – Immobilienkäufer sollten Ruhe bewahren

07.03.2018 | Seit Ende des vergangenen Jahres steigen die Kreditzinsen für Immobilien moderat an. Kunden sollten trotzdem einen kühlen Kopf bewahren. Das Zinsniveau ist weiterhin sehr niedrig und Fehlentscheidungen können teuer werden. Was Sie zur Zinswende und zum Immobilienkredit nun wissen müssen.
Die ersten Banken beginnen damit die Bauzinsen minimal zu erhöhen. Doch selbst 0,2 Prozentpunkte machen bei Baudarlehen mehrere tausend Euro aus. Bildquelle: Billion Photos - 263237402 / Shutterstock.com

Es tut sich was auf dem Zinsmarkt. Zwar hält die Europäische Zentralbank den Leitzins weiterhin auf 0,0 Prozent, doch bis es auch hier zu Anhebungen wie in den USA kommt, ist es nur eine Frage der Zeit. Die ersten Banken haben das Ende der Niedrigzinspolitik genutzt um ihre Zinsen zu erhöhen. Das betrifft vor allem die Bauzinsen, mit denen die Banken die höchsten Einnahmen erzielen.

 

Auch moderate Zinserhöhungen sind teuer

 

Marktführer ING-Diba hat sich mit einer Erhöhung um 0,15 Prozentpunkte begnügt. Die Aachener Bausparkasse verlangt 0,2 Prozentpunkte mehr und bei der BW Bank sind es 0,25 Prozentpunkte. Was auf den ersten Blick moderat erscheint, macht sich bei den Kosten für einen Immobilienkredit durchaus bemerkbar. "Da es sich meist um sechsstellige Kreditsummen handelt, steigt die Zinsbelastung während der gesamten Laufzeit um mehrere tausend Euro", sagt der Immobilienexperte von hypothekenzinsen.net.

 

Experten sind sich sicher, dass die Zinsen kurzfristig bei allen Banken steigen werden und der Zinsanstieg anhält. Dies macht potentielle Immobilienkäufer nervös. Wer ein konkretes Kaufobjekt im Auge hat, der sollte tatsächlich zusehen, dass er einen notwendigen Kredit beantragt, sobald das drum herum bereits geklärt ist.

 

Käufer sollten nichts überstürzen

 

Nur weil die Zinsen aber wieder steigen, sollte nun niemand unüberlegt handeln. Die Auswahl einer zu den Bedürfnissen passenden Immobilie braucht seine Zeit. Vor allem wenn es sich um ältere Gebäude handelt, die am besten auch von einem Baugutachter unter die Lupe genommen werden sollten. Natürlich ist es schön, wenn man 3.000, 4.000 oder 5.000 Euro bei den Kreditzinsen sparen und ins Haus stecken kann. Aber wer deshalb einen Fehler macht und beispielsweise einen Wasser- oder Schimmelschaden übersieht, der muss die gesparten Zinsen sowieso in die Renovierung oder gar Sanierung stecken.

 

Der durchschnittliche Zinssatz für Immobilien bei einer Laufzeit von 15 Jahren beträgt im Moment 1,6 Prozent. Auch wenn das nicht mehr der Tiefststand ist, der noch vor ein paar Monaten galt, liegt dieser Satz deutlich unter dem Zinssatz vor der Wirtschaftskrise, der mehrere Prozentpunkte höher lag. Bisweilen sogar bei fünf bis acht Prozent.

 

Auch Immobilienpreise sind gestiegen

 

Wer sich jetzt oder auch in den kommenden Monaten für den Kauf oder Bau einer Immobilie entscheidet, fährt damit rein aus Sicht des Kredits noch immer sehr günstig. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich Immobilien in den letzten Jahren zum Teil extrem verteuert haben. Insbesondere in den Großstädten, Ballungsräumen, Uni-Städten aber auch in attraktiven Landregionen.

 

Da man als Sparer natürlich ebenfalls in die Röhre schaut, kann es für den einen oder anderen sinnvoller sein, sein Erspartes in eine Immobilie zu stecken, die zudem ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge ist. Die Kreditzinsen steigen naturgemäß schneller als die Sparzinsen, weil die Banken damit verdienen, während sie Sparern Guthabenzinsen zu ihren Lasten auszahlen müssen. Bis die Sparzinsen steigen, wird es also noch einige Zeit dauern.

 

Bildquelle: Billion Photos - 263237402 / Shutterstock.com

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