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10.01.2017, 09:24

Aufrüsten gegen Einbrecher - Die häufigsten Fehler beim Kauf von Überwachungskameras


Die Einbruchszahlen sind in den letzten Jahren rapide angestiegen. Gerade jetzt, in der dunklen Jahreszeit, fürchten sich Immobilieneigentümer und Wohnungsbesitzer vor organisierten Banden, die professionell in Sekundenschnelle einbrechen, Wertsachen entwenden und einen immensen Schaden hinterlassen. Immer mehr Hausbesitzer rüsten deshalb auf. Überwachungskameras sind meist das erste Mittel der Wahl. Bei ihrem Kauf kann man jedoch viel falsch machen.


Viele Hausbesitzer rüsten ihre Immobilien auf um sich vor der zunehmenden Einbruchskriminalität zu schützen. Viele kaufen als erstes Überwachungskameras, die häufig aber kaum mehr als ein Gefühl des Schutzes bieten. Wir verraten, welche Fehler Sie beim Kauf vermeiden sollten. Bildquelle: SpeedKingz - 288541091 / Shutterstock.com

Fehler 1: Kameraattrappen verwenden

 

Gute Überwachungskameras kosten gutes Geld, schnell mal dreistellige Beträge. Viele ziehen es deshalb vor, sich eine kostengünstige Attrappe anzuschaffen, die auf Abschreckung setzt. Doch professionelle Einbrecherbanden wissen genau, was sie vor sich haben. Sie erkennen die schlecht gemachten Attrappen, von denen es leider jede Menge gibt, sofort. Gute Attrappen sind wiederrum fast so teuer wie eine richtige Überwachungskamera. Deshalb lieber gleich zum Original greifen, denn nur damit ist man vor Einbrechern geschützt. Eine klassische Attrappe erkennt man bereits am LED-Licht, egal ob es blinkt oder dauerleuchtet. Echte Überwachungskameras besitzen dieses Licht nicht.

 

Fehler 2: Funkkameras verwenden

 

Zugegeben, kabellose Kameras wirken auf den ersten Blick ziemlich praktisch, zumal WLAN heute in fast jedem Haus funkt. Statt extra Kabel verlegen zu müssen, schraubt man die Kamera einfach an und kann mit der Überwachung gleich loslegen. Ganz so einfach ist es aber dann doch nicht. Denn Funkkameras sind vor allem eins, nämlich unzuverlässig. Das beginnt schon mit der geringen Reichweite, die oft weniger als zehn Meter beträgt. Kameras mit solch schwachem Funksignal machen außerdem dicke Hauswände zu schaffen. Hinzu kommt, dass die Frequenzen durch das WLAN meist schon überbelegt sind. Das führt zu häufigen Bildausfällen oder ruckelnden Livebildern. WLAN-Kameras eigenen sich also bestenfalls zur temporären Schlafüberwachung der Kleinkinder im benachbarten Kinderzimmer. Für Einbrecher braucht es schon eine verkabelte Kamera, am besten HD-SDI. Wer keine Kabel verlegen möchte, der kann zu Kameras greifen, die ihre Bilder über das Stromnetz übertragen.

 

Fehler 3: Schlechte Auflösung

 

Die bestpositionierte Kamera bringt nichts, wenn ihre Bilder so unscharf sind, dass man Einbrecher darauf nicht erkennen kann. Wichtig sind vor allem die kleinen Gesichter, die ohne Qualitätsverlust vergrößerbar sein müssen. Deshalb gilt für Überwachungskameras seit 2013 ein Full-HD-Standard mit 1080 Megapixel. Die Auflösung ist damit etwa fünfmal höher als bei den alten PAL-Kameras mit nur 0,4 Megapixel. Trotzdem sind noch viele davon im Umlauf. Kaufen Sie deshalb keine gebrauchten Kameras, sondern Neuware mit HD-Auflösung. Auch Rekorder sollten HD-Auflösung unterstützen.

 

Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland

Jahr

Einbruchsdiebstähle

davon aufgeklärt

2005

109.736

19,6 Prozent

2006

106.107

19,3 Prozent

2007

109.128

20,0 Prozent

2008

108.284

18,1 Prozent

2009

113.800

16,9 Prozent

2010

121.347

15,9 Prozent

2011

132.595

16,2 Prozent

2012

144.177

15,7 Prozent

2013

149.500

15,5 Prozent

 

Fehler 4: Kameras die gar nicht oder unzureichend aufzeichnen

 

Viele Überwachungskameras auf dem Markt bieten zwar mit Apps scheinbar komfortable Lösungen an, doch die meisten haben auch ein großes Manko: Sie zeichnen keine Bilder auf, oder zu wenige. Das heißt, dass man oft nur das Livebild verfolgen kann. Zum effektiven Einbruchschutz müsste man also rund um die Uhr vor dem Smartphone oder Monitor sitzen um zu gucken, was sich im Überwachungsbereich tut. Das ist genauso unpraktikabel wie Kameras, die alle fünf Sekunden ein Bild funken und dieses für einen begrenzten Zeitraum, meist kaum mehr als ein paar Stunden, speichern. Meist ist der entscheidende Moment dann gar nicht aufgezeichnet. Stattdessen sollten Sie auf ein Überwachungssystem setzen, zu dem neben der Kamera auch ein Rekorder gehört, der das Bild aufzeichnet. Die Aufnahmen sollten nach Möglichkeit zwei bis drei Wochen gespeichert werden, damit Sie der Polizei noch Bilder zur Verfügung stellen können, wenn Sie beispielsweise aus dem Urlaub zurückkehren.

 

Fehler 5: ­Kamera mit falschem Schutzgrad kaufen

 

Eine Überwachungskamera im Außenbereich ist Wind und Wetter ausgesetzt. Bei der Wahl des richtigen Modells sollte man deshalb auf den Schutzgrad achten. Viele günstige Einstiegsmodelle, die Hausbesitzer erst zum Kauf bewegen, sind nämlich gar nicht oder nur bedingt für draußen geeignet. Spätestens nach dem ersten Schauer macht die Elektronik schlapp. Eine Außenkamera sollte mindestens den Schutzgrad IP65 (staubdicht und wasserabweisend) aufweisen, besser noch IP66 (besonders wasserabweisend).

 

Fehler 6: Blickwinkel passt nicht zum Erfassungsbereich

 

Wer sich eine Überwachungskamera zulegt, der hat in der Regel bereits einen Bereich vor Augen, den er überwachen will. Damit die Kamera diesen Bereich erfassen kann, muss der Blickwinkel stimmen. Dieser wird maßgeblich von der Brennweite bestimmt. Der Laie sollte deshalb darauf achten, ein Gerät mit einstellbaren Blickwinkel zu kaufen. So muss man sich vor dem Kauf nicht zu sehr auf den Erfassungsbereich festlegen. Im Allgemeinen wird zwischen Nahbereich (zwei bis fünf Meter), mittlerer Bereich (drei bis zehn Meter), Fernbereich (acht bis fünfzehn Meter), mittlerer Fernbereich (bis 25 Meter) und Super-Fernbereich (bis 40 Meter) unterschieden. Lassen Sie sich vor dem Kauf Testbilder der jeweiligen Kameras zeigen um einen Eindruck davon zu bekommen, ob der Winkel für Ihr Vorhaben ausreicht.

 

Fehler 7: Kameras mit Tonaufnahme

 

Es klingt hilfreich eine Überwachungskamera zu kaufen, die gleichzeitig den Ton aufzeichnet. So weiß man gleich, was die Einbrecher gesprochen haben oder welche Geräusche sie machten. Das Problem ist allerdings, dass solche Kameras in Deutschland verboten sind. Und selbst wenn Sie damit einen Einbrecher aufzeichnen, gilt das Video dann nicht mehr als Beweismittel, weil es seine Beweiskraft verloren hat. Kaufen Sie deshalb nur Kameras ohne Tonfunktion. Achten Sie hingegen darauf, dass die Kameras nachtsichtfähig sind.

 

Bildquelle: SpeedKingz - 288541091 / Shutterstock.com

 


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